Frankenderby Dounern hald nai

Das Wochenende der Fußballderbys ging am Montag mit dem traditionsreichen Frankenderby zwischen der SpVgg Greuter Fürth und dem 1. FC Nürnberg zu Ende. Im Frankenstadion trennten sich die beiden ambitionierten Zweitligisten leistungsgerecht mit 1:1.


Stillstand statt Befreiungsschlag - das 243. Franken-Derby brachte weder den zum Aufstieg verdammten 1. FC Nürnberg noch die SpVgg Greuther Fürth voran. "Club"-Trainer Friedel Rausch steht auch nach dem 1:1 des Bundesliga-Absteigers im Montag-Spiel der Zweiten Fußball-Bundesliga weiter in der Schusslinie, Kollege Benno Möhlmann drückt trotz des ersten Treffers nach 507 Minuten Torflaute weiterhin im Sturm der Schuh. "Wir haben in der zweiten Halbzeit bedeutend schlechter gespielt. Wir dürfen uns nicht beklagen, dass der Ausgleich fiel", meinte Möhlmann enttäuscht.

Carsten Klee (20.) hatte "Gastgeber" Greuther Fürth im nur halb gefüllten Frankenstadion mit einem Kopfball in Führung gebracht. Aber Torjäger Bernd Hobsch (55.) rettete dem "Club" mit seinem sechsten Saisontor wenigstens noch einen Punkt. Für Rausch war es "ein gerechtes Ergebnis", mit dem er allerdings die Vorgabe seines Präsidenten Michael A. Roth, der im Vorfeld neun Punkte aus den nächsten drei Spielen gefordert hatte, bereits nach dem ersten Spiel nicht mehr erfüllen kann. "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen", kommentierte Rausch und verwies auf den aussichtsreichen fünften Tabellenplatz: "Wir sind oben dabei." Mit dem ehrgeizigen Roth, der den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga zum unumstößlichen Ziel erklärt hat, gebe es auch jetzt "keine Krisengespräche. Es gibt nur freundschaftliche Gespräche mit dem Präsidenten", so Rausch.

Einen Wortwechsel zwischen Trainer-Kollegen hatte es im Vorfeld des Prestige-Duells zwischen Möhlmann und Rausch gegeben. Nachdem eine Boulevard-Zeitung berichtet hatte, Möhlmann habe sich beim "Club" um den Job des nicht unumstrittenen Rausch beworben, griff Möhlmann sofort zum Telefon und stellte diese Meldung gegenüber Rausch als "Ente" richtig. "Die Geschichte war erstunken und erlogen", stellte Möhlmann am Montagabend noch einmal klar.

Der ehemalige HSV-Trainer hat vielmehr seinen Vertrag bei den Fürthern bis 2002 verlängert und strebt mit der SpVgg wieder nach oben. Den Rückstand von drei Punkten auf den Lokalrivalen konnten die "Kleeblätter" allerdings nicht wett machen, weil das Team aus den klaren Vorteilen vor dem Seitenwechsel zu wenig machte. Vor dem gegnerischen Tor agiert der Tabellen-Siebte wieder einmal zu ungefährlich, zehn Tore in 13 Spielen sind für den anvisierten Spitzenplatz zu wenig. Möhlmann stellte darum Aktivitäten auf dem Transfermarkt in Aussicht, sucht einen "größeren, robusten Stürmer".

Ein Kassenfüller war das 243. Franken-Derby nicht. Die Fürther, die ihr Heimspiel wegen zu geringer Zuschauer-Kapazität im eigenen Stadion in Nürnberg austrugen, konnten lediglich 21.000 Besucher begrüßen. Zum Vergleich: In der Regionalliga-Saison 1996/97 hatte die Partie - ebenfalls im Frankenstadion - mit 45.000 Besucher einen noch gültigen Amateurrekord erreicht.



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