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19. Juni 2012, 22:43 Uhr

EM-Gruppe D

Frankreich verliert und kommt weiter

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Starker Auftritt zum Abschied: Die schwedische Nationalmannschaft hat sich mit einem Sieg aus dem Turnier verabschiedet. Mann des Abends gegen Frankreich war Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic mit einem Traumtor. Die Franzosen enttäuschten erneut - stehen aber im Viertelfinale.

Hamburg - Frankreich steht trotz einer schwachen Leistung im Viertelfinale der EM und trifft dort auf Spanien. Gegen die bereits ausgeschiedenen Schweden verloren "Les Bleus" im letzten Gruppenspiel 0:2 (0:0), profitierten von der zeitgleichen Niederlage der Ukraine gegen England (0:1) und landeten auf Platz zwei. Superstar Zlatan Ibrahimovic traf per Traumtor (54. Minute), in der Nachspielzeit erhöhte Sebastian Larsson noch auf 2:0 (90.+1).

"Wir wollten unbedingt noch ein Spiel gewinnen, daher sind wir sehr glücklich, auch für unsere Fans", sagte Schwedens Trainer Erik Hamrén: "Wir wären gerne länger im Turnier geblieben. Unsere Vorstellung heute war sehr gut."

"Warum nicht früher so?", wird sich Hamrén während des Spiel gedacht haben. Warum nur hat seine Mannschaft, Schwedens Nationalteam, erst so geschickt angegriffen, so konzentriert verteidigt, als das Aus bei dem Turnier bereits feststand? Gegen Frankreich kamen die Skandinavier vor 60.000 Zuschauern in Kiew immer wieder gefährlich vor das Tor der Franzosen, die wie schon gegen England und die Ukraine bis auf einige Einzelleistungen nicht überzeugen konnten.

Die beste Chance der ersten Hälfte hatte Schwedens Ola Toivonen nach zehn Minuten. Frankreichs Verteidiger Philippe Mexes hatte den Ball aus den Augen verloren, der Angreifer vom PSV Eindhoven sprintete Richtung Tor, umspielte Keeper Hugo Lloris, traf dann aus spitzem Winkel aber nur den rechten Außenpfosten. Toivonen war kurz nach Anpfiff (3.) ebenso knapp mit einem Kopfball gescheitert wie sein Teamkollege Larsson (4.).

Ibrahimovic trifft per Seitfallzieher, Larsson per Abstauber

Zwar fing sich das Team von Trainer Laurent Blanc nach dieser turbulenten Anfangsphase, spielerisch gelang dennoch wenig. Franck Ribéry, wie Samir Nasri erneut einer der besseren Franzosen, schoss Schlussmann Andreas Isaksson an (8.), Hatem Ben Arfas Distanzschuss ging knapp über die Latte (35.) - mehr brachten "Les Bleus" zunächst nicht zustande.

Kurz nach der Pause kam Frankreich zwar zu einer Doppelchance durch Karim Benzema (50.) und Alou Diarra (53.), das Tor aber machten die Schweden: Ibrahimovic traf nach einer Flanke von Larsson volley per Seitfallzieher ins untere Eck (54.). Wenig später rettete Lloris gegen Olof Mellberg, der bereits gegen England getroffen hatte.

Frankreich drängte zwar noch auf den Ausgleich, doch die Versuche von Nasri (64.) und dem eingewechselten Yann M'Vila (71.) brachten wenig Gefahr. Anders der Kopfball von Olivier Giroud, doch der Angreifer verfehlte um wenige Zentimeter. In der Nachspielzeit traf Larsson noch per Abstauber zum Endstand.

Nach dem Spiel ging Frankeichs Trainer Laurent Blanc hart mit seinen Spielern ins Gericht: "Ich denke, dass Schweden verdient gewonnen hat. Sie spielten für die Ehre - und das hat gegen ein sehr durchschnittliches Frankreich gereicht. Wir wurden in jedem Areal des Platzes geschlagen, da kann man nicht gewinnen."

Schweden - Frankreich 2:0 (0:0)
1:0 Ibrahimovic (54.)
2:0 S. Larsson (90.+1)
Schweden: Isaksson - Granqvist, Mellberg, J. Olsson, M. Olsson - A. Svensson (79. Holmén), Källström - S. Larsson, Bajrami (46. Wilhelmsson) - Ibrahimovic - Toivonen (78. Wernbloom)
Frankreich: Lloris - Debuchy, Rami, Mexes, Clichy - A. Diarra - Nasri (77. Menez), M'Vila (83. Giroud) - Ben Arfa (59. Malouda), Ribery - Benzema
Schiedsrichter: Pedro Proenca (Portugal)
Zuschauer: 63.010
Gelbe Karten: A. Svensson, Holmén - Mexes (gesperrt)

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