Frankreich vs. Irland Fifa schließt Wiederholung der Skandal-Partie aus

"Damit ist jede Diskussion beendet": Der Fußball-Weltverband hat eine Neuansetzung der Partie zwischen Frankreich und Irland abgelehnt. Die Tatsachenentscheidung des Unparteiischen sei endgültig. Irlands Coach Giovanni Trapattoni kritisierte unterdessen den Playoff-Modus.

Schiedsrichter Hansson, protestierende Iren: Eine endgültige Tatsachenentscheidung
AFP

Schiedsrichter Hansson, protestierende Iren: Eine endgültige Tatsachenentscheidung


Hamburg - Das WM-Playoff-Spiel zwischen Frankreich und Irland wird nicht wiederholt. Das stellte der Weltverband Fifa am Freitagvormittag klar. "Die Fifa stellt fest, dass das Spielergebnis nicht abgeändert und das Spiel nicht wiederholt werden kann. Wie die Spielregeln eindeutig aussagen, werden während eines Spiels Entscheidungen durch den Schiedsrichter getroffen, und diese Entscheidungen sind endgültig", heißt in einer Fifa-Erklärung.

"Das Spiel erneut anzusetzen, würde absolutes Chaos für den Fußball bedeuten. Damit ist jede Diskussion beendet", zitierte zudem die britische BBC einen Fifa-Offiziellen.

Der Protest des irischen Verbandes richtete sich gegen das 1:1 vom vergangenen Mittwoch in Paris, als dem entscheidenden Ausgleich der Gastgeber ein nicht geahndetes Handspiel des Franzosen Thierry Henry vorausging. Dieser hatte sich für eine Wiederholung des Duells ausgesprochen: "Das wäre die gerechteste Lösung", sagte Henry dem britischen Fernsehsender Sky Sports News, "aber das liegt nicht in meiner Macht." Er schäme sich aber für die Art, wie die Franzosen das WM-Ticket erworben hätten, so Henry. "Es tut mir sehr leid für die Iren, sie hätten es absolut verdient, in Südafrika dabei zu sein."

Irlands Coach Giovanni Trapattoni hatte bereits gesagt, er erwarte keine erneute Ansetzung der Partie. "Wenn ein Schiedsrichter entscheidet, das Spiel ist zu Ende, weiß ich, es ist unmöglich die Begegnung zu wiederholen", sagte der Italiener der BBC und beschwerte sich über die Auswahl des Unparteiischen: "Alle Fans haben gesehen, was auf dem Feld passiert ist. Ich würde gerne von der Fifa erklärt bekommen, wie sie den Schiedsrichter für diese wichtige Partie ausgewählt haben."

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WM-Playoffs: Kontroverses Tor in letzter Minute
Zudem monierte Trapattoni den Modus der Playoff-Partien. "Ich möchte der Fifa einen Rat geben, vielleicht kann man in Zukunft die Regeln der Playoffs ändern. Zwei Spiele spielen, ohne Verlängerung nach dem zweiten", so der 70-Jährige. "Ich werde das der Fifa sagen und ihr vorschlagen, direkt das Elfmeterschießen folgen zu lassen, das wäre besser für den Fußball."

fsc/sid



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Seite 1
Polar, 19.11.2009
1.
Zitat von sysopDer Schiedsrichter übersah das klare Handspiel von Frankreichs Thierry Henry vor dem Ausgleich gegen Irland. Wie sollte mit solch strittigen Situationen umgegangen werden? Braucht der Fußball endlich den Beweis per Video?
Nö, so wat passiert. DIE Szene war ja auch eindeutig, aber wer hätte auch nach Bilderstudium beim Kick der N11 gestern welchen Elfmeter für wen gegeben? Ist nun mal so.
freeride 19.11.2009
2. fair play
Zitat von sysopDer Schiedsrichter übersah das klare Handspiel von Frankreichs Thierry Henry vor dem Ausgleich gegen Irland. Wie sollte mit solch strittigen Situationen umgegangen werden? Braucht der Fußball endlich den Beweis per Video?
nein, braucht er nicht. der fussball braucht - wie jede andere sportart - faire spieler, die ein solches fehlverhalten dem schiedsrichter gegenueber zugeben.
Gast100100, 19.11.2009
3.
Auch wenn mir die Iren lieber gewesen wären: Warum wird nicht auf den klaren Elfmeter für Frankreich hingewiesen? Ausgleichende Gerechtigkeit. Irland ist gescheitert, weil man die dicken Chancen in der 2. HZ nicht genutzt hat.
Casparcash 19.11.2009
4. 20 minuten zur größe
ohne neid muss man die spielerische klasse des thierry henry anerkennen. weltfussballer mit format, einer, der spiele entscheiden kann und veratwortung übernimmt. auch einer, der niederlagen nicht mag, wer kann es ihm verdenken. aber etwas fehlt ihm zur großen klasse: die größe, etwas richtiges zu tun, auch wenn es eine niederlage bedeutet. henry sagte nach dem spiel zum iren dunny: "it was a handball. but i am not the referee." ich hätte mir gewünscht, dass er diesen satz 20 minuten vorher gesagt hätte. zum schiedsrichter. niemand kann es ihm verdenken, dass er in der hitze des gefechts einen unerreichbaren ball mit der hand stoppt. niemand kann ihm die zweifel abnehmen, die er ganz sicher - schuldgefühle gehören dazu - nach dem treffer mit sich selbst hatte. doch zu der richtigen entscheidung hat er sich nicht durchringen können. zu groß war die versuchung, die teilnahme an der wm zu wichtig für ein bisschen fairness und sportlichkeit. dabei schob er die schuld dafür sogar noch weiter: auf den schiedsrichter, der die szene nicht gesehen und folglich eine fehlentscheidung getroffen hat. henry hätte helfen können. das hat er nicht getan. viele werden sagen, das gehört dazu. das ist fußball. doch geht dieser vorfall weit über das hinaus. es geht um courage, um menschlichkeit. und um die größe, etwas falsches zugeben und wieder gerade biegen zu können. das passiert nicht nur auf dem fußballplatz, auch in chefetagen, bei politikern oder bereits im büro ist das ein gängiges verhalten. zurück zum thema: der wirklich geschädigte wird thierry henry selbst sein. die wm 2010 werden die meisten bereits in einem jahr vergessen haben, wie auch immer sie ausgeht. selten haben sportliche großereignisse etwas nachhaltiges. doch an henry wird sich die nachwelt erinnern. an die 20 minuten, die er mit seiner aussage gewartet hat. und die darüber entscheiden werden, ob wir es mit einem guten fußballer oder einem großartigen sportler zutun hatten.
SwissMatthias72 19.11.2009
5. Fairness
Es wird jetzt langsam Zeit, dass der Videobeweis kommt! Immer mehr Fehlentscheidungen von professionellen Schiedsrichtern werden durch Fernsehbilder aufgedeckt! Im Sinne von Fairplay muss das kommen! Profisportler wie Thierry Henry haben Vorbildfunktion für Nachwuchsspieler. Was Henry hier macht, ist über alle Massen hinaus schäbig und eines Profis nicht würdig. Auch dass er augenscheinlich ein schlechtes Gewissen hatte. Jubeln tat er nicht, als sein Spielerkollege das 1:1 schoss. Es sollte auch möglich sein, dass man solche Fehlentscheidungen im Nachhinein am "grünen Tisch" zurücknimmt und dementsprechend reagiert. Klartext: Frankreich verliert das Spiel, Irland ist qualifiziert. Die französischen Nationalspieler sollten sich jetzt schämen und bei jedem WM-Spiel sich vor Augen führen, dass sie mit Beschiss dort auf dem Platz stehen und nicht mit sportlicher Fairness! Pfui La France, Pfui Schiedsrichter!
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