Honorar aus Südafrika Beckenbauer durch bislang unbekannte Zahlungen belastet

Weil Südafrikas Fußballverband ein Honorar für Berater Beckenbauer nicht zahlen konnte, ist angeblich die Fifa eingesprungen. Das Geld soll laut einem Medienbericht an eine Firma in Gibraltar überwiesen worden sein.

Franz Beckenbauer (Archivbild)
Getty Images

Franz Beckenbauer (Archivbild)


Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat vor rund einem halben Jahr wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Untreue im Zuge der Fußball-WM 2006 in Deutschland ein Ermittlungsverfahren gegen Franz Beckenbauer eröffnet. Offenbar soll der 71-Jährige nun auch durch bislang unbekannte Zahlungen belastet sein, die mit der WM 2010 in Südafrika in Zusammenhang stehen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach soll das Geld, das Beckenbauer von der Fifa bekommen haben soll, an eine Firma im Steuerparadies Gibraltar überwiesen worden sein.

Die Zeitung, die sich auf vorliegende Ermittlungsakten beruft, berichtet weiter, dass der südafrikanische Fußballverband 2005 in finanzielle Schieflage geraten sei. Deshalb habe sich dieser an die Fifa gewandt und um Hilfe gebeten. Dabei soll es den Angaben zufolge auch um Rechnungen für drei Berater gegangen sein, die Südafrika bei der WM-Bewerbung geholfen hatten: Beckenbauer sowie seine Vertrauten Andreas Abold und Fedor Radmann. Mindestens 1,7 Millionen Euro soll die Fifa für den südafrikanischen Fußballverband an die drei gezahlt haben.

Angeblich soll der damalige Fifa-Generalsekretär Urs Linsi die Begleichung der Rechnungen persönlich veranlasst haben, obwohl der Fußballweltverband Bewerbungskosten nicht erstatten darf. Laut der Ermittlungsakten sollen Abold und Radmann ihre Honorare direkt erhalten haben, Beckenbauers Geld soll auf ein Konto einer Firma in Gibraltar überwiesen worden sein. Das hat offenbar der damalige Fifa-Finanzchef Markus Kattner bei der Schweizer Staatsanwaltschaft ausgesagt.

Weder Beckenbauer noch die Fifa äußerten sich zu dem Bericht.

Der SPIEGEL hatte im September über die Eröffnung des Ermittlungsverfahrens gegen Beckenbauer berichtet. Grund für die Ermittlungen ist eine Reihe dubioser Zahlungsströme über zehn Millionen Schweizer Franken, die 2002 ihren Anfang nahmen und 2005 endeten. Diese hatte der SPIEGEL 2015 aufgedeckt.

max



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Seite 1
kopi4 20.02.2017
1.
Oha, da werden die Kaiser-Fans hier im Forum die ewig gleiche Litanei abspulen: es ist nix bewiesen, falls doch hat es ja sowieso jeder gemacht, wenn Südafrika die WM für 1,7 Mio bekommen hat war es doch ein prima Deal. Letzteres gilt,siehe seine "unbezahlte" Tätigkeit als WM.Organisator, seltsamerweise immer für Beckenbauer. Seine "ich hab da keine Sklavenarbeiter gesehen" Verteidigung Katars dürfte auch mal auf einen möglichen Berater-Vertrag hin untersucht werden.
schwebefliege 20.02.2017
2. Weshalb ...
... sitzt dieser "Kaiser" nicht längst in der noch warmen Zelle des lieben Dieter ?
ge1234 20.02.2017
3. So so....
Wir halten fest: Der südafrikanische Verband holt sich für ein Projekt externe Hilfe durch einen Berater, der ein ähnliches Projekt schon einmal erfolgreich durchgeführt hat. Der Berater stellt daraufhin seine Leistung in Rechnung! Da der Verband zu dem Zeitpunkt etwas klamm ist, leiht er sich Geld von der Fifa und bezahlt davon die Rechnung! Tauschen wir nun den südafrikanischen Verband gegen ein x-beliebiges Unternehmen aus und die Fifa gegen eine Bank, so haben wir einen Vorgang, der tagtäglich an die ca. hundertmal in Deutschland stattfindet. Auf welchen ausländischen Konten der in Österreich steuerpflichtige Beckenbauer seine von ausländischen Geschäftspartner erhaltenen Gelder erhält oder auch nicht, kann dem deutschen Fiskus wie dem geifernden deutschen Michel dabei herzlich egal sein; wenn überhaupt, dann geht es alleine die österreichischen Steuerbehörden etwas an. Nachdem sich der vom Spiegel so groß propagierte Korruptionsskandal und die WM 2006 mehr oder weniger als laues Lüftchen bzw. komplett als heiße Luft entpuppt hat, wird vom Spiegel nun mit allen Mitteln versucht, Beckenbauer doch noch irgendwie ans Bein zu pinkeln! Ziemlich peinlich, lieber Spiegel!
DerBlicker 20.02.2017
4. das hat doch mit Beckenbauer nichts zu tun
Südafrika hatte Beckenbauer als Berater engagiert und musste ihn entsprechend bezahlen. Südafrika hat dann nicht zahlen können und die Fifa ist eingesprungen, das ist doch nicht Beckenbauers Problem? das müssen Südafrika und die Fifa untereinander ausmachen, Beckenbauer stand das Geld laut Vertrag auf jeden Fall zu.
C. V. Neuves 20.02.2017
5. Lichtgestalt
Franz Beckenbauer, ist bei allen seinen Unterfangen stets auf das Sportliche und das Diplomatische fokussiert. Darin liegt seine Expertise und das hat ihm den großen Erfolg geschafft. Bei solchen Detailfragen wie sie der Artikel anspricht sollte man sich besser mit den Beratern des Herrn Beckenbauer unterhalten. Franz Beckenbauer bleibt einer auf den alle Deutschen und auch alle Fußballfreunde weltweit mit großer Freude blicken können. Er ist und bleibt eine "Lichtgestalt", wie das einmal jemand geeignet formuliert hat.
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