Klage des Frauen-Nationalteams US-Verband überrascht, macht aber keine Zusagen

Das Frauen-Nationalteam der USA hat wegen Diskriminierung Klage gegen den eigenen Verband eingereicht. Der Präsident antwortet in einem Brief - ohne konkrete Lösungen anzubieten.

Alex Morgan
AFP

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Der US-Fußballverband USSF hat sich von der Klage des Frauen-Nationalteams wegen Diskriminierung überrascht gezeigt. USSF-Präsident Carlos Cordeiro gab sich in einem offenen Brief aber zuversichtlich, den Disput bereinigen zu können. "Der Verband glaubt daran, dass alle Athletinnen ein Recht auf ein faires Gehalt haben", schrieb Cordeiro - ohne konkrete Zusagen zu machen.

Drei Monate vor dem Start der WM-Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) beteiligten sich angeführt von Starspielerin Alex Morgan alle aktuellen 28 Nationalspielerinnen des WM-Titelverteidigers an der Sammelklage wegen der ihrer Ansicht nach jahrelangen Ungleichbehandlung von Frauen und Männern innerhalb der USSF. Der Fall soll vor einem Bundesgericht in Los Angeles verhandelt werden.

In der Zwischenzeit sollen aber bereits Gespräche zwischen erfahrenen Nationalspielerinnen und dem Verband stattgefunden haben, um "die Gedanken und Bedenken der Mannschaft besser zu verstehen", so Cordeiro. Er bezeichnete den Dialog als offen, herzlich und professionell. Die US-Frauen beklagen in erster Linie, dass ihre männlichen Kollegen weitaus besser bezahlt würden. Zudem hätten die Männer bessere Reise-, Spiel- und Trainingsbedingungen, obwohl sie viel weniger Erfolge vorweisen können.

WM-Teilnahme nicht gefährdet

Laut Cordeiro habe der Verband in den vergangenen Jahren bereits eng mit der Mannschaft zusammengearbeitet, um "sicherzustellen, dass sie alles haben, was sie brauchen, um auf höchstem Niveau zu bestehen". Man habe zusätzliches Personal eingestellt, das ausschließlich für die Frauen-Mannschaft zuständig sei, habe zusätzliche Charterflüge bereitgestellt, um die Reisebedingungen zu verbessern und zwei hochkarätige Turniere in den USA ins Leben gerufen.

Auch Cordeiro betonte, dass der Disput keinen Einfluss auf die bevorstehende WM haben werde. Zuvor hatte schon das Team einen WM-Boykott ausgeschlossen.

Das Frauenteam will mit seiner Sammelklage auch ehemalige Auswahl-Spielerinnen (unter anderem aus dem Weltmeisterkader von 2015) vertreten. Sie verlangen rückwirkend bis zum 4. Februar 2015 Nachzahlungen seitens des Verbands für alle seither nominierten Spielerinnen.

krä/sid

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