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Frauenfußball-WM 2015: Nationalspielerinnen klagen gegen Kunstrasen

Torhüterin Angerer: "Zweitklassig, diskriminierend und illegal" Zur Großansicht
DPA

Torhüterin Angerer: "Zweitklassig, diskriminierend und illegal"

Eine Gruppe von 40 Nationalspielerinnen will eine Fußball-WM auf Kunstrasenplätzen verhindern. Weil sie Verletzungen fürchten und sich ungerecht behandelt fühlen, haben sie Klage eingereicht. Die Fifa hat bereits angekündigt, stur zu bleiben.

Hamburg - Rund 40 Nationalspielerinnen, darunter die deutsche Weltfußballerin Nadine Angerer und US-Star Abby Wambach, haben gegen die Pläne für eine WM auf Kunstrasen Klage eingereicht. "Wir vertrauen darauf, dass sich am Ende Fairness und Gleichheit gegen Sexismus und Starrsinn durchsetzen", sagte Anwalt Hampton Dellinger der BBC. Die Klageschrift gegen den Fußball-Weltverband Fifa und den kanadischen Verband CSA wurde in Ontario eingereicht.

Tags zuvor hatte eine Fifa-Vertreterin bei einem Inspektionsbesuch der sechs Spielstätten in Kanada angekündigt, dass die Frauen-Weltmeisterschaft 2015 (6. Juni bis 5. Juli) wie geplant auf Kunstrasen gespielt werde. "Und es gibt keinen Plan B", sagte Tatjana Haenni, bei der Fifa für die Frauen-Turniere verantwortlich.

Bereits im Juli hatten Angerer & Co. in einem Brief an die Fifa und den kanadischen Verband CSA ihre Bedenken geäußert und mit einer Klage gedroht. Der Untergrund fördere die Verletzungsgefahr, erklärten sie in einem vierseitigen Protestschreiben. Zudem sei er "zweitklassig", "diskriminierend und illegal". Die Realität sei, dass "Männer nie eine WM auf Kunstrasen spielen würden", sagte Wambach.

Die Endrunde in Kanada wäre die erste WM-Veranstaltung für A-Nationalmannschaften, die auf Kunstrasen ausgetragen wird. Unter Sportmedizinern ist der Kunststoff-Teppich umstritten, weil er meist stumpfer als Naturgras ist. Da die Schuhsohle fester verankert ist, wirken größere Drehkräfte auf Gelenke und Bänder.

Eine friedliche Einigung scheint derzeit unrealistisch. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte erst Anfang August bekräftigt, Kunstrasen sei die Zukunft des Fußballs. Neben Angerer und Wambach unterstützen auch die Amerikanerin Alex Morgan, Brasiliens Fabiana Da Silva Simoes und die Spanierin Veronica Boquete die Klage.

mon/dpa/sid

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insgesamt 13 Beiträge
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1. ernsthaft?
townsville 02.10.2014
eine Klage beim Human Rights Tribunal also wegen Verletzung von Menschrechten, weil die Damen auf Kunstrasen spielen sollen? Ich glaube, bei einigen Sportlerinnen hat der gesunde Menschenverstand massive Ausfälle zu verzeichnen. PS: Kunstrasen ist für die CL zugelassen, Real Madrid hat daraf gespielt und das für die Männer-WM 2018 angesetzte Luschniki-Stadion in Moskau hat Kunstrasen. Ich glaube, das kann man auch Frauen "zumuten"...
2. US-Bezirksgericht
phboerker 02.10.2014
Warum klagen die nicht vor einem US-Bezirksgericht wegen der angesprochenen Diskriminierung? Da würde sich die FIFA vermutlich in die Hosen machen vor Angst, was dem Richter da so einfallen könnte. Aber ein Menschenrechtsgericht in Kanada?
3. einfach mal wegbleiben
mattoregiert 02.10.2014
dann zeigt sich wer den größeren Schaden hat ..das Monster Fifa gehört mal gezähmt..
4. richtig so
ein-dummer-junge 02.10.2014
gleiche Bedingungen wie bei Maenner ist gerecht die FIFA ist so oder so ein bestochener haufen alter Herrn
5. Wie immer, wenn ...
uvg 02.10.2014
Herr Blatter seine gierigen Hände im Spiel hat, drückt er seine Meinung gegen den Rest der Welt durch. Und gegen Frauen sowieso. Man fragt sich, was die Kunstrasen-Lobby ihm gezahlt hat, damit Kunstrasen der Rasen der Zukunft wird. Für Frauen !
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