Frauenfußball Duisburg feiert Pokalsieg gegen Jena

Die Fußballerinnen des FCR Duisburg haben den DFB-Pokal gewonnen: In einem spannenden Finale setzte sich der Titelverteidiger knapp gegen Jena durch - mehr als 26.000 Zuschauer sorgten in Köln für eine europäische Rekordkulisse bei nationalen Vereinsspielen.

Fußballerinnen des FCR Duisburg: Jubel über den Triumph im DFB-Pokal
AP

Fußballerinnen des FCR Duisburg: Jubel über den Triumph im DFB-Pokal


Hamburg - Der FCR Duisburg hat die gelungene Pokal-Premiere in Köln für sich entschieden: Im 30. DFB-Pokalfinale der Frauen tat sich die Mannschaft von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg gegen den Endspiel-Neuling FF USV Jena jedoch lange Zeit schwer. Weltmeisterin Annike Krahn gelang per Kopf in der 51. Minute der Siegtreffer zum 1:0 (0:0). Anschließend feierte Duisburg seinen dritten Pokalerfolg nach 1998 und 2009 vor der Europa-Rekordkulisse für nationale Vereinsspiele von 26.282 Zuschauern ausgelassen - und nahm die neue Silber-Trophäe aus den Händen von DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg entgegen.

"Irgendwie haben wir es heute nicht richtig geschafft, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Aber letztlich sind wir Pokalsieger geworden, und das kann uns keiner mehr nehmen", sagte Krahn nach dem knappen Sieg. Trainerin Voss-Tecklenburg beklagte zwar auch das Auslassen der vielen Chancen, nannte den Sieg aber "hochverdient" - und freute sich über die Stimmung in der Arena: "Die Kulisse hat sich irgendwann selbst getragen und jede Aktion euphorisch begleitet. Das war wunderschön."

Erstmals seit 1985 fand das Frauen-Finale nicht als Vorspiel des Männer-Endspiels in Berlin statt. "Das ist für uns ein historisches Ereignis", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der dann aber bereits in der Halbzeit Richtung Hauptstadt aufbrechen musste, um rechtzeitig beim Männer-Finale zu sein.

Duisburg beginnt offensiv, Jena verteidigt

Schon Stunden vor dem Anpfiff herrschte auf der Fan-Meile rund um die Kölner Arena großer Andrang. Schnell war klar, dass die bisherige Bestmarke von 24.582 Fans beim englischen Cup-Finale 2008 zwischen dem FC Arsenal und Leeds United übertroffen würde. Beflügelt durch die Atmosphäre startete der Revierclub offensiv. Der Außenseiter aus Jena versuchte bei seinem ersten Auftritt im Pokalfinale den Spielfluss der Duisburgerinnen mit einer kompakten Defensive zu stören. Doch der FCR, der mit sechs Nationalspielerinnen in Bestbesetzung auflief, blieb die spielbestimmende Mannschaft.

Die Belgierin Femke Maes (28.) hatte die große Chance zum 1:0 für die Duisburgerinnen auf dem Fuß, scheiterte aber aus sieben Metern freistehend an USV-Torhüterin Jana Burmeister, die zehn Minuten später erneut glänzend parierte, als sie einen Kopfball von Inka Grings aus kurzer Distanz an die Latte lenkte.

Nach dem Seitenwechsel begann der FCR erneut druckvoll - mit Erfolg. Nach Flanke von Alexandra Popp von der linken Strafraumecke vollendete die zuvor zum Freistoß aufgerückte Innenverteidigerin Krahn (51.) per Kopf zum 1:0. In der 56. Minute gab Jenas Stürmerin Genoveva Anonma, die im laufenden Wettbewerb bereits achtmal getroffen hatte, den ersten Schuss auf das FCR-Tor ab - das bereitete Nationalkeeperin Ursula Holl aber keine Probleme.

Erneuter Lattentreffer von Grings

So blieb es am Ende beim knappen, aber verdienten 1:0-Erfolg des Vizemeisters, der den Sieg wesentlich deutlicher hätte gestalten können. So traf Grings (86.) abermals die Latte. Die übrigen Chancen parierte USV-Torhüterin Burmeister glänzend. "Meine Mannschaft hat eine gute Leistung gebracht und ich auch", sagte sie nach der Partie und ärgerte sich über "das blöde Gegentor".

Wo in den kommenden Jahren das Endspiel stattfinden wird, ist noch nicht entschieden. Köln hat aber bereits Interesse an einer langfristigen Ausrichtung bekundet.

wit/sid/dpa



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eikfier 15.05.2010
1. warm anziehen
Zitat von sysopDie Fußballerinnen des FCR Duisburg haben den DFB-Pokal gewonnen: In einem spannenden Finale setzte sich der Titelverteidiger knapp gegen Jena durch - mehr als 26.000 Zuschauer sorgten in Köln für eine europäische Rekordkulisse bei nationalen Vereinsspielen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,694985,00.html
Vorneweg sei gebeichtet: ich bin so Einer, für den es eigentlich Fußball (und Boxen!) nicht zu geben brauchte, aber - mein lieber Herr Gesangsverein! Was da im Frauenfußball so geleistet wird an lebhaftem, Team-Spiel, ist schon beachtlich, da müssen die Männer sich nunmehr ganz schön warm anziehen, wenn das so weiter geht und das Wiederum könnte dem Sport namens Fußball nur gut bekommen, denke ich so für mich und vor mich hin....
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