Bundesligist Fürth: Noch schlechter als Tasmania

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Fürth-Profi Djurdjic: Nur vier Punkte in 16 Heimspielen Zur Großansicht
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Fürth-Profi Djurdjic: Nur vier Punkte in 16 Heimspielen

Das war's dann wohl für Greuther Fürth. Nach der Niederlage gegen Hannover 96 ist der Abstieg des Aufsteigers praktisch nicht mehr zu vermeiden. Der Club kämpft in den verbleibenden Spielen nur noch um seinen Ruf - und gegen zwei Negativrekorde der Bundesliga-Geschichte.

Hamburg - Der Name steht wie kein anderer im deutschen Fußball für Misserfolg: SC Tasmania 1900 Berlin. In der Saison 1965/1966 spielte der Club für ein Jahr in der Bundesliga und schaffte es, in 34 Saisonspielen ein Dutzend Negativrekorde aufzustellen - einen davon ist der Club nun los. Umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel holte Tasmania damals neun Punkte zu Hause, so wenig, wie kein anderer Verein vor eigenem Publikum in 49 Spielzeiten. In der aktuellen Jubiläums-Saison hat Fürth diesen Rekord jetzt geknackt, kann nach der Niederlage am Freitagabend gegen Hannover noch auf maximal sieben Heimpunkte kommen.

Vor allem aber besiegelte die Pleite gegen 96 den Abstieg des Aufsteigers. Es ist wie so häufig bei Entscheidungen zum Ende einer Bundesliga-Saison, wenn Theorie und Praxis nicht recht zusammenpassen wollen. Im Fall Fürth bedeutet das konkret: Drei Spiele hat der Club noch zu absolvieren, neun Punkte beträgt der Rückstand auf Relegations-Platz 16, den der FC Augsburg belegt. Der FCA hat zudem eine um 15 Treffer bessere Tordifferenz gegenüber Fürth. Der Aufsteiger müsste also alle ausstehenden Spiele hoch gewinnen, Augsburg seine vier verbleibenden Partien allesamt hoch verlieren, dann könnte sich Fürth noch in die Relegation retten. Theoretisch möglich, praktisch nicht.

Weil Fürths Trainer Frank Kramer um diese Konstellation weiß und sie sich bei der Spielvereinigung schon längst mit dem Schicksal Abstieg abgefunden haben, hob der Coach das Positive an der Niederlage heraus: "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und haben besser Fußball gespielt als der Gegner", sagte Kramer. Daher "ist diese Niederlage ganz, ganz schwer zu akzeptieren." Sein Kapitän Mergim Mavraj befand, die Pleite "ist repräsentativ für die ganze Saison". Fürth spielte ordentlich, kämpfte, ging aber mal wieder als Verlierer vom Platz.

Die wenigsten Treffer aller Bundesligisten

In Zahlen drückte sich das gegen 96 so aus: Fürth 20 Torschüsse, Hannover 8; Fürth 2 Tore, Hannover 3. "Wir sind durch gnadenlose Effizienz bestraft worden für die mangelnde Effizienz, die wir an den Tag gelegt haben", sagte Kramer. Die Abschlussschwäche ist eine von vielen Gründen, warum Fürth nach nur einem Jahr zurück in die zweite Liga muss:

  • 22 Tore in 31 Spielen, so selten hat kein anderes Bundesliga-Team in dieser Saison getroffen. Vor allem zu Hause ist die Spielvereinigung erschreckend harmlos, erzielte in 16 Spielen nur neun Tore.
  • Fürths Hauptproblem liegt im Sturm: Abgesehen von Nikola Djurdjic, der fünf Tore in dieser Saison erzielt hat, davon zwei gegen Hannover, blieben fast alle anderen Angreifer ohne Treffer. Nur Edu traf einmal, Gerald Asamoah und Ilir Azemi haben kein einziges Tor erzielt.
  • Die Versäumnisse im Angriff resultieren auch aus der Transferpolitik des Clubs. Für Olivier Occean, vergangene Saison mit 17 Treffern Torschützenkönig in Liga zwei und vor dieser Spielzeit zu Eintracht Frankfurt gewechselt, hat der Club keinen adäquaten Ersatz verpflichtet. Dazu kommt, dass Christopher Nöthe (vergangene Saison 13 Tore) und Sercan Sararer (9) in dieser Spielzeit zusammen auf bislang nur einen Treffer kommen.
  • Zudem präsentierte sich die Abwehr selten bundesligatauglich, kassierte in 31 Spielen 55 Gegentore (1,77 im Schnitt) und blieb nur viermal ohne Gegentor. Vor allem zu Hause (34 Treffer kassiert) spielte die Defensive der Spielvereinigung teilweise desaströs, kein anderer Club musste vor eigenem Publikum mehr Tore hinnehmen.

Fürth hat nun noch eine Chance, doch noch einen Heimsieg zu holen. Am 33. Spieltag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist der SC Freiburg zu Gast. Gewinnt die Spielvereinigung nicht, hat sie einen weiteren Bundesliga-Rekord geknackt: Ohne Erfolg zu Hause ist seit der Premieren-Saison 1963/1964 noch kein Bundesliga-Club geblieben. Bislang schlechtester Club in dieser Kategorie ist ein Berliner Verein, allerdings nicht Tasmania, die 1965/1966 zwei Heimsiege holte: Hertha BSC hingegen gelang in der Saison 2009/2010 nur ein Erfolg vor eigenem Publikum.

"Mit Sicherheit will keiner von uns in der Geschichte mit so einer Schlagzeile dastehen", sagte Fürths Abwehrspieler Bernd Nehrig mit Blick auf den noch fehlenden Heimsieg. "Wir versuchen alles, um uns dagegen zu wehren. Eine Chance haben wir jetzt noch." Sollte Freiburg allerdings gewinnen, hätte Fürth gleich noch einen Negativrekord gebrochen: 13 Heimpleiten in einer Saison, das mussten nicht mal Hertha oder Tasmania hinnehmen.

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Der sinnloseste Artikel aller Zeiten
m.breitkopf 27.04.2013
Der Autor ist entweder Sadist oder Nürnberger. In jedem Fall hat er zuviel Zeit.
2. Etwas übertrieben
cloud_shouting 27.04.2013
Fürth wird absteigen, das ist seit Wochen klar. Über die Saison hinweg würde ich die Leistung nicht so negativ bewerten (siehe Kommentar Mavraj), wie es hier im Artikel der Fall ist. Die Zahlen sprechen da eine andere Sprache, natürlich. Aber wer sich ein paar Partien der Fürther Mannschaft angesehen hat, wird einräumen, dass die mitnichten chancenlos waren und zumindest teilweise gut haben mithalten können. Richtige Debakel in Form von hohen Niederlagen gab es selten. Die Abwehr ist natürlich ein großes Manko gewesen. Aber Hoffenheim, Bremen und Hannover (als momentan 9.!) stehen noch schlechter da. Die Krux war und ist eben der miserable Sturm. Das ist der Grund für den Abstieg. Durch den Sieg in Nürnberg hat man aber jetzt schon so einiges dafür getan, dass man hocherhobenen Hauptes in die 2. Liga gehen kann. Ich glaube kaum, dass die Fans jetzt übermäßig sauer sein werden. Da interessieren irgendwelche Negativrekorde überhaupt nicht. Alles Gute in Liga Zwei und bis bald in der 1. Liga!
3. Schade ...
flus 27.04.2013
Wenn man die 1 und 2 BL diese Saison beobachtet sind die Aufsteiger auch wieder die Absteiger . Es reicht scheinbar nicht fuer die kleinen Clubs laengerfristig dabei zu bleiben. Schade .... war sicherlich eine Bereicherung - leider sind bis jetzt 2 bayerische Vereine betroffen. Sollte hier nicht mal der FC Bayern .... dessen 2.Mannschaft spielt mittlerweile auch in der Reginonalliga - jeder der Herren fuehlt sich hier "Strafversetzt" und macht ueberhaupt nichts mehr ....
4.
roberkreuz 27.04.2013
Nikola Djurdjic ist außerdem erst seit Winter in Fürth
5.
Herbert1968 27.04.2013
Zitat von flusWenn man die 1 und 2 BL diese Saison beobachtet sind die Aufsteiger auch wieder die Absteiger . Es reicht scheinbar nicht fuer die kleinen Clubs laengerfristig dabei zu bleiben. Schade .... war sicherlich eine Bereicherung - leider sind bis jetzt 2 bayerische Vereine betroffen. Sollte hier nicht mal der FC Bayern .... dessen 2.Mannschaft spielt mittlerweile auch in der Reginonalliga - jeder der Herren fuehlt sich hier "Strafversetzt" und macht ueberhaupt nichts mehr ....
Wie kommen Sie denn darauf? Neben Fürth sind die anderen Aufsteiger Düsseldorf und Eintracht Frankfurt(!). Augsburg war schon 2011 in die 1. Liga aufgestiegen.
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