Hamburg - Frankfurt, Montagabend, 18. Minute: Greuther Fürths Edgar Prib wird in der Spitzenpartie der 2. Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt steil geschickt, hebt den Ball gekonnt über Eintracht-Torhüter Oka Nikolov und steht dann völlig alleine vor dem leeren Tor. Wie alle im Stadion ist er "sicher, dass das Ding reingeht".
Er muss den Ball mit rechts nehmen, nur mit der Innenseite streicheln, schieben, aus sechs Metern, er kann ihn auch einfach ins Tor kloppen. Aber irgendwie steht er plötzlich schlecht, entscheidet sich dann, den Ball mit links zu versenken. Pfosten.
"Ich hätte das Spiel entscheiden sollen, aber der Fußballgott wollte es nicht", sagte Prib. "Ich dachte: Ich schieb ihn jetzt rein, und dann ist die Sache für uns gelaufen. Dann bin ich tausend Tode gestorben."
Der gesamte Fürther Trainerstab war bereits unter Jubelschreien unterwegs auf den Platz. Als der Ball aber ins Feld zurückprallte, sank Trainer Mike Büskens auf die Knie. Dann zog er seine Jacke über den Kopf. Einfach weg. Er war entsetzt.
Auch dank Pribs Patzer blieb es im Top-Duell des 18. Spieltags beim 0:0. Prib muss nun befürchten, vorgeführt zu werden. "Das Ding kommt in jedem Jahresrückblick", sagte Büskens. Der Fehlschuss hat sich längst in der ganzen Welt verbreitet.
"FAIL!", schrie die Internetgemeinde bei Facebook, der Ausdruck für witzige Fehlleistungen. Beim Videoportal YouTube waren es am Dienstagmorgen Zehntausende, die sich den Clip anschauten.
Der Unglücksrabe allerdings will sich nicht verrückt machen. "Mir ist total egal, was die Medien oder meine Kollegen anstellen. Wenn ich das nächste Tor mache, dann ist alles vergessen", sagte Prib. Auf die Frage, warum er den Ball nicht einfach mit rechts genommen hatte, gab er keine Antwort.
chp/sid
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