Playoffs in der Regionalliga 1860 steigt in die dritte Liga auf - Spielabbruch in Mannheim

Die Rückkehr in den Profifußball ist geglückt: 1860 München und Energie Cottbus spielen künftig in der dritten Liga. Das Aufstiegsspiel in Mannheim wurde wegen Fan-Ausschreitungen abgebrochen.

Böller in Mannheim
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Böller in Mannheim


1860 München - 1. FC Saarbrücken 2:2 (0:1)
Hinspiel: 3:2

Der TSV 1860 München kehrt zurück in den Profifußball und spielt ab der kommenden Saison in der dritten Liga. Der Meister der Regionalliga Bayern setzte sich im Playoff-Entscheidungsspiel gegen den 1. FC Saarbrücken durch.

Die Löwen hatten mit einem 3:2-Auswärtssieg gut vorlegt. Im Rückspiel im Grünwalder Stadion wurde es aber trotz des Vorsprungs noch einmal spannend: Saarbrücken ging nach einem Eigentor von Jan Mauersberger (33. Minute) und einem Treffer von Sebastian Jacob in der 57. Minute 2:0 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt hätte 1860 den Aufstieg verpasst, aber den Münchnern gelang noch die Antwort. Sascha Mölders traf per Elfmeter zum Anschluss (66. Minute) und Simon Seferings schoss wenige Minuten vor Abpfiff den Ausgleich zum Endstand (82.).

Eric Weeger (l.) von 1860 kämpft mit Patrick Schmidt von Saarbrücken um den Ball.
DPA

Eric Weeger (l.) von 1860 kämpft mit Patrick Schmidt von Saarbrücken um den Ball.

Nach der verlorenen Zweitligarelegation gegen Regensburg vor einem Jahr war 1860 wegen finanzieller Probleme in die Regionalliga abgestürzt. (Lesen Sie hier mehr über die aktuelle Situation bei den Löwen.)

Energie Cottbus - SC Weiche Flensburg 0:0
Hinspiel: 3:2

Der FC Energie Cottbus wird einer von Münchens kommenden Drittliga-Gegnern sein. Das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz setzte sich nach Hin- und Rückspiel souverän gegen den Regionalliga-Nord-Meister aus Flensburg durch. Cottbus spielte von 2000 bis 2003 und von 2006 bis 2009 in der Bundesliga, im Jahr 2016 stieg der Klub aus der dritten Liga ab.

Fans im Stadion der Freundschaft
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Fans im Stadion der Freundschaft

Waldhof Mannheim - KFC Uerdingen beim Stand von 1:2 abgebrochen
Hinspiel: 0:1

Das Relegationsrückspiel um den Aufstieg in die dritte Liga zwischen Waldhof Mannheim und Uerdingen ist beim Stand von 2:1 für den KFC abgebrochen worden. Zu diesem Zeitpunkt waren 82 Minuten gespielt. Grund für den Abbruch waren Rauchbomben und Böller aus dem Waldhof-Fanblock. Auch wenn eine offizielle Bestätigung durch den DFB noch aussteht: Uerdingen wird wohl in die dritte Liga aufsteigen.

Die 24.000 Zuschauer im ausverkauften Carl-Benz-Stadion sahen von Beginn an eine hitzige Partie. Nach den Toren zum zwischenzeitlichen 1:1 kam es zu ersten Ausschreitungen auf den Rängen. Schiedsrichter Patrick Ittrich musste die Partie für einige Minuten unterbrechen.

Via Twitter forderte die Polizei die Fans auf, friedlich zu bleiben. Das half nichts. In der 82. Minute musste Ittrich das Spiel erneut unterbrechen, da vermummte Waldhof-Anhänger massiv Pyrotechnik einsetzten. Die Unterbrechung dauerte zunächst 20 Minuten. Als die Mannschaften wieder aus der Kabine kamen, wurden erneut Feuerwerkskörper abgeschossen. Ittrich entschloss sich daraufhin zum Abbruch. Laut SWR-Informationen soll es Verletzte gegeben haben, den Mannheimern drohen schwere Strafen.

Mannheim-Profis beobachten die Tribüne
Getty Images

Mannheim-Profis beobachten die Tribüne

"Das gehört natürlich nicht zum Sport, zum Fußball dazu. Es gibt immer wieder Leute, die so was machen. Es tut mir leid, dem Verein tut es leid", sagte Mannheims Sportchef Jochen Kientz dem SWR wenige Minuten vor dem Abbruch.

2015 scheiterte Waldhof an Lotte, im vergangenen Jahr an Meppen - und diesmal verloren die Mannheimer zweimal gegen Uerdingen. Die Aufstiegsspiele der Regionalliga haben somit auch im dritten Anlauf kein gutes Ende für Waldhof Mannheim genommen.

jan



insgesamt 27 Beiträge
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hamburger.jung 27.05.2018
1.
Glückwunsch an München, Uerdingen und Cottbus. Den Primaten aus Mannheim sei gesagt: Lest erst die Regeln. Ihr wolltet unbedingt den Spielabbruch in der Hoffnung auf Wiederholungoet ähnliches, sah man eindeutig als Ihr den Wiederanpfiff nach der Unterbrechung verhindert habt. Die gibt es nun aber nicht. So ein Pech. Und da Ihr im Gegensatz zu Eurer Mannschaft und 98% der Fans nicht verlieren könnt, sollte natürlich auf gar keinen Fall in Eurem Wohnzimmer der Gegner samt Fans feiern. Weil: Wenn wir uns ärgern, wollen wir Euch wenigstens den Tag vermieden. Aber auch das ist Euch nicht gelungen. Die haben trotzdem zurecht gefeiert. Das Einzige was Euch noch blieb, war "Scheiß FCK" zu gröhlen. Und jetzt spielt Ihr noch nicht mal gegen die. Und dann pfeift Euch auch noch das eigene ganze Stadion aus. Damit seid Ihr die totalen Verlierer. Sachen gibt's...
gus78 27.05.2018
2. Aufsteiger Südwest
Die angeblich so starke Regionalliga Südwest stellt mal wieder keinen Aufsteiger. Erinnert mich an die letzten Jahre.
aurichter 27.05.2018
3. Die Unbelehrbaren
bringen einen Verein in Verruf und in den Ruin durch Strafzahlungen. Der DFB sollte eine "Vorausstrafe" für diese Vereine festlegen, will heissen, sollte der Verein wieder einen entsprechenden Tabellenplatz erreichen, dann wird die Teilnahme am Aufstieg an den nachfolgenden Verein vergeben. So hat der Verein die Chance diese Chaoten über die Saison zu identifizieren und aussortieren kann. Was sollen Strafzahlungen für den Verein bewirken? Der Verein wird abgestraft und die A....löcher auf den Tribünen lachen sich in's Fäustchen. Dass diese "Verbrecher"" auch noch von anderen Fans gedeckt werden kann ich nicht begreifen, das Gewaltpotential muss wohl sehr hoch sein.
paul.s 27.05.2018
4. Danke
Danke Biero, danke an die Mannschaft. Wir Fans in München mussten die letzten ca. 14 Jahre nur einstecken und Schmerzen ertragen.... Danke, dass Fussball auch noch mehr als Leiden und Hoffen sein kann :D !! Jetzt wird gefeiert!!! ELIL
vaikl 27.05.2018
5. "dem Verein tut es leid"
Schön. Dann ist ja alles wieder in Ordnung - wie immer bei den Vereinen. Dass sie sich längst in die Hand von Kriminellen begeben haben, merken die eh nicht mehr.
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