Aufstiegsspiele der Regionalliga 1860 und Cottbus vor Rückkehr in den Profifußball

Auswärtssiege für 1860 München und den FC Energie: Die beiden Ex-Bundesligaklubs können nach erfolgreichen Playoff-Hinspielen auf den Sprung in die Dritte Liga hoffen. Auch der KFC Uerdingen jubelte - mit Verspätung.

1860-Profi Sascha Mölders jubelt (links)
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1860-Profi Sascha Mölders jubelt (links)


1. FC Saarbrücken - 1860 München 2:3 (1:1)
Rückspiel: Sonntag, 14 Uhr

Der TSV 1860 München um den Doppeltorschützen Sascha Mölders hat einen großen Schritt Richtung Aufstieg in die Dritte Fußballliga gemacht. Der Regionalliga-Bayern-Meister gewann das Hinspiel der Aufstiegsplayoffs beim 1. FC Saarbrücken 3:2 (1:1). In Überzahl mussten die Münchner zwar zweimal den Ausgleich hinnehmen, kamen durch den zweiten Treffer des starken Mölders (84. Minute) am Ende aber dennoch zum Auswärtssieg.

Mölders (1. Minute) und Nico Karger (47.) hatten die Gäste jeweils früh in den beiden Spielhälften in Führung gebracht. Tobias Jänicke (44.) und Patrick Schmidt (75.) sorgten vor 6800 Fans im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen für den Ausgleich der Gastgeber. Saarbrückens Kevin Behrens hatte in der 25. Minute für ein rüdes Einsteigen die Rote Karte gesehen.

Nach der verlorenen Zweitliga-Relegation gegen Regensburg vor einem Jahr war 1860 wegen finanzieller Probleme in die Regionalliga abgestürzt.

Trainer Claus Dieter Wollitz jubelt mit seinen Spielern
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Trainer Claus Dieter Wollitz jubelt mit seinen Spielern

Weiche Flensburg - Energie Cottbus 2:3 (0:3)
Rückspiel: Sonntag, 14 Uhr

Der FC Energie Cottbus steht ebenfalls dicht vor dem Aufstieg in die Dritte Liga. Das Team siegte im Kieler Holstein-Stadion 3:2 (3:0) gegen Nord-Meister SC Weiche Flensburg. Streli Mamba (15.) brachte Energie in Führung, die Maximilian Zimmer mit einem Doppelpack (28./37.) ausbaute. Nach der Pause trafen Christian Jürgensen (68.) und René Guder (90.) für Weiche.

Die 4000 mitgereisten Cottbuser Fans unter den rund 5000 Besuchern verließen mit "Nie mehr Vierte Liga"-Gesängen das Holstein-Stadion. Sie kamen erst nach langen Einlasskontrollen und nur mit Personalausweis ins Stadion. Außerdem wurden Sitzplatzkarten und Blöcke umgetauscht, damit die Energie-Anhänger nicht mit anderen Fans zusammentreffen konnten. Dies gehörte zu einem Sicherheitskonzept, das erst 24 Stunden vor dem Spiel beschlossen wurde. Im Vorfeld drohte der Partie sogar zwischenzeitlich die Absage.

KFC Uerdingen 05 - Waldhof Mannheim 1:0 (0:0)
Rückspiel: Sonntag, 14 Uhr

Auch Uerdingen darf nach einem Treffer von Ex-Bundesligaspieler Maximilian Beister (75.) vom Aufstieg träumen. Der ehemalige Hamburger erzielte in Duisburg das Tor des Tages. Mannheim verpasste im Duell der früheren Bundesligisten ein wichtiges Auswärtstor und muss das dritte Scheitern in den Playoffs nacheinander fürchten.

Die Krefelder mussten für die Partie nach Duisburg ausweichen, weil die Sicherheitsbestimmungen des DFB für die Relegation im heimischen Grotenburg-Stadion nicht erfüllt werden konnten. Wegen des großen Zuschauerandrangs konnte die Partie erst mit 30-minütiger Verspätung angepfiffen werden.

jan/dpa



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Seite 1
Stäffelesrutscher 24.05.2018
1.
Nur mal so als Maßstab: Cottbus hat die RL-Staffel mit 28/5/1 (89 Punkte nach neuem System, 31 Punkte Vorsprung; nach altem System wären das 61:7 Punkte gewesen) gewonnen und steigt nicht automatisch auf. Uerdingen hat 22/10/2, das sind neu 76 und klassisch 54:14 Punkte - kein automatischer Aufstieg. Saarbrücken hat 25/7/4 bei 36 Spielen: neu 82 (11 Punkte Vorsprung), klassisch 57:15 Punkte - kein automatischer Aufstieg. Und dann hat da ein einzelnes Bundesland eine ganze Regionalliga für sich - dort hat 1860 bei ebenfalls 36 Spielen 26/5/5: neu 83, klassisch 57:15. Was für ein Gegurke. Anstatt zu sagen: 3 oder 4 Regionalligen, jeder Meister steigt auf, und es gibt ebenso viele Absteiger aus der 3. BL.
der_dr_Nickel 24.05.2018
2. Die magische Zahl 3
Zitat von StäffelesrutscherNur mal so als Maßstab: Cottbus hat die RL-Staffel mit 28/5/1 (89 Punkte nach neuem System, 31 Punkte Vorsprung; nach altem System wären das 61:7 Punkte gewesen) gewonnen und steigt nicht automatisch auf. Uerdingen hat 22/10/2, das sind neu 76 und klassisch 54:14 Punkte - kein automatischer Aufstieg. Saarbrücken hat 25/7/4 bei 36 Spielen: neu 82 (11 Punkte Vorsprung), klassisch 57:15 Punkte - kein automatischer Aufstieg. Und dann hat da ein einzelnes Bundesland eine ganze Regionalliga für sich - dort hat 1860 bei ebenfalls 36 Spielen 26/5/5: neu 83, klassisch 57:15. Was für ein Gegurke. Anstatt zu sagen: 3 oder 4 Regionalligen, jeder Meister steigt auf, und es gibt ebenso viele Absteiger aus der 3. BL.
Bin ich absolut bei dir, würde allerdings die Aufteilung der Regionalliga nicht antasten. Heißt also fünfe rauf und fünfe runter. Warum? Die Regionalliga ist die letzte Amateurklasse was die finanziellen Mitteln anbelangt (Ausrutscher wie Cottbus oder 1860 lassen wir mal weg) und in einem Umfeld spielen können die keine logistischen und exorbitanten finanziellen Mittel benötigen (also nix was der Verein nicht durch lokalen Sponsor und engagierte Mitglieder Wappen kann) Es gilt die Gleichung Verein=Mitglieder=Fan ;-)) Sollte z. B. Hessen Kassel für einen Spieltag nach Burghausen müssen (Zusammenschluss der Regionalliga Bayern und Südwest) ginge das nicht ohne Übernachtung, die Bereitschaft der Fans (in dem Bereich nur Regionalverbunden) dahin zu fahren, hm, eher überschaubar. Es gibt ja auch bereits Gespräche auf der Ebene zwischen 3. Liga und Regionalverbänden über eine Reform. Allerdings(am Golde hängt zum Golde drängt) ab Liga 3 gibts Kohle. Chemnitz und Erfurt haben ja nicht ohne Grund Insolvenz angemeldet als der Abstieg aus der 3. klar war.
neu-stuttgarter 25.05.2018
3.
Zitat von StäffelesrutscherNur mal so als Maßstab: Cottbus hat die RL-Staffel mit 28/5/1 (89 Punkte nach neuem System, 31 Punkte Vorsprung; nach altem System wären das 61:7 Punkte gewesen) gewonnen und steigt nicht automatisch auf. Uerdingen hat 22/10/2, das sind neu 76 und klassisch 54:14 Punkte - kein automatischer Aufstieg. Saarbrücken hat 25/7/4 bei 36 Spielen: neu 82 (11 Punkte Vorsprung), klassisch 57:15 Punkte - kein automatischer Aufstieg. Und dann hat da ein einzelnes Bundesland eine ganze Regionalliga für sich - dort hat 1860 bei ebenfalls 36 Spielen 26/5/5: neu 83, klassisch 57:15. Was für ein Gegurke. Anstatt zu sagen: 3 oder 4 Regionalligen, jeder Meister steigt auf, und es gibt ebenso viele Absteiger aus der 3. BL.
Absolute Zustimmung. Nur liegt das leider nicht am DFB, sondern an den regionalen Fußballverbänden. Speziell der NOFV, der kleinste Regionalverband, der sozusagen die Region der ehemaligen DDR vertritt, sperrt sich gegen eine Neuordnung der Regionalligen. Vermutlich will man dort eine Regionalliga nach Vorbild der DDR Oberliga behalten, dienzwar viele Traditionsduelle bietet, aber trotzdem nun mal die „kleinste“ Regionalliga ist. Und eine Neuordnung würde nun mal eine Aufteilung der Bisherigen Ligen mit sich bringen.
hodilje 25.05.2018
4. Zu #1
Das liegt einfach daran, dass die RL Bayern mehr Mitglieder und Vereine hat als bspw. die RL Nordost oder Nord. Aus diesem Grund hat Südwest auch 2 Rele-Plätze, da es der grösste Verband ist mit den meisten Mitgliedern/Vereinen. Das die Rele bzw RL trotzdem reformiert gehört, steht natürlich ausser Frage.
Scheune68 25.05.2018
5. Auflagen
Ich finde es vor allem bedauerlich, dass keine der drei gastgebenden Mannschaften das Spiel im eigenen Stadion austragen durfte. Nicht mal Uerdingen und Saarbrücken als ehemaligen Bundesligisten. Ich finde, man kann es mit den Sicherheitsbestimmungen und Auflagen auch übertreiben. Am Ende gibt es nur noch sterile und durchdeklinierte Arenen. Was das für negative Auswirkungen auf die Stimmung und vor allem für die Fans hat, kann sich jeder selbst ausmalen.
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