Hamburg - Diese Szene in der 77. Minute des Pokalspiels zwischen dem FC Chelsea und Swansea City sorgte für Riesenempörung: Chelsea-Star Eden Hazard hatte einen Balljungen getreten, der den Ball nach seinem Geschmack nicht schnell genug herausrücken wollte. Charlie Morgan, so der Name des 17-Jährigen, krümmte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden, Hazard sah vom Schiedsrichter die Rote Karte.
Chelsea hatte durch das 0:0 im walisischen Swansea den Einzug ins Endspiel des Ligapokals verpasst. Dort treffen die "Schwäne" am 24. Februar im Londoner Wembleystadion auf den Viertligisten Bradford City.
Noch in der Nacht bat der Belgier Hazard den Jungen um Verzeihung. "Ich entschuldige mich. Der Junge kam in die Umkleidekabine und wir hatten dort ein kurzes Gespräch. Es ist erledigt. Es tut mir leid", sagte Hazard im clubeigenen "Chelsea-TV".
Doch so ganz scheint die Sache für den 22 Jahre alten Spieler damit nicht vorbei zu sein, erneut gab er Morgan zumindest eine Mitschuld an der Eskalation ihres Gerangels: "Der Junge hat den Ball mit seinem Körper bedeckt und ich habe versucht, ihn zu bekommen. Ich denke, dass ich den Ball getroffen habe und nicht den Jungen." Auch Chelsea-Trainer Rafael Benitez hatte nach der Partie gesagt, dass beide Akteure "wissen, dass sie sich falsch verhalten haben".
Unterstützt wird Benitez' Aussage von einem Tweet, den Balljunge Morgan einige Stunden vor dem Spiel geschrieben hatte. "The king of all ballboys is back making his final appearance #needed #for #timewasting" ("Der König aller Balljungen ist zurück für seinen letzten Einsatz #gebraucht #fürs #Zeitschinden"), twitterte der Junge, dessen Vater Martin Morgan in der Chefetage des Premier-League-Clubs sitzt.
Wie Swansea auf seiner Internetseite mitteilte, wurden sowohl Charlie als auch Martin Morgan noch in der Nacht nach dem Spiel von der walisischen Polizei zu dem Vorfall befragt. Demnach habe Morgan nicht vor, juristisch gegen Hazard vorzugehen, noch droht ihm selbst wegen des Tweets Ungemach. Hazard hingegen muss mit einer Sperre von mindestens drei Spielen rechnen.
luk/dpa
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