Köln-Erfolg im Abstiegskampf Das Fünkchen Hoffnung wird zur kleinen Flamme

Nur noch vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz: Der 1. FC Köln glaubt nach dem Erfolg im Kellerduell beim HSV wieder an die Rettung. Das liegt auch an Torjäger Simon Terodde und Rückkehrer Jonas Hector.

DPA

Aus dem Volksparkstadion berichtet


In der 77. Minute gab es im Kölner Fanblock kein Halten mehr. "Kölle Alaaf, Alaaf - Kölle Alaaf", sangen die mitgereisten Anhänger des 1. FC Köln. Bis zum Rosenmontag am 12. Februar sind es zwar noch knapp drei Wochen, aber die rund 6000 Fans des rheinischen Traditionsvereins hatten bereits am Samstag im Hamburger Volksparkstadion Grund zur Freude.

2:0 führten die Gäste in dieser für beide Vereine so wichtigen Partie. Köln war als Schlusslicht in den Norden gekommen und hatte erst neun Punkte aus den bisherigen 18 Bundesligaspielen vorzuweisen - aber durch den Last-Minute-Sieg in der Vorwoche gegen Mönchengladbach gab es zumindest wieder ein Fünkchen Hoffnung, den Klassenerhalt vielleicht doch noch irgendwie zu schaffen.

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Abstiegskampf in der Bundesliga

Wer steigt ab - Köln oder der HSV?

Köln würde - soviel war klar - auch als Letzter wieder aus Hamburg abreisen. Aber die Rückkehr in die Domstadt war so angenehm wie seit fast einem Jahr nicht mehr: Der 2:0-Erfolg war der erste Auswärtssieg seit dem 6:1 bei Darmstadt 98 am 28. Januar 2017. Und der Beleg dafür, dass Doppeltorschütze Simon Terodde - entgegen allen Zweifeln beim VfB Stuttgart - doch Bundesligaformat hat und auch in der höchsten deutschen Liga wichtige Tore schießen kann.

Der Sieg hat aus dem Fünkchen Hoffnung auf die Rettung eine kleine Flamme werden lassen. "Köln lebt wieder", sagte Terodde. "Das war für unseren Kopf und auch für unsere Fans ganz wichtig", ergänzte Marco Höger. Denn es war der dritte Bundesligasieg nacheinander. Köln ist - rein tabellarisch - mit zwölf Punkten zwar immer noch das Schlechteste, was die Bundesligatabelle zu bieten hat. Aber: Der Trend stimmt.

Jonas Hector vs. Lewis Holtby (rechts)
Getty Images

Jonas Hector vs. Lewis Holtby (rechts)

Sechs Punkte in sechs Tagen - das sind so viele wie in der gesamten Hinrunde. Köln hat mit dem in der Winterpause aus Stuttgart gekommenen Terodde wieder den Torjäger, der seit dem Abgang von Anthony Modeste im Sommer gefehlt hat. Zudem ist mit Nationalspieler Jonas Hector nach seinem Syndesmosebandriss der vielleicht wichtigste Spieler zurück. Mit seiner Ruhe am Ball gibt er dem Team viel Selbstvertrauen.

Als Trainer Stefan Ruthenbeck nach der Entlassung von Peter Stöger am 3. Dezember den Posten als Interimscoach übernahm, hatte Köln drei Punkte aus 14 Spielen geholt. Nie zuvor hatte ein Team in der Bundesligageschichte zu diesem Zeitpunkt der Saison weniger Punkte. Ruthenbeck hatte seine Rettungsmission mit einer dramatischen 3:4-Niederlage gegen Freiburg nach 3:0-Führung begonnen. Spätestens jetzt war man sich einig, der 1. FC Köln ist nicht mehr zu retten. Aber der Coach blieb ruhig.

Und das kam offenbar im Team gut an. Eine weitere Veränderung will der Torwart erkannt haben. "Der größte Unterschied ist, dass wir mehr laufen", sagt Timo Horn und rückt auch die Mentalität des Teams in den Mittelpunkt. "Der Wille ist zurück. Der trägt die Mannschaft, den letzten Schritt zu machen. Das hat eigentlich nur mit dem Kopf zu tun und weniger mit den Beinen." Und natürlich stünde dem Verein nun "auch das Glück zur Seite".

Hier sehen Sie die SPIX-Bewertung (Mehr zur Ermittlung der Spielernoten erfahren Sie hier) aller im HSV-Spiel eingesetzten Köln-Profis:

So hätte André Hahn Hamburg bereits in der ersten Minute in Führung schießen können, scheiterte aber ebenso am glänzend parierenden Horn, wie später zweimal Filip Kostic. "Ein glücklicher Sieg, aber letztlich nicht unverdient", sagte Ruthenbeck. Er hatte vor Beginn der Rückrunde jede Partie zu einem "Endspiel" deklariert. Die ersten beiden dieser Endspiele hat sein Team gewonnen.

Das nächste findet dann am Samstag statt. Der FC Augsburg ist zu Gast (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Hamburger SV - 1. FC Köln 0:2 (0:1)
0:1 Terodde (27.)
0:2 Terodde (67.)
Hamburg: Pollersbeck - Diekmeier, Papadopoulos, Mavraj, Douglas Santos - Jung, Janjicic (66. Wood) - Hunt, Holtby (77. Ito), Kostic - Hahn
Köln: Horn - Sörensen, Jorge Meré, Heintz, Hector - Jojic (88. Pizarro), Höger, Özcan, Clemens (78. Klünter) - Osako (64. Lehmann), Terodde
Schiedsrichter: Winkmann
Gelbe Karten: Papadopoulos, Jung, Janjicic / Hector, Sörensen, Jorge Meré
Zuschauer: 52.000

insgesamt 3 Beiträge
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skeptikerjörg 21.01.2018
1. Die Hoffnung stirbt zuletzt
Ein Fünkchen Hoffnung, mehr (noch) nicht. Man wird nicht immer so viel Glück haben wie gegen Gladbach. Und nicht jeder Gegner wird so unfähig sein wir der HSV. Aber das noch gewinnen können sollte einen mentalen Schub geben. Und wenn es am nächsten Samstag gegen Augsburg auch nochmal klappen sollte ... Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Stäffelesrutscher 21.01.2018
2.
»Als Trainer Stefan Ruthenbeck nach der Entlassung von Peter Störer« Also bitte! Welcher Säzzer hat sich denn da ausgetobt?
manly-man 21.01.2018
3. Noch mal Also bitte: Wie können es von Sonntag?
Wie können es von Sonntag, dem 21/01 bis (Rosen)Montag, dem 12/02 "knapp drei Wochen" sein?
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