Bundesliga: Arnautovic schießt Babbels Hoffenheimer ab 

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Bittere Heimniederlage für 1899 Hoffenheim: Im eigenen Stadion kassierte die Mannschaft des stark in die Kritik geratenen Trainers Markus Babbel gegen Bremen vier Gegentore. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte das Team eine desolate Leistung. Mann des Abends war Werders Marko Arnautovic.

Bundesliga: Drei Tore von Arnautovic, zwei Gesichter von Hoffenheim Fotos
Getty Images

Hamburg - War's das für Markus Babbel bei 1899 Hoffenheim? Gegen Werder Bremen kassierte die Mannschaft beim 1:4 (0:2) die vierte Niederlage in Folge, die neunte in dieser Saison. 36 Gegentore sind zudem mit Abstand der schlechteste Wert der Liga. Mit zwölf Punkten liegt Hoffenheim auf Relegationsplatz 16, Werder ist Achter (21 Punkte).

Vor der Partie hatte Babbel noch gesagt, "die Jungs müssen kapieren, dass es um unglaublich viel geht. Es geht nicht um mich, um Markus Babbel." Doch die Art und Weise, wie sein Team vor allem in der ersten Halbzeit spielte, dürfte dem 40-Jährigen beim Kampf um seinen Job nicht eben geholfen haben. "Bitter" bezeichnete Babbel die erneute Niederlage, besonders nach dem dritten Tor der Bremer sei seine Mannschaft eingebrochen.

"Wir sind alle wahnsinnig enttäuscht. Es wäre falsch, in der Emotion Entscheidungen zu treffen, aber wir müssen uns natürlich zusammensetzen", sagte 1899-Manager Andreas Müller nach der Partie im TV-Sender Sky zu Babbels Zukunft in Hoffenheim: "Wir werden die Situation knallhart analysieren und werden die Entscheidung treffen, ob wir mit Markus weiter machen oder nicht."

So richtig Stimmung kam im Sinsheimer Stadion zunächst nur einmal auf: Als nach 12:12 Minuten der Protest der 20.000 Zuschauer endete und die ersten Fan-Gesänge angestimmt wurden. In der 21. Minute kehrte dann wieder Stille ein: Nach einer Freistoßflanke von Kevin de Bruyne köpfte Sebastian Prödl aufs Hoffenheimer Tor, der Ball senkte sich hinter 1899-Keeper Koen Casteels zum 1:0 ins Netz.

Hoffenheim nach der Pause deutlich stärker

Gute Torchancen hatte sich zuvor keine der beiden Mannschaften erspielen können. Werder merkte man deutlich an, dass in Aaron Hunt der bisher beste Bremer der Hinrunde (6 Tore, 4 Vorlagen) mit Wadenproblemen passen musste.

Doch auch ohne spielerischen Glanz kam Werder zum 2:0: Hoffenheims Daniel Williams verlor am eigenen Strafraum den Ball, Marko Arnautovic spielte einen schnellen Doppelpass mit de Bruyne und schob unbedrängt ein. Der doppelte Vorbereiter hätte in der letzten Minute der ersten Halbzeit sogar noch den dritten Treffer erzielen können, doch de Bruyne schoss über das Tor. Wenige Sekunden später schoss Nils Petersen Schlussmann Casteels an.

Auf den Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Knut Kircher folgte ein Pfeifkonzert der Hoffenheim-Fans ob der desolaten Leistung ihres Teams.

Lag es an Babbels Halbzeitansprache? Zumindest wirkten die Hoffenheimer zu Beginn deutlich konzentrierter und aggressiver. Sejad Salihovic schloss einen schönen Angriff überlegt zum 1:2 ab (50. Minute). Kevin Volland (52.) und Fabian Johnson (53.) scheiterten kurz darauf mit ihren Torschüssen.

Werder-Keeper Sebastian Mielitz lenkte mit dem Fuß einen Schuss von Josélu noch um den Pfosten (57.) - schon so kurz nach der Pause hatten sich die Gastgeber mehr gute Chancen erspielt als in der gesamten ersten Halbzeit. Auch von der Tribüne kam nun reichlich Unterstützung. Josélu vergab weitere gute Möglichkeiten, auf der Gegenseite wurde Werder dann nach Handspiel Marvin Comppers im Strafraum ein Elfmeter verwehrt.

Doch wenige Sekunden später verwandelte Arnautovic einen direkten Freistoß aus 18 Metern (73.), sechs Minuten später erzielte der Österreicher mit einem Schlenzer noch seinen dritten Treffer der Partie und sein fünftes Saisontor.

1899 Hoffenheim - Werder Bremen 1:4 (0:2)
0:1 Prödl (21.)
0:2 Arnautovic (29.)
1:2 Salihovic (50.)
1:3 Arnautovic (73.)
1:4 Arnautovic (79.)
Hoffenheim: Casteels - Beck, Williams, Compper, Johnson - Streker, Salihovic - Volland, Schröck (37. Firmino) - Schipplock (37. Grifo), Joselu (74. Derdiyok)
Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz - Ignjovski - Fritz (85. Lukimya), De Bruyne - Arnautovic (84. Füllkrug), Elia (71. Akpala) - Petersen
Schiedsrichter: Knut Kircher
Zuschauer: 23.500
Gelbe Karten: Schipplock, Schröck, Salihovic - Prödl

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Forum - Was erwarten Sie von der Bundesliga-Saison 2012/2013?
insgesamt 3069 Beiträge
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1.
Mitschka 17.08.2012
Zitat von sysopDie neue Saison der Fußball-Bundesliga startet, und es kann wieder spannend werden. Gelingt Borussia Dortmund das Meister-Triple, oder gewinnt Bayern München wieder alte Stärke und Meister-Ehren? Wer überrascht, und wer muss gegen den Abstieg kämpfen? Was erwarten Sie von der neuen Spielzeit?
Erster...;-)) auf eine schöne saison!!!
2. wow
Seffi 17.08.2012
Zitat von MitschkaErster...;-)) auf eine schöne saison!!!
Gratulation an Dich und an den Sysop - den wahren Ersten!
3.
ray4912 17.08.2012
Zitat von MitschkaErster...;-)) auf eine schöne saison!!!
hast mir den Platz weggeschnappt! ich aber frage: "wer hats erfunden?" als erster nun konkret;-) Bayern schaffts klar und deutlich BVB 2. VFB 3. Schalke 4. MGB hat Mühe (9.) SCF 10. besser als letzte Saison: u.a. Wolfsburg, Hoffenheim der ganze Norden schwächelt, ebenso Mainz
4. Noch mal zum Argentinienspiel.
Jupp Koschkoweit 17.08.2012
Als Kahn lospolderte, dachte ich zunächst, was ist denn nun los. Dann viel mir allerdings ein, dass wir nicht mehr beim Olympia-Schwimmen waren sondern beim Nationalmannschaftsfußball. Also nichts mehr mit um den heißen Brei herumreden und sich am schnellen Schwimmen der anderen erfreuen. Jetzt heißt es also wieder hohe Maßstäbe setzen und knallharte Kritik an der eigenen Mannschaft üben. Aber was die Defensive angeht, hat Kahn auch recht. Selbst Jogi konnte da wenig widersprechen. Kahn bezog sich zwar nur auf die EM, aber unsere Abwehr war schon in der EM-Quali gegen schwächste Gegner immer für mindestens ein Gegentor gut. Und trotz Hype um Hummels und der Beweihräucherung unserer Abwehr bei der EM, hatten wir von den Teams, die das VF und HF erreichten, die meisten Gegentreffer kassiert. Das 0:1 war mal wieder typisch. Mich wundert nur, dass das sonst keinem (auch den Medien nicht) auffällt. Ich könnte es nämlich inzwischen nach fast jedem zweiten Spiel der NM schreiben: Bei eigenen Ecken gefahrlos und bei gegnerischen Ecken äußerst anfällig. Ich kann es inzwischen wirklich nicht mehr sehen, wie die eigenen Ecken, eine nach der anderen, in die Arme des Torwarts geschlagen werden. Noch weniger kann ich bei gegnerischen Ecken diese seltsame Staffelung unserer Spieler auf der Linie des 5m-Raumes verstehen. Deshalb jetzt für Jogi persönlich: wir müssen Manndeckung bei Ecken spielen! Macht jeder andere auch, siehe Argentinien. Die haben dem Höwedes fast das Trikot runtergezogen, so eng ist der gedeckt worden. Schon bei der EM hat uns ein 1,70m kleiner Däne nach Ecke einen reingeköpft, weil ihn keiner manngedeckt hat. Der Portugiese Pepe stand bei seinem Lattenknaller auch völlig ungedeckt im Strafraum. Nun standen die Argentinier frei. Der Ball wird also in Höhe 5m-Raum zu einem freien Argentinier gespielt, den dieser schon hätte gefährlich aufs Tor bringen können. Keiner da, der ihn bei der Ballannahme stört. Denn unsere Abwehrreihe bleibt zu viert innerhalb des 5m-Raumes stehen, dem eigenen Torwart schön vor der Nase. Wenn aus der kurzen Entfernung einer unglücklich angeschossen wírd, braucht man sich nicht zu wundern. Das Defensivverhalten war insgesamt nicht gut, da hat Kahn vollkommen recht. Wie etwa beim 0:2, waren unsere Spieler viel zu weit vom Gegner weg. So was nutzt eine Mannschaft mit so einem Angriffspotential (im Juni 4 Tore gegen Brasilien) gnadenlos aus. Gut, so katastrophale Abwehrfehler wie gegen die Schweiz oder im EM-Halbfinale gab es zwar nicht, sonst hätte es gegen die Gauchos mindesten ein halbes duzend Mal geklingelt. Aber die Baustelle bleibt weiterhin die Abwehr bzw. Defensive. Das Pressing war wieder so lasch wie gegen die Italiener. Die Argentinier haben es dankbar entgegengenommen und sich locker durch unsere löchrige Abwehr kombiniert. Dabei waren die Löcher manchmal so groß, dass man schon gar nicht mehr von Löcher reden konnte. Da lag ja manchmal eine ganze Abwehrseite brach. Jedenfalls sind uns die Spanier im Defensivverhalten meilenweit voraus. Und solange das so bleibt, gewinnen die die Turniere und nicht wir. Bis Rio hat Jogi also noch eine Menge Arbeit vor sich. Am besten gleich mit Eckballtrainig anfangen.
5. Nur der HSV
1Piantao 17.08.2012
aus dem (Zitat)"HSV verseuchten Schl.-Holst." wird der Dino auch diese Saison in der 1. Liga überleben. Trotz Fink (sollte er die Hinrunde überleben), trotz Arnesen (sollte er zum 1. Spieltag noch da sein), trotz Geldmangel und trotz fehlender Einkäufe "die uns sofort weiterhelfen" (abgedroschene Phrase, aber gibt keine bessere), Talente gespickt für den Titel in 2018. Aber das ist ja hier nicht gefragt. Titel geht an den BVB Vice Gladbach Bayern Schalke, VW, Aspirin ("Si es Bayer, es bueno"), Vom Abstieg jetzt zu reden ziemt sich nicht, noch können alle Meister werden .
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