Bayerns 17. Saisonsieg ...aber hinten war's nicht so doll

Der FC Bayern ist auf dem Weg zur sechsten Meisterschaft in Folge nicht aufzuhalten. In Mainz gelang trotz schwächelnder Defensive der nächste Erfolg - dank der starken Reflexe des Torwarts.

Jérome Boateng
Getty Images

Jérome Boateng

Von


Spannungskiller: Noch immer ist nicht abzusehen, wann genau Manuel Neuer ins Tor des FC Bayern zurückkehren wird. In der Bundesliga wird er seit seinem Mittelfußbruch im September von Sven Ulreich vertreten. Der 29-Jährige konnte gegen Mainz erneut seine ganze Klasse unter Beweis stellen: In der 52. Minute lenkte er einen Schuss von Robin Quaison aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex über das Tor. Auch dank dieser Szene sollte keine Spannung mehr aufkommen - im Spiel und in der Liga.

Ergebnis: Der FC Bayern gewinnt problemlos 2:0 (2:0) bei Mainz 05 und feiert damit bereits seinen 17. Saisonsieg im 21. Spiel. Hier geht es zum Spielbericht.

Bayerns "B-Elf": Wohl dem, der so einen Kader hat. Gegen Mainz 05 verzichtete Trainer Jupp Heynckes - wohl auch im Hinblick auf anstehende Aufgaben in der Champions League - auf zahlreiche Stammspieler. Unter anderem blieben Robert Lewandowski, Arjen Robben und David Alaba auf der Bank. Doch die große Personalrochade fiel beim Blick auf die Startelf kaum auf - im Angriff spielten stattdessen Franck Ribery, Sandro Wagner und Thomas Müller. In der Innenverteidigung gab Mats Hummels nach sechswöchiger Verletzungspause sein Comeback.

Fotostrecke

8  Bilder
Bundesliga: Gomez trifft gegen seine "Ex"

Erste Hälfte: Auf einem schwer bespielbaren Platz hatten es die Bayern zunächst schwer, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Die erste gute Chance hatten die Mainzer, doch Alexandru Maxim setzte seinen Schuss knapp neben das Tor (20. Minute). Der Rekordmeister konnte sich in der Folge wieder mal auf die individuelle Klasse seiner Spieler verlassen: Zunächst traf Franck Ribéry nach einem Eckball per Direktabnahme (33.), kurz vor der Pause erhöhte James nach einer schönen Ballannahme aus kurzer Distanz auf 2:0 (44.).

Der ewige Franck: Bayern München ohne Franck Ribéry? Kaum noch vorstellbar! Seit 2007 spielt der Franzose für die Münchner, in 370 Pflichtspielen hat er mittlerweile 114 Tore erzielt - und damit mehr als Mario Gomez, Uli Hoeneß und Roy Makaay. Dennoch ist weiterhin unklar, ob der Vertrag von Ribéry am Saisonende verlängert wird. Mit wichtigen Toren liefert er aktuell gute Argumente, den Kontrakt ein weiteres und womöglich letztes Mal zu erweitern.

James nach seinem Tor
DPA

James nach seinem Tor

Zweite Hälfte: Die Bayern zogen sich nach Wiederbeginn etwas zurück und wurden vor allem nach Kontern gefährlich. Ribéry und Müller verpassten die frühzeitige Entscheidung und machten somit dem Gegner weiter Hoffnung auf eine Überraschung: Vor allem Quaison hätte für Spannung sorgen können. Doch zunächst scheiterte er an Ulreich (52.) und wenig später landete sein Schuss wenige Zentimeter neben dem Tor (74.).

Spannung, adé: 18 Punkte Vorsprung und ein Torverhältnis, das um 21 Tore besser ist als das des Zweiten Bayer Leverkusen. Spannung wird in dieser Saison nicht mehr aufkommen. Doch der sogenannte Spannungsabfall, den die Münchner in der Vergangenheit immer wieder beklagt hatten, könnte in der Champions League zur Gefahr werden. Dort wartet ab dem Viertelfinale Europas Elite. Gegen Manchester City, PSG oder Barcelona wird eine Leistung wie in Mainz nicht reichen.

Erkenntnis des Spiels: Bayern strebt konkurrenzlos dem sechsten Meistertitel in Serie entgegen. Doch die Partie in Mainz hat erneut Defensivschwächen offenbart. Nur mit Glück und dank der Paraden von Ulreich blieben die Münchner zum elften Mal in der laufenden Saison ohne Gegentor. Auch das Comeback von Mats Hummels - der Verteidiger hatte seinem Team sechs Wochen gefehlt - brachte nicht die erhoffte Sicherheit.

Und Mainz? Für die 05er wird es allmählich ernst. Nach der elften Niederlage und dem späten Sieg der Bremer in Gelsenkirchen rutsche Mainz auf den Relegationsplatz. Dem Klub droht die Zweitklassigkeit. Der letzte Abstieg liegt mehr als zehn Jahre zurück. Mut macht aktuell nur ein HSV auf Platz 17, der seit November nicht gewonnen hat.

FSV Mainz 05 - Bayern München 0:2 (0:2)
0:1 Ribéry (33.)
0:2 James (44.)
Mainz 05: Zentner - Donati, Bell, Alexander Hack, Diallo - Gbamin, Latza - Öztunali (46. Quaison), Maxim (57. Serdar), Holtmann (73. Berggreen) - Muto
Bayern München: Ulreich - Rafinha, Jerome Boateng, Hummels, Bernat - Rudy (70. Alaba) - Tolisso, James - Thomas Müller, Wagner (63. Lewandowski), Ribery (82. Coman)
Schiedsrichter: Sören Storks
Zuschauer: 34.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Rudy, Wagner (4), Jerome Boateng (3)



insgesamt 54 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ge1234 03.02.2018
1. Munteres Spiel....
... beider Mannschaften mit einer 2.Halbzeit, in deren Anfangsphase die Mainzer phasenweise an die Wand gespielt wurden. Schade, dass dabei nicht mehr rumkam! Ribéry in glänzender (Spiel-)Laune, James -wieder einmal- überragend! Den einen sollte man sofort verlängern, bei dem anderen stante pede die Kaufoption ziehen! Eine einzige Enttäuschung dagegen war Sandro Wagner! An ihm lief das Spiel komplett vorbei und wenn er doch am Ball war, passierten Stockfehler und unnötige Ballverluste. So ist er weder ein Backup und erst recht keine Alternative für Lewandowski. M.E. fehlt ihm einfach die Klasse für die Bayern, auch wenn er das anders sieht!
Papazaca 03.02.2018
2. Liebe Bayern, Ihr seid zu gut für diese Welt
Mit Euren gefühlten 100 Punkten Vorsprung sollte Ihr eher gegen Eure 2. Mannschaft spielen, statt uns alle zu langweilen. Wir müssen uns schwer überlegen, ob wir Euch noch mitspielen lassen, denn langweilen können wir uns selber.
Elfsilbler 03.02.2018
3.
Zitat von PapazacaMit Euren gefühlten 100 Punkten Vorsprung sollte Ihr eher gegen Eure 2. Mannschaft spielen, statt uns alle zu langweilen. Wir müssen uns schwer überlegen, ob wir Euch noch mitspielen lassen, denn langweilen können wir uns selber.
Nun offenkundig haben weder Schalke noch Leverkusen Lust Meister zu werden, da können die Bayern auch wenig tun...
gg aus s 03.02.2018
4. Leider hat Watzke
Mit der Entlassung (aus Eitelkeit) von Tuchel den Aufbau einer neuen Mannschaft unterbrochen. RB Leipsch braucht auch 2-3 um sich in der BL zu etablieren. Schalke und der eitle Tönnies schwächen sich auch immer wieder selber.....so dass es keine Mannschaft mehr gibt die die Bayern fordern kann.....sie sollten die Geldsäcke Liga mit Real, Barca, ManU etc gründen und die BL in Ruhe lassen.
simsim22 03.02.2018
5. @2
Leider kann keiner der Bayern etwas dafür, dass sowohl Leverkusen ( in Freiburg (12.)), als auch Schalke ( gegen Bremen (16.)) wieder nicht zu mehr als einem Punkt kamen. Bayern ist diese Saison keine Übermacht, aber die anderen Mannschaften sind leider nicht konstant genug. Wenn der Tabellenzweite am 21. Spieltag gerade einmal 35 Punkte hat sagt das alles und ist soweit ich weiß der schlechteste Tabellenzweite seit Einführung der 3 Punkte Regel zu diesem Zeitpunkt. Also es sind nicht immer die Bayern schuld, wenn der Rest keine Punkte holt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.