Von Lukas Rilke und Nils Lehnebach
Hamburg - Erst die Hammergruppe, dann der Spieltag der Superlative: Einen Tag nach der Auslosung der EM-Gruppen und dem harten Los für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trafen die vier Top-Teams der Bundesliga im direkten Vergleich aufeinander. Im Borussen-Duell trennten sich Dortmund und Mönchengladbach 1:1 (1:0). Robert Lewandowksi hatte den BVB in der 40. Minute in Führung gebracht, Mike Hanke traf zum Ausgleich (72.).
"Sie waren einen Schritt besser in der ersten Halbzeit, da haben wir gelitten. Doch in der zweiten Halbzeit haben wir es sehr, sehr gut gemacht. Es war schwer, aber nicht unverdient noch einen Punkt zu holen", so Gladbach-Trainer Favre. Sein Gegenüber Jürgen Klopp sagte: "Es war ein enges Spiel gegen einen sehr starken Gegner. Aber ich denke, wir wären kein unverdienter Sieger gewesen."
Durch das Unentschieden in Gladbach schaffte der zuvor drittplatzierte FC Bayern den Sprung an die Tabellenspitze (31 Punkte). Die Münchner gewannen durch jeweils zwei Treffer von Franck Ribéry (22./77. Minute) und Arjen Robben (69./83., beides Foulelfmeter) 4:1 (1:0) gegen Werder Bremen. Markus Rosenberg hatte zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen (52.). Mit 26 Punkten ist Werder damit Tabellenvierter, Dortmund (30) liegt dank der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Gladbachern.
Die drei weiteren Spiele endeten remis: Freiburg kam gegen Hannover zu einem 1:1 (0:1), ebenso wie Kaiserslautern gegen Hertha BSC (1:1). Wolfsburg vergab beim 2:2 gegen Mainz eine Zwei-Tore-Führung zur Halbzeit.
Götze nach knapp 30 Sekunden mit der ersten Chance
Im ausverkauften Borussia-Park begannen beide Teams offensiv. Gladbachs Kapitän Filip Daems klärte nach nicht einmal 30 Sekunden vor Mario Götze. Auf der anderen Seite hatte Raul Bobadilla die erste große Möglichkeit zur Führung für die Gastgeber. Doch der Ersatz des verletzten Marco Reus (Zehenbruch) ließ sich freistehend vor BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller zu viel Zeit, am Ende hatte Marcel Schmelzer keine Mühe, den Lupfer des Angreifers vor der Linie zu klären.
Die Gäste, bei denen Ilkay Gündogan den unter Rückenproblemen leidenden Moritz Leitner ersetzte, dominierten die Partie, Gladbach setzte auf Konter. Lewandowski (16.) hatte die große Chancen zur Führung, als er Torhüter Marc-André ter Stegen umspielte. Tony Jantschke spitzelte dem Polen aber noch den Ball vom Fuß. Beim Gegentor zögerte Gladbachs Torhüter nach einem Eckball zunächst beim Herauslaufen, dann konnte er Lewandowskis Kopfball nicht mehr parieren.
Auch in der zweiten Hälfte fanden die Gladbacher selten Lücken in der BVB-Defensive, dem Team von Trainer Lucien Favre war das Fehlen von Reus deutlich anzumerken. Lewandowksi (63.) und Götze mit einem Freistoß (68.) vergaben Chancen zum 2:0. Bobadillas guter Pass auf Hanke leitete den Ausgleich ein (72.), BVB-Keeper Roman Weidenfeller war gegen den Schuss des 28-Jährigen machtlos. Götze (76.) und Luacs Barrios (88.) vergaben jeweils die Chance zur erneuten Führung.
Ribéry und Robben schießen Werder ab
Der FC Bayern kann auch ohne Bastian Schweinsteiger gewinnen. Nach zwei Bundesliga-Pleiten in Folge glaubte der ein oder andere schon, dass der Rekordmeister ohne seinen mit einem Schlüsselbeinbruch ausfallenden Mittelfeldspieler nicht weiter erfolgreich sein könnte. Er kann es offenbar doch. Im zweiten Spitzenspiel des Tages besiegten die Münchner Werder Bremen 4:1 (1:0).
Großen Anteil am Erfolg hatte wieder mal Franck Ribéry, der seine Mannschaft nach gut 20 wenig ereignisreichen Minuten in Führung schoss. Dabei schalteten die Bayern nach einem Bremer Freistoß schnell um, über David Alaba kam der Ball zu Ribéry. Der Franzose spielte Clemens Fritz per Körpertäuschung aus und schoss aus 16 Metern an den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Tor sprang.
Ausgeglichen war die Partie dann nur in der Zeit kurz vor und direkt nach der Pause, in der die Gäste durch Markus Rosenberg - ebenfalls nach einem Konter - zum Ausgleich kamen (52.). Doch in der Schlussphase konnte sich der FCB noch deutlich steigern. Zunächst brachte der kurz zuvor eingewechselte Arjen Robben (69.) seine Mannschaft mit einem verwandelten Elfmeter wieder in Führung, dann sorgte Ribéry mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung (77.). Den Schlusspunkt setzte dann erneut Robben, der auch seinen zweiten Elfmeter (83.) verwandelte. "Wir haben nach dem 1:1 gut reagiert. Vier Tore sind gut für unsere Fans und unsere Mannschaft", sagte Ribéry.
Bei den Gästen sah Aaron Hunt in der 80. Minute noch die Rote Karte, nachdem er mit beiden Beinen Toni Kroos umgegrätscht hatte. "Wir haben nicht an unser Spiel geglaubt. Wenn man nicht bestimmte Dinge versucht zu inszenieren, kann man hier nicht bestehen", sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf: "Es ist vieles noch nicht so automatisiert, wie wir uns das wünschen."
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