Fußball-Bundesliga Bayern zum 19. Mal Deutscher Meister

Der FC Bayern hat bereits am viertletzten Spieltag seine 19. Deutsche Meisterschaft perfekt gemacht. Während die Münchner in Kaiserslautern hoch gewannen, spielte der FC Schalke 04 gegen Leverkusen nur unentschieden. Mainz und Gladbach kamen dem Klassenerhalt ein großes Stück näher.


Bayern-Coach Magath: Bierdusche für den Meistermacher
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Bayern-Coach Magath: Bierdusche für den Meistermacher

Hamburg - "Es ist eine riesige Freude für mich, mit Bayern Meister zu werden", freute sich Trainer Felix Magath, der mit den Münchnern gleich in der ersten Saison den Titel holte. "Wir waren immer informiert über den Stand auf Schalke. Als es dann 3:3 stand und Schluss war, waren wir heilfroh, dass wir nicht mehr eingeholt werden können", sagte der Chefcoach, der vom VfB Stuttgart nach München gewechselt war und seinen ersten Titel als Trainer gewann.

Die Bayern (68 Punkte) sind nach dem 4:0 (3:0)-Sieg in Kaiserslautern bei elf Zählern Vorsprung von den Verfolgern Schalke (57) und Stuttgart (55) bei drei noch ausstehenden Saisonspielen nicht mehr einzuholen. Schalke, das zuletzt 1958 Deutscher Meister war, spielte gegen Leverkusen 3:3 (3:1). Der Tabellendritte Stuttgart verlor in Mönchengladbach 0:2 (0:2).

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Weißbier-Dusche auf dem Betzenberg: Bayern München im Meisterrausch
Die Tore für die Bayern auf dem mit 40.721 Zuschauern ausverkauften Betzenberg erzielten Roy Makaay (35., 48. und 68.) sowie Nationalspieler Michael Ballack (19.). Auch ohne Nationaltorwart Oliver Kahn (Kapselverletzung am Daumen) gaben sich die Bayern keine Blöße und dominierten die Partie von Anfang an deutlich.

"Wir haben ein super Spiel gemacht und sind verdient frühzeitig Meister geworden. Die Schalker haben durch die Niederlage in Mainz einen Knacks bekommen. Es ist eben nicht so einfach der Gejagte zu sein", sagte Bayern-Spielmacher Ballack, "wir haben bewiesen, dass wir die beste Mannschaft sind. Gruß an Oliver Kahn, der heute leider nicht dabei sein konnte. Heute abend wird gefeiert."

Nun streben die Münchner, die beim FCK zum 11. Sieg im 14. Rückrundenspiel kamen, das fünfte Double der Vereinsgeschichte an. Am 28. Mai treffen die Bayern im Berliner Olympiastadion im Pokalfinale auf den FC Schalke 04.

Bayern-Spieler: "Heute abend wird gefeiert"
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Bayern-Spieler: "Heute abend wird gefeiert"

Die Gelsenkirchener lagen vor 61.524 Zuschauern in der ausverkauften Arena "Auf Schalke" nach 23. Minute gegen Leverkusen zurück. Paul Freier nutzte die erste Torchance für Bayer. Doch Schalke schlug zurück und ging durch zwei Freistoßtore des Brasilianers Lincoln (30. und 37.) sowie Ebbe Sand (41.) mit 3:1 in Führung. Aber nach der Pause wusste sich Leverkusen zu steigern, ging hohes Risiko und kam durch Dimitar Berbatow (56.) und Andrej Woronin (64.) noch zum Ausgleich. In der 66. Minuten sah Leverkusens Roque Junior wegen einer Notbremse die Rote Karte.

"Das Ergebnis ist ein Witz, wenn man die Spielanteile und die Chancen betrachtet", klagte Schalkes Trainer Ralf Rangnick, "ich denke, die Partie war die erwünschte Trendwende. Viel mehr Chancen kann man nicht herausspielen. Wenn man 3:1 führt, muss man aber gewinnen. Momentan ist die Enttäuschung über die beiden verlorenen Punkte noch größer als die Freude über das gute Spiel."

Für Borussia Mönchengladbach (34 Punkte) war der Sieg gegen den VfB ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Tabellen-16. Bochum (29) verlor gegen Mainz mit 2:6 und hat nun kaum noch Chancen, dem Abstieg zu entgehen. Aufsteiger Mainz (37) ist hingegen so gut wie gerettet. Vor 53.466 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park erzielten Nationalspieler Oliver Neuville (16.) und Vaclav Sverkos (24.) die Tore für Gladbach.

"Ich bin rundum zufrieden. Es war eine großartige Leistung", sagte der Gladbacher Interimscoach Horst Köppel, "ich muss aber deutlich feststellen, dass wir noch nicht durch sind. Wir müssen in den nächsten drei Spielen genauso engagiert spielen." VfB-Coach Matthias Sammer war hingegen arg enttäuscht: "Was wir heute gespielt haben, war absoluter Käse." Zudem sah der Stuttgarter Fernando Meira (48.) die Gelb-Rote Karte. Zuerst hatte der Portugiese den Ball weggeworfen und war dafür von Schiedsrichter Florian Meyer verwarnt worden. Daraufhin applaudierte Meira - und musste zum zweiten Mal in dieser Saison vorzeitig vom Platz.

In Durchhalteparolen flüchtete sich Bochums Trainer Peter Neururer: "Auch wenn die Chancen auf den Klassenerhalt nur ganz gering sind, werden wir nicht aufgeben solange es noch rechnerisch möglich ist. Wir hatten unglaublich viel vorgehabt. Mit der verdienten Niederlage haben wir einen Schritt in die falsche Richtung gemacht. Das hat verdammt weh getan." Der Mainzer Coach Jürgen Klopp lobte sein Team nach dem ersten Auswärtssieg seit sieben Monaten überschwänglich: "Ich bin sehr, sehr zufrieden. Die Jungs können stolz auf sich sein."

Die frühe FSV-Führung durch Stürmer Benjamin Auer (6.) konnte der Bochumer Vratislav Lokvenc (26.) zunächst ausgleichen. Nach der Pause machten dann aber Michael Thurk (57.), Fabian Gerber (65.), Antonio da Silva (68.), Benjamin Weigelt (77.) und Conor Casey (84.) für die Gäste vor 31.056 Zuschauern im Ruhrstadion alles klar. Tommy Bechmann (87.) konnte nur noch auf 2:6 verkürzen. Drei der sechs Gegentore verschuldete der Bochumer Ersatzkeeper Christian Vander, der etatmäßige Torwart Rein van Duijnhoven war gesperrt. Die entsetzten VfL-Fans riefen: "Vander raus!"

Mainz singt und lacht: Klassenerhalt so gut wie sicher
DPA

Mainz singt und lacht: Klassenerhalt so gut wie sicher

Im Kampf um die Champions-League-Plätze musste neben Stuttgart auch Hertha BSC eine überraschende Niederlage einstecken. Die Berliner verloren vor 25.00 Zuschauern im Rostocker Ostseestadion mit 1:2 (0:1). Tim Sebastian brachte die Gastgeber mit seinem ersten Bundesligator Sekunden vor dem Halbzeitpfiff in Führung. Der überragende Finnen Jari Litmanen erhöhte nach 70 Minuten auf 2:0, Hertha kam durch Yildiray Bastürk (74.) nur noch zum Anschlusstreffer.

Für den FC Hansa dürfte der Sieg allerdings zu spät kommen, das einzige Bundesligateam aus dem Osten trennen fünf Punkte vom rettenden Ufer. "Wir haben leidenschaftlich gespielt, und die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich noch nicht aufgegeben hat", sagte Rostocks Trainer Jörg Berger, "ein Wermutstropfen ist das Ergebnis aus Gladbach. Aber wir haben immer noch eine Chance." Verärgert zeigte sich Hertha-Coach Falko Götz: "60 Minuten lang haben wir hier gar nichts gemacht."

Dafür meldete sich der entthronte Deutsche Meister Werder Bremen mit dem 3:0 (1:0) gegen Arminia Bielefeld eindrucksvoll zurück. Die Norddeutschen können wieder auf Platz drei hoffen, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt. Zum 44. Geburtstag von Werder Trainer Thomas Schaaf waren Ludovic Magnin (43.), Tim Borowski (53.) und Miroslav Klose (78.) erfolgreich.

Borussia Dortmund musste sich beim bereits als Absteiger feststehenden SC Freiburg mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Die Freiburger, deren dritter Abstieg nach 1997 und 2002 schon seit einer Woche feststeht, sind seit zwölf Spielen sieglos. Vor 24.500 Zuschauern trafen Winfried Sanou (11.) und Soumaila Coulibaly (83.) für Freiburg, Ewerthon (37.) und Jan Koller (40.) waren auf Dortmunder Seite erfolgreich.

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