Gladbachs Niederlage gegen Dortmund Rasenschwach

Wenn die Borussia aus Mönchengladbach auf die aus Dortmund trifft, fallen meist viele Tore. Diesmal nicht. Das lag am BVB-Keeper - und daran, dass Gladbachs Abschlüsse so schlecht waren wie der Rasen.

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Das Problem des Spiels: Eigentlich wollten die Gladbacher Verantwortlichen vor der Partie den Rasen im Borussia-Park austauschen lassen. Wegen der Witterungsbedingungen war das nicht möglich. Stattdessen wurden große Löcher behelfsmäßig gestopft. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied, das Spiel trotz der widrigen Umstände anzupfeifen. Der Platz glich einer Pferdekoppel. Ein Vorteil für die Fohlen?

Das Ergebnis: Der BVB gewann durch ein Tor von Marco Reus 1:0 (1:0). Hier geht es zur Meldung.

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Dortmunds Sieg in Gladbach: Bürki rettet Dortmund

Dortmunds Boygroup: Reus, Mario Götze und André Schürrle sind gute Freunde. Seit Juli 2016 stehen alle drei beim BVB unter Vertrag. Weil mindestens einer von ihnen eigentlich immer verletzt ist, hat es mehr als anderthalb Jahre gedauert, bis sie zum ersten Mal gemeinsam von Beginn an spielen durften. Und das Trio zauberte sofort wie zu besten Nationalelf-Zeiten.

Die erste Hälfte: Begann erwartungsgemäß mit Standproblemen auf beiden Seiten. Die erste Chance hatten die Gastgeber: Lars Stindl tauchte frei vor Roman Bürki auf, brachte der Ball aber nicht am BVB-Schlussmann vorbei (13. Minute). Besser machte es Reus auf der anderen Seite, der Gladbachs Keeper Yann Sommer mit einem Schuss aus 15 Metern an die Unterkante der Latte keine Chance ließ (32.). Die Vorarbeit kam - natürlich - von Götze und Schürrle. Kurz vor der Pause traf Jannik Vestergaard zum vermeintlichen Ausgleich, doch das Tor wurde zu Recht nicht gegeben, weil der Gladbacher Abwehrchef zuvor im Abseits gestanden hatte (42.).

Traumtor aus Versehen: Beim Tor des Tages schien alles zu passen. Götze spielte diagonal auf Schürrle, der mit einer Flanke von links den halbrechts lauernden Reus bediente. Dessen Schuss hatte zwar eine ungewöhnliche Flugkurve, aber es schien so, als hätte Reus gesehen, dass Sommer etwas zu weit vor dem eigenen Tor stand. Doch die Mär vom Geniestreich entkräftete der BVB-Kapitän nach Abpfiff: "Den habe ich überhaupt nicht richtig getroffen. Sieht zwar schön aus, und ich freue mich auch, aber ich wollte ihn ganz anders schießen."

Die zweite Hälfte: War ein einziges Anrennen der Gladbacher. 21 Schüsse gaben die Gastgeber nach der Pause ab, das Tor trafen sie nicht. Das lag zum einen daran, dass viele Abschlüsse eine ähnliche Qualität hatten wie der Rasen, zum anderen aber auch an Roman Bürki, der reihenweise Großchancen vereitelte und den knappen Dortmunder Sieg festhielt. Offensiv kam vom BVB nichts mehr, was auch damit zusammenhängen dürfte, dass Peter Stöger nacheinander Götze, Reus und Schürrle auswechselte.

Held Bürki: "In einer Woche bist du der Idiot, in der nächsten wieder der Held. So ist das Geschäft nun mal", sagte der BVB-Keeper nach Abpfiff. In dieser Saison galt für ihn meist Ersteres, aber gegen Gladbach zeigte der Schweizer eine überragende Leistung. Elf Torwartparaden sind Saisonbestwert.

Des einen Freud: Für mindestens eine Nacht steht der BVB wieder da, wo das Team dem eigenen Selbstverständnis nach hingehört: auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle. Das könnte sich am Montagabend wieder ändern, wenn RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt gewinnen sollte (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Des anderen Leid: Der schlechte Rasen ist nicht das Einzige, was den Gladbachern Sorge bereiten sollte. Das Team von Dieter Hecking hat vier Spiele in Folge verloren und dabei kein einziges Tor erzielt. Nach dem 19. Spieltag hatten die Fohlen noch einen Punkt mehr als der BVB und schienen als Tabellenfünfter auf einem guten Weg in Richtung Europa zu sein. Vier Wochen später liegt Gladbach mit neun Zählern Rückstand auf die andere Borussia auf Rang zehn.

Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 0:1 (0:1)
0:1 Reus (32.)
Gladbach: Sommer - Elvedi, Vestergaard, Ginter, Oxford - Hazard, Zakaria (83. Cuisance), Kramer, Hofmann (71. Herrmann) - Bobadilla (79. Drmic), Stindl
Dortmund: Bürki - Toljan, Akanji, Sokratis, Piszczek - Castro, Weigl - Schürrle (87. Toprak), Götze (74. Pulisic), Reus (79. Dahoud) - Batshuayi
Schiedsrichter: Dankert
Zuschauer: 54.018
Gelbe Karten: Bobadilla, Elvedi, Oxford / Batshuayi, Bürki, Castro



insgesamt 19 Beiträge
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briancornway 18.02.2018
1. Rasen
Fragt sich, für welche Mannschaft ein ebenes Geläuf der größere Vorteil gewesen wäre, ich tippe mal auf die Borussia. Zum Glück ist niemand in einem Erdloch umgeknickt oder verschwunden. Wahnsinn, was Gladbach da alles in Richtung Tor gebracht hat bzw. auf einen Bürki in guter Form. Rätselhaft, warum man trotzdem die letzten 4 Spiele torlos blieb. Müssen die erst irgendeinen Bock umstoßen ?
meresi 18.02.2018
2. so muss Fussball ?
sicher nicht...ein mehr als glücklicher Sieg für den BVB. Batman schien abgemeldet zu sein, die Gustostückerln die er einflechtete waren fruchtlos. Die Fohlen gingen hart zur Sache, eine Spielweise die die Dortmunder absolut nicht lieben, unterm Strich egal, es zählen nur die Punkte. Abwehr und Mitelfeld brauchen dringend ein Briefing in Sachen Verteidung und Spiel nach Vorne
Drunken Masta 18.02.2018
3. Videobeweis
ich war eigentlich sehr dafür diesen endlich einzuführen. Aber was bringt alle Technik, wenn die menschliche Komponente versagt. Entweder es wird einheitlich entschieden oder man schafft das Ganze wieder ab. Konkret in diesem Spiel: Handspiel Batshuayi im eigenen 16er, Sokratis Halten und Trikotziehen im eigenen 16er gegen Vestergaard. Ein Foul ist ein Foul und ich frag mich ernsthaft was der Videoschiri während des Spiels eigentlich tut? Verglichen damit was gestern pro FCB an Elfern gepfiffen wurde, hinterlässt das heute bei mir einfach nur Kopfschütteln.
bakero 18.02.2018
4.
Zitat von Drunken Mastaich war eigentlich sehr dafür diesen endlich einzuführen. Aber was bringt alle Technik, wenn die menschliche Komponente versagt. Entweder es wird einheitlich entschieden oder man schafft das Ganze wieder ab. Konkret in diesem Spiel: Handspiel Batshuayi im eigenen 16er, Sokratis Halten und Trikotziehen im eigenen 16er gegen Vestergaard. Ein Foul ist ein Foul und ich frag mich ernsthaft was der Videoschiri während des Spiels eigentlich tut? Verglichen damit was gestern pro FCB an Elfern gepfiffen wurde, hinterlässt das heute bei mir einfach nur Kopfschütteln.
Da könnte man auch das Foul von Oxford an Schürrle nennen. Kann man auch die zweite gelbe geben. Auslegungssache oder eben Fanbrille. ;) Den Elfer für die Bayern gestern verstehe ich aber auch nicht.
Pela1961 18.02.2018
5. Normalerweise
bei Ausnutzung aller Chancen endet das Spiel 10:3 für Gladbach. Die Gladbacher hätten noch drei Stunden spielen können und hätten kein Tor geschossen. Und was Sokratis da im Strafraum in JEDEM Zweikampf abzieht, ist langsam nicht mehr zu ertragen. Es ist ein Wunder, dass der überhaupt in irgendeinem Spiel bis zum Schluß auf dem Platz steht, wenn die Regel "Trikotzupfen Freistoß und Gelb" auch nur halbwegs ernst genommen wird. Stimmt - der Robben-Elfmeter war zwar regelkonform, aber dann wird es umso lächerlicher, was sich ein Sokratis alles erlauben kann. BVB-Bonus? Das Tor von Reus war ein Traum und ehrlich - obwohl ich nun wirklich alles andere als ein BVB-Anhänger bin, bin ich kurz zusammengezuckt, als er wieder einen heftigen Tritt von Elvidi abkriegte. Ich wünsche ihm wirklich, dass er mal längere Zeit unverletzt bleibt. Wo wäre Gladbach wohl, wenn Reus nicht von den Geldsäcken weg geholt worden wäre? Immerhin war er ja in Gladbach nie verletzt.
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