Fußball-Statistik Von Marco Reus bis Jean-Paul Boëtius - die besten Offensivspieler der Bundesligisten

Wer hat den 18 Bundesligateams in der Offensive am besten geholfen? Nach den Daten des SPIX sind das nicht nur die üblichen Verdächtigen. Bei den Bayern ist es sogar ein prominenter Abwehrspieler.

DPA

Von Tobias Escher


Es vergeht kein Bundesliga-Wochenende, an dem sich Fans nicht über die Aufstellung ihres Lieblingsteams aufregen. Oft ist es nur ein vages Gefühl: Würde der Trainer nur einen bestimmten Stürmer aufstellen, dann würde das Angriffsspiel gleich viel besser funktionieren!

Im heutigen Fußball lässt sich dieses Gefühl mit Daten untermauern. Unter den zahlreichen Kennzahlen, die in die Berechnung unseres Noten-Algorhythmus SPIX einfließen, gibt es hierfür den passenden Wert: die offensive Teamleistung. Dieser Kennwert funktioniert ähnlich wie die Plus-Minus-Statistik aus dem Basketball. Der SPIX wertet aus, wie viele Torchancen sich eine Mannschaft herausgespielt hat, während ein Spieler auf dem Feld stand. Je mehr hochkarätige Torchancen sich eine Mannschaft erarbeitet, umso höher der Wert.

Ein Beispiel: In der ersten Halbzeit steht Stürmer A auf dem Feld. Die Mannschaft schießt nur zweimal aufs Tor. In der Halbzeitpause wechselt der Trainer Stürmer A aus und Stürmer B ein. Plötzlich flutscht das Offensivspiel, die Mannschaft feuert zwölf Schüsse in der zweiten Halbzeit ab und schießt zwei Tore. Stürmer B erreicht also einen wesentlich höheren Wert für die offensive Teamleistung als Stürmer A.

Ob der Wechsel zu Stürmer B ursächlich war für das bessere Angriffsspiel oder andere Faktoren hineinspielten, erfasst der Wert nicht. Auch ist es egal, ob Stürmer B selbst die Tore geschossen hat oder einer seiner Teamkollegen. Dementsprechend sagen diese Daten nicht automatisch aus, dass Stürmer B besser ist als Stürmer A.

Von Marco Reus bis Jean-Paul Boëtius

Betrachtet man die Daten über einen längeren Zeitraum, lassen sich solche Schlüsse schon eher ziehen. Wir haben alle 18 Bundesligaklubs ausgewertet und überprüft, welche Spieler eines Teams signifikant höhere Werte aufweisen als ihre Teamkollegen. Die einzige Bedingung: Sie mussten mindestens vier gewertete Einsätze auf derselben Position vorweisen.

Die Gründe, warum manche Spieler herausragen, sind vielfältig. Manchmal rutschte ein Spieler just dann in die Startelf, als seine Mannschaft eine Siegesserie startete; so etwa der Mainzer Jean-Paul Boëtius. Manche Spieler überzeugten besonders auf einer bestimmten Position wie etwa Marco Reus, der im offensiven Mittelfeld Fabelwerte vorweist, als Stürmer jedoch wesentlich geringere Werte.

Warum ein Spieler höhere Werte vorweist, lässt sich also nicht immer erklären. Interessant sind die Daten dennoch - und sei es nur, um ein Bauchgefühl mit harten Fakten zu unterfüttern. Und man muss auch kein Stürmer sein, um in diese Rangliste zu rutschen. Den höchsten Offensivwert bei den Bayern weist zum Beispiel Abwehrchef Jérôme Boateng auf.

Hier sind die bisher jeweils effektivsten Offensivspieler der 18 Bundesligateams.



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
neowave 14.11.2018
1. "[...]lässt sich also nicht immer erklären."
Zitat: "Warum ein Spieler höhere Werte vorweist, lässt sich also nicht immer erklären." Wenn das so ist, dann sind die Ergebnisse dieser "Berechnung" Humbug. Nicht mehr und nicht weniger. Und, Zitat: "Interessant sind die Daten dennoch - und sei es nur, um ein Bauchgefühl mit harten Fakten zu unterfüttern." Da werden also generierte Kennzahlen, deren Zustandekommen nicht erklärt werden kann, zu "harten Fakten" erhoben. So so..... bin beeindruckt.
o.o 14.11.2018
2. ah ja
Wie wäre es einfach vorhandene Statistiken auszuwerten? Sowas altmodisches wie Ballkontakte, Passquote, Spielzeit, Torquote etc. Also handfeste Daten anstatt dieser Blödsinn, der weder sportlich noch wissenschaftlich irgendwie glaubhaften Werte liefert. Das sich der Autor auch noch mehrfach dafür entschuldigt, dass die Daten auch falsch sein können und eine Erklärung zur Erhebung irgendwie nicht möglich ist, macht es richtig lächerlich.
gerald.wissler 15.11.2018
3. Absoluter Nonsens
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, das diese SPIX-Statistik Nonsens ist, haben Sie ihn jetzt erbracht. Beispiel Eintracht Frankfurt: Man könnte jetzt darüber diskutieren, ob Haller (mit 14 Scorer-Punkten an der Spitze der Scorer-Liste) oder Jovic (mit 9 Treffern an der Spitze der Torjägerliste) der beste Offensivspieler ist. Man könnte auch noch Kostic oder Rebic in die Diskussion einbringen, den beide leiten viele Offensivaktionen ein. Aber niemand würde auf die Idee kommen, de Guzman als besten Offensivspieler auch nur in Erwägung zu ziehen. PS: Wie ist eigentlich der SPIX-wert von Kevin Trapp ? Der Torhüter war schließlich bis auf ein Ligaspiel bei ALLEN Offensivaktionen der Eintracht auf dem Feld.
flxn 15.11.2018
4. Herrlich
Was meine beiden Vor-Kommentatoren (2. und 3.) hier von sich geben ist faszinierend. An 2.: ´Recherchen, Artikel bzw. journalistische Aufarbeitungen der von dir genannten Statistiken gibt es bereits wie Sand am Meer. Der Anspruch des SPIX ist es mal einen anderen Ansatz zu verfolgen, anstatt das selbe zu tun, wie jeder andere. An 3.: Der SPIX hat nicht den Anspruch etwas über die tatsächliche Qualität auszusagen, sondern will etwas über die etwas abstrakteren Statistiken. (in diesem Fall die "offensive Teamleistung") Der Wert bezieht sich nicht darauf, wie viele Offensiv-Aktionen gemacht werden, wenn Spielex XY auf dem Platz steht, sondern ob es mehr/weniger sind, wenn er nicht auf dem Platz steht. Also das Verhältnis. Wenn ein Spieler sowohl als es offensi lief wie am Schnürchen, als auch als es haperte auf dem Platz stand, kann also auch kein überragender Wert heraus kommen. Ich glaube je länger der Zeitraum ist, der betrachtet wird, um so wahrscheinlicher ist, dass mit einem hohen Wert Tatsächlich auch eine Qualität vorhanden ist. Nach 11 Spieltagen ist das noch etwas zu stark vom Zufall abhängig. Zum Artikel: Der letzte Absatz lässt mich Vermuten, dass der Autor selbst das Prinzip des SPIX nicht verstanden hat. Es lässt sich sehr Wohl alles Erklären, was mit dem SPIX ausgesagt wird, schließlich beruhen alle Werte auf gemessenen Statistiken.
gerald.wissler 15.11.2018
5. Schön daß Sie fasziniert sind.
An Kommentator flxn: Schön daß Sie fasziniert sind von meinen Ausführungen. Ihren eigenen Ausführungen entnehme ich, daß Sie sich möglicherweise besser mit Statistik auskennen als ich. Deswegen meine Fragen an Sie: Was sollen solche Statistiken überhaupt ? Haben die Ergebnisse irgendeinen Einfluß auf das Spiel bzw. auf die Entscheidungen des Trainer, welche Spieler er unter welchen Voraussetzungen einsetzen soll ? Trainer von Spitzenmannschaften neigen dazu, ihre besten Spieler gerade bei Spielen gegen schwächere Gegner zu schonen. Da es bei solchen Spielen auch mit der zweiten Garnitur öfter zu einem Sieg reicht als bei mit Bestbesetzung bestrittenen Spielen gegen andere Spitzenmannschaften hat das natürlich Auswirkungen auf die Statistik: Die Ersatzleute sind besser als die Stammspieler. Trotzdem wird kein Trainer deshalb seine Stammformation ändern, denn die statistische Information ist einfach nur nichtssagender Nonsens. Wahrscheinlich könnte man auch SPIX-Statistiken erstellen über den Einfluß des Wetters oder des Platzwarts.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.