Bundesliga-Entscheidungen: Noch ganz viel offen

Von Clemens Gerlach

Zwei Spieltage stehen in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga noch an. Zwei Entscheidungen sind bereits gefallen: Dortmund ist Meister, Kaiserslautern muss absteigen. Ansonsten ist vieles noch ungeklärt - und deshalb Spannung bis zum Ende garantiert.

Bundesliga-Finale: Clubs zwischen Bangen und Hoffen Fotos
Getty Images

Hamburg - Am 5. Mai endet die Saison 2011/2012 der Fußball-Bundesliga. Dann erhält Borussia Dortmund die Meisterschale. Die hat der BVB zwar schon seit vergangenem Samstag nach dem 2:0-Sieg gegen Mönchengladbach und acht Punkten Vorsprung auf den FC Bayern München sicher. Doch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hält an der Regel fest, dass die Trophäe erst am letzten Spieltag dem Champion überreicht wird.

Die Dortmunder (75 Punkte) werden es verschmerzen können. Sie haben Routine im Warten auf schöne Präsente. Auch in der vergangenen Spielzeit sicherte sich das Team von Trainer Jürgen Klopp bereits am 32. Spieltag den Meistertitel und hatte dann noch zwei Runden ohne Schale zu drehen.

Der FC Bayern musste sich im Kampf um die Meisterschaft erneut geschlagen geben. Kaum ein Trost: Die Münchner (67 Punkte) stehen nach den Resultaten vom Wochenende als Tabellenzweiter fest und haben damit wie Dortmund die Teilnahme an der finanziell sehr lukrativen Champions League sicher.

Champions League - Schalke wird sich direkt qualifizieren

Schalke (58 Punkte) und Mönchengladbach (56) streiten sich um Platz drei, der ebenfalls direkt zum Start in der Champions League berechtigt. Der Vierte muss in die Qualifikation.

Die Gelsenkirchener sind klar im Vorteil. Sie stehen derzeit um zwei Punkte und drei Tore besser als Gladbach da. Das Restprogramm der Borussia (gegen Augsburg und bei Mainz) ist nur unwesentlich leichter als das der Schalker (gegen Hertha und bei Bremen). Schalke wird also wohl Platz drei halten.

Für Mönchengladbach, das vergangene Saison erst in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Bochum den Klassenerhalt schaffte, ist auch der vierte Platz ein großer Erfolg. Dem Team des Schweizer Trainers Lucien Favre war deutlich weniger zugetraut worden.

Europa League - Hannover muss zittern, Bremen hofft

Sicher in der Europa League sind der VfB Stuttgart (50 Punkte) und Bayer Leverkusen (48). Die Chancen des VfB auf die Champions League sind eher theoretischer Natur. Der Tabellenfünfte hat sechs Punkte und vier Tore Rückstand auf Gladbach. Es ist nicht anzunehmen, dass die kleine Borussia ihre beiden verbleibenden Spiele verliert und Stuttgart beide gewinnt. Der VfB muss schließlich noch bei den Bayern und gegen Wolfsburg antreten.

Um den letzten Platz in der Europa League kämpfen Hannover (45 Punkte), Bremen (42), Hoffenheim und Wolfsburg (je 41). Die 96er müssen nach dem 0:0 am vergangenen Sonntag gegen Freiburg wieder zittern. Bei einem Sieg wäre Hannover durch gewesen und hätte sich erneut für die Europa League qualifiziert.

Für Hannover spricht nicht nur die Anzahl der Punkte, sondern auch die Tatsache, dass die Konkurrenten zuletzt nicht gerade überragend gespielt haben. Es sollte daher knapp für die 96er reichen, die noch in Leverkusen und gegen Absteiger Kaiserslautern spielen.

Mittelfeld - ein Trio kann früh(er) Feierabend machen

Nürnberg (39 Punkte), Mainz (38) und Freiburg (37) könnten den Spielbetrieb eigentlich schon zwei Partien vor dem Saisonende einstellen. Nach oben geht für das Trio nichts mehr, doch das sind gerade im Fall der Nürnberger und Freiburger Luxusprobleme.

Die beiden Clubs hatten als Saisonziel den Klassenerhalt ausgegeben. Das hat geklappt, wobei vor allem Freiburgs Aufholjagd imponierte. Unter dem neuen Cheftrainer Christian Streich verbesserte sich der SC immens, der nach der Hinrunde mit 13 Punkten noch Tabellenletzter gewesen war.

Der Hamburger SV (35 Punkte) wollte auch diese Saison wieder hoch hinaus und kam nicht richtig von der Stelle. Den Klassenerhalt werden sie schaffen. Insgesamt jedoch muss man die Saison als verloren ansehen. Das Team ist nicht gut zusammengestellt. Trainer Torsten Fink, der im Oktober 2011 Michael Oenning ablöste, muss für Struktur sorgen.

Bislang ist nicht zu erkennen, was der HSV eigentlich sein will. Es gibt einige talentierte, junge Spieler, nicht aber ein gut funktionierendes Spielsystem. Das liegt vor allem daran, dass der Club im zentralen Mittelfeld, dort also, wo schnell umgeschaltet werden muss, Spieler aufbietet, denen es an Dynamik mangelt.

Tabellenkeller - FCK abgestiegen, Hertha stark gefährdet

Dem FC Augsburg (34 Punkte) muss man schon jetzt großes Lob aussprechen. Die Mannschaft besteht zum größten Teil aus Spielern, die bei anderen Clubs ausrangiert wurden. Trainer Jos Luhukay hat es aber verstanden, ein echtes Team zu formen, das inzwischen sogar ansehnlichen Fußball spielt.

Es ist nahezu ausgeschlossen, dass der FCA bei sechs Punkten und zehn Toren Vorsprung auf den Vorletzten Hertha BSC noch direkt absteigt. Die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten hat der Aufsteiger sicher, vermutlich reicht es sogar zum direkten Klassenerhalt.

Denn der Drittletzte Köln, der nach dem derzeitigen Stand in die beiden Ausscheidungsspiele gegen den rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf müsste, liegt vier Punkte und 16 Tore hinter Augsburg.

Das Restprogramm der Kölner (30 Punkte) ist happig. Viel wird der 1. FC in Freiburg und gegen die Bayern nicht mehr holen. Doch die Relegation sollte zu schaffen sein, Hertha BSC (28) ist noch schwächer.

Das seit dem 18. Februar von Altmeister Otto Rehhagel gecoachte Team verlor am vergangenen Samstag sogar das Heimspiel gegen Schlusslicht Kaiserslautern. Bei Schalke und gegen Hoffenheim spielen die Berliner noch. Das sieht nicht gut aus und dürfte so enden wie beim FCK - mit dem direkten Abstieg.

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1.
mr.ious 23.04.2012
Düsseldorf - Köln ? Heute Abend dürfte wohl Frankfurt alles für den Aufstieg tun, aber erstens ist es noch nicht Abend und zweitens ist zwischen Düsseldorf, St.Pauli und Paderborn noch vieles möglich. So wie zwischen den Dreien sieht kurrioser Weise auch die Premier Leauge Spitze in England aus.
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