Hamburg - Bernd Hölzenbein sieht mit seinen herunterhängenden Mundwinkeln ja häufig aus, als habe er nicht ganz so gute Laune. Das muss nicht immer zutreffen, aber im Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach dürfte Hölzenbeins Stimmung tatsächlich mies gewesen sein. Das Eintracht-Urgestein musste mit ansehen, wie sein Club, bei dem er sportlicher Berater und Chefscout ist, das zweite Heimspiel in dieser Saison verlor - und das trotz großer Überlegenheit. 1:0 (1:0) siegte Gladbach und sprang damit vorübergehend auf einen Europa-League-Platz.
"Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, die zweite war schwerer", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner lobte sein Team: "Wir haben in der zweiten Halbzeit konsequent nach vorne gespielt. Das Einzige, was fehlte, war das Tor. Ansonsten kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen."
Die 51.500 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Arena sahen von Beginn an ein unterhaltsames Spiel, mit zwei offensiv ausgerichteten Teams. Frankfurt hatte zwar mehr Ballbesitz, die Borussen aber die besseren Chancen. Erst köpfte Luuk de Jong einen Eckball knapp über das Tor (16. Minute), dann lenkte Sebastian Jung einen Schuss von Amin Younes aus sechs Metern mit dem Rücken gerade noch zur Ecke. Diese verwertete de Jong per Kopf zur Gladbacher Führung (22.).
Die Borussia spielte clever, stand defensiv kompakt, ließ kaum Chancen zu, war durch Konter aber stets gefährlich. Während Frankfurts Torwart Kevin Trapp fast dauerbeschäftigt war, musste Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen kaum eingreifen. Bei der besten Gelegenheit der Eintracht hinderte Gäste-Verteidiger Tony Jantschke den Kroaten Srdjan Lakic am Abschluss (35.).
Drückende Frankfurter Überlegenheit in Halbzeit zwei
Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Frankfurt durch Takashi Inui die große Chance zum Ausgleich, doch der mit einem Steilpass geschickte Japaner schoss aus rund zehn Metern knapp drüber (49.). Es war der Auftakt einer zweiten Halbzeit, in der Frankfurt den Gladbacher Strafraum förmlich belagerte. Die Borussen kamen kaum einmal aus der eigenen Hälfte, standen hinten jedoch sicher und ließen nur wenig Chancen der Eintracht zu. Die besten hatten Inui, der aus kurzer Distanz an ter Stegen scheiterte (71.), und Stefan Aigner, der knapp über das Tor köpfte (73.).
Am Ende ärgerte sich die Eintracht über diese vergebenen Möglichkeiten - und Schiedsrichter Deniz Aytekin: Erst ahndete der Referee ein Foul von Oscar Wendt an Jung im Gladbacher Strafraum nicht (77.). Dann schickte der Unparteiische Frankfurts Trainer Armin Veh auf die Tribüne, als dieser sich über ein vermeintliches Foul seines Kapitäns Pirmin Schwegler beschwerte.
Dank des Sieges verbesserte sich Gladbach (34 Punkte) in der Tabelle von Platz zehn auf sechs, muss Hamburg, Hannover, Mainz und Schalke aber möglicherweise wieder vorbeiziehen lassen. Frankfurt (38 Punkte) bleibt Vierter, verliert diesen Rang aber, wenn der SC Freiburg am Samstag beim 1. FC Nürnberg gewinnt (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).
Eintracht Frankfurt - Bor. Mönchengladbach 0:1 (0:1)
0:1 de Jong (22.)
Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner, Meier, Inui - Lakic (46. Celozzi)
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Herrmann (85. Rupp), Wendt - Younes (77. Hanke), de Jong (75. Mlapa)
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 51 500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Anderson (3), Rode (5), Schwegler (7), Zambrano (9) / Marx (5), de Jong (2)
ham
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