Von Peter Ahrens und Michael Baltes
Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte nach der von Querelen geprägten Vorsaison vor allem einen Wunsch für seinen FC Bayern München: Mit dem neuen Coach Jupp Heynckes sollte es ruhiger zugehen als unter dessen Vorgänger Louis van Gaal. Nach dem zweiten Spieltag konnte der allmächtige Präsident aufatmen. Mit dem 1:0 (0:0)-Sieg in Wolfsburg wendeten die Bayern einen drohenden Fehlstart ab. Sein Team hatte Hoeneß allerdings auf eine Geduldsprobe gestellt: Der Erfolg wurde erst in der letzten Minute perfekt gemacht. Luiz Gustavo hieß der glückliche Schütze.
Der vereinsinterne Negativrekord blieb Bayern damit erspart. Noch nie zuvor hat die Mannschaft in den ersten beiden Auftaktspielen keinen Treffer erzielt. Im dritten Versuch gelang den Bayern dank Luiz Gustavo auch der erste Erfolg beim früheren Münchner Trainer Felix Magath.
Die Gäste traten zwar in den Farben der Nationalmannschaft mit weißen Hemden und schwarzen Hosen an, dennoch hatten die sieben Bayern-Spieler, die am Mittwoch noch gegen Brasilien aktiv waren, den Schwung aus dem Länderspiel vergessen mitzunehmen. Wolfsburg war in der ersten Halbzeit die druckvollere Mannschaft, über eine Führung der Magath-Elf hätten sich die Bayern nicht beschweren dürfen.
Ohne Arjen Robben, der diesmal mit Rückenproblemen ausfiel, traten die Bayern an, hatten aber ansonsten ihre Bestbesetzung mitgebracht. So konnte Franck Ribéry von Beginn an mitwirken. Der Franzose fiel allerdings vor allem durch eine Unbeherrschtheit auf, als er zum Schlag gegen einen Wolfsburger ausholte, ihn aber nicht traf. Schiedsrichter Knut Kircher verzichtete darauf, den Franzosen zu bestrafen.
Die Wolfsburger ließen sich dadurch wenig beirren und hätten kurz vor dem Seitenwechsel eigentlich Grund zum Jubeln gehabt. Kircher erkannte jedoch einen regulären Treffer von Patrick Helmes (39.) wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht an. Auf der Gegenseite forderten die Bayern Elfmeter, als Toni Kroos im Strafraum zu Fall kam. Kircher hatte diesmal aber genau hingeschaut: Der Mittelfeldspieler sah für seine Schwalbe in der 42. Minute Gelb.
In der zweiten Hälfte machten die Bayern dann erheblich mehr Dampf, kamen durch Bastian Schweinsteiger direkt nach der Pause (47.) zur großen Einschusschance. Zudem bereitete Ribéry in der Folgezeit der Wolfsburger Deckung mehrfach durch seine bekannten Flügelläufe Probleme. In dieser Phase wäre die Führung der Münchner verdient gewesen. Doch der Elan war nach 70 Minuten wieder dahin. Bayern war zwar feldüberlegen, konnte aus diesem Übergewicht aber nichts machen. Als alles sich mit dem Remis schon abgefunden hatte, schlug Luiz Gustavo zu.
Bayern-Torwart Manuel Neuer im übrigen näherte sich nach seiner missglückten Rettungsaktion aus der Vorwoche gegen Borussia Mönchengladbach der Normalform an und lieferte eine fehlerlose Partie ab.
Der Meister stolpert beim Angstgegner
Gegen 1899 Hoffenheim kann Borussia Dortmund offensichtlich nicht gewinnen. Wie bereits in der Meistersaison verlor der BVB auch diesmal sein Auswärtsspiel in Sinsheim 1:0 (1:0). Den Treffer des Tages erzielte Sejad Salihovic bereits nach neun Minuten durch einen - wie kann es bei dem Hoffenheimer Distanzschuss-Spezialisten anders sein - direkt verwandeltem Freistoß. Die Elf von Jürgen Klopp enttäuschte. Die Mario-Götze-Festspiele haben erst einmal eine Pause eingelegt.
Der Dortmunder Jungstar war drei Tage nach seiner Brasilien-Gala im Liga-Alltag angekommen. Der 19-Jährige war zwar gewohnt eifrig und laufstark, konnte sich aber gegen die robuste Hoffenheimer Deckung kaum einmal durchsetzen. Zudem handelte er sich noch in der ersten Hälfte eine Gelbe Karte ein. Nach 58 Minuten war Schluss für ihn, er wurde durch Jakob Blaszczykowski ersetzt. Ein Nachmittag zum Vergessen für den Jung-Siegfried des deutschen Fußballs.
Für Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski war es dagegen eine perfekte Heimpremiere. Der frühere St.-Pauli-Coach hatte seine Mannschaft optimal auf die schnellen Dortmunder eingestellt. Das frühe Tor kam den Gastgebern entsprechend entgegen. In der Folge konnten sich die Hoffenheimer auf Konter konzentrieren und brachten das Dortmunder Tor damit mehrfach in Gefahr. Die Gäste vergaben ihrerseits gute Torgelegenheiten zum Ausgleich. Vor allem Nationalspieler Kevin Großkreutz war mehrfach nah dran am Torerfolg.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fußball | RSS |
| alles zum Thema Fußball-Bundesliga | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH