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Fußball-Bundesliga: Hertha-Fans jagen Spieler vom Platz

Tabellenschlusslicht Hertha BSC hat erneut eine Chance in der Bundesliga zur Aufholjagd verpasst. Gegen Konkurrent Nürnberg kassierten die Berliner die nächste Heimniederlage. Nach der Partie mussten die Spieler vor den eigenen Fans flüchten.

Randale in Berlin: Hertha-Fans machen Krawall Fotos
AP

Hamburg - Hertha BSC ist dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga wieder einen Schritt näher gekommen. Die Berliner haben beim 1:2 gegen den Konkurrenten 1. FC Nürnberg erneut im Olympiastadion verloren. Statt sich an die vor ihnen liegende Teams heranzuarbeiten, ist der Abstand zu den rettenden Plätzen in der Tabelle sogar noch größer geworden: Neun Punkte fehlen jetzt wieder zum 15. Platz. Viele Chancen werden die Berliner nicht mehr bekommen.

In den kommenden Wochen geht es nach Wolfsburg, gegen Dortmund, nach Köln und gegen Stuttgart. Zum Saisonschluss warten Bayern München, Schalke 04 und Bayer Leverkusen - exakt die drei Teams, die wahrscheinlich die Meisterschaft unter sich ausmachen. Wo die Berliner da die nötigen Punkte holen wollen, die zum Klassenerhalt reichen, wissen wohl auch die hartgesottensten Berlin-Anhänger nicht mehr. "Jetzt hilft nur noch ein Wunder", sagte Mittelfeldspieler Pál Dárdai anschließend.

Nach dem Spiel stürmten aufgebrachte Fans das Spielfeld und drohten den Spielern mit den Stöcken ihrer mitgebrachten Fan-Fahnen. Die Spieler ergriffen vor ihren Anhängern die Flucht in die Kabine. Die rund 100 Randalierer liefen ebenfalls Richtung Umkleidekabinen und schlugen dabei mit Stangen auf die Reserverbänke sowie Reklametafeln ein.

Herthas Präsident Werner Gegenbauer verurteilte das Verhalten der Krawallmacher: "Das gehört nicht in ein Fußballstadion. Dagegen werden wir mit allen Mitteln vorgehen. Das Spiel unserer Mannschaft gab keinen Anlass, so mit dem Olympiastadion umzugehen. Wir werden alles in Ruhe auswerten." Unterschiedliche Stellungnahmen gab es zum ersten Ansturm der Fans. Gegenbauer erklärte, dass die Sicherheitskräfte mit der ersten Welle wohl nicht gerechnet hätten. Vereinssprecher Gerd Graus teilte mit, dass sich die Sicherheitskräfte bewusst zurückgezogen hätten, um deeskalierend zu wirken. Nach Angaben der Polizei wurden vier Beamte bei den Krawallen leicht verletzt, insgesamt sei es zu 30 Festnahmen gekommen.

"Wir müssen aufpassen, dass das nicht Überhand nimmt"

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking meinte nach dem Spiel: "Wir hatten ja einen ähnlichen Vorfall zuletzt in Bochum, als es auch zu Ausschreitungen kam. Wir müssen aufpassen, dass das nicht Überhand nimmt, und gegen die kleine Gruppe von Chaoten mit aller Härte vorgehen."

Es dauerte mehrere Minuten, bis eine Polizeihundertschaft eingriff und die Randalierer zurück in den Block drängen konnte. Zudem sorgte das Abbrennen von Feuerwerkskörpern für zusätzliche Gefahr. Die Anhänger hatten auf Transparenten zuvor vom "Spiel unseres Lebens" gesprochen.

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Fußball-Bundesliga: Bayern dreht die Partie, Hertha droht der Abstieg

Nicht ganz so hoch hatten es die Medien der Hauptstadt gehängt. Dort war das Spiel gegen den Tabellen-15. aus Nürnberg "nur" zum Endspiel stilisiert worden. Im Grunde das x-te Endspiel dieser Saison. Den Berlinern helfen nach ihrer desaströsen Hinrunde schließlich nur noch Siege. Erst recht gegen Teams, die wie Nürnberg auch unten im Keller der Tabelle stehen.

Aber das gelang auch gegen den FCN nicht. Wie schon gegen Mönchengladbach, Bochum, Mainz und Hoffenheim - die übrigen bisherigen Heimgegner in der Rückrunde - ließ die Elf von Trainer Friedhelm Funkel auch gegen die Nürnberger zahlreiche Tormöglichkeiten aus - während die Gastmannschaft die wenigen Chancen nutzte.

Nach dem Gegentor nur noch Hektik

Dabei war es für die Hertha losgegangen, wie es sein sollte. Die Hausherren berannten das Tor der Nürnberger, die Gäste kamen kaum zum Durchatmen. Aber entweder rettete Raphael Schäfer im FCN-Tor, oder die Stürmer überboten sich darin, das Tor aus kürzester Entfernung zu verfehlen. Gekas schien die Hertha in der 36. Minute zu erlösen. Auch bei seinem Treffer brauchten die Berliner allerdings mehrere Anläufe, bis der Ball endlich im Netz war.

In der zweiten Halbzeit stand Nürnbergs Torjäger Albert Bunjaku einmal frei - und schon war es passiert. Das 1:1 war gefallen, und Herthas Anrennen in der Folgezeit wurde immer planloser und nur noch hektisch. Funkel gab in der Schlussphase zwar selbst seine Defensivtaktik auf, was er sonst nie tut. Aber auch die Hereinnahme eines dritten Stürmers brachte nichts. Der eingewechselte Artur Wichniarek blieb wie gehabt glücklos. Stattdessen kassierte Hertha in der Nachspielzeit noch den K.o. durch den Griechen Angelos Charisteas.

Bei Nürnberg setzt sich der Trend nach oben dagegen fort. Zum vierten Mal am Stück blieb der Club ungeschlagen und bleibt auf dem 15. Tabellenplatz, der zum Verbleib in der Bundesliga berechtigt. Unter den Partien der Vorwochen waren beeindruckende Achtungserfolge gegen die Spitzenteams aus München und Leverkusen - genau solche Big Points braucht Hertha dringend. Sonst ist es nach 13 Jahren erster Bundesliga vorbei. Das meiste spricht dafür.

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Forum - Bundesliga - wer hat die besten Titel-Chancen?
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1.
noodl 12.03.2010
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Bayern.
2. Ganz einfach
ulan 1 12.03.2010
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Geld regiert die Welt. Da kein deutscher Fußballverein Bayern München hierin die Hand reichen kann, ist das Ergebnis eindeutig. Bis auf ganz wenige "Ausrutscher" hat sich diese Wahrheit für Bayern Münschen bestens und beständig gewährt. Es ist nahezu uninteressant, die Bundesliga dahingehend zu verfolgen, Sieger wird, wer die besten Spieler einkaufen kann.
3. .
Haio Forler 12.03.2010
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Bayern.
4.
Kanzla87 12.03.2010
Auch unter Beachtung des Restprogramms sehe ich (leider) die Bayern im Vorteil. Die nächsten 5 Wochen werden entscheident sein, dann da spielen alle 3 Mannschaften fast ausnahmslos gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Leverkusens Restprogramm mit Hamburg, Dortmund, Schalke, Frankfurt, Bayern und Stuttgart in den nächsten 6 Wochen klingt beeindruckend und wir enorm schwer. Auch Schalke hat mehrheitliche starke Gegner... Fazit: Bayern machts...
5.
krafts 12.03.2010
Zitat von Kanzla87Auch unter Beachtung des Restprogramms sehe ich (leider) die Bayern im Vorteil. Die nächsten 5 Wochen werden entscheident sein, dann da spielen alle 3 Mannschaften fast ausnahmslos gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Leverkusens Restprogramm mit Hamburg, Dortmund, Schalke, Frankfurt, Bayern und Stuttgart in den nächsten 6 Wochen klingt beeindruckend und wir enorm schwer. Auch Schalke hat mehrheitliche starke Gegner... Fazit: Bayern machts...
Genau. Wenigstens kann sich dann keine Mannschaft herausreden, denn alle haben es noch selber in der Hand.
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