Fußball-Bundesliga Hertha-Sieg verschärft Bremer Krise

Die erhoffte Wiedergutmachung für das Bayern-Debakel ist misslungen - Werder Bremen hat zum Auftakt des 16. Spieltags in Berlin verloren und befindet sich damit weiter auf Talfahrt. Hertha rückt durch den Sieg zumindest vorübergehend auf Platz sechs vor.

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Hamburg - Aufsteiger Hertha BSC hat Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga noch tiefer in die Krise gestürzt. Die Berliner gewannen zum Auftakt des 16. Spieltages 3:2 (2:2) und rückten in der Tabelle zumindest bis Sonntag auf Rang sechs vor. Adrian Ramos (17./Foulelfmeter und 26. Minute) und Ronny (48.) trafen für die Hertha, Nils Petersen (15.) und Aaron Hunt (32.) waren für die Gäste erfolgreich.

"Wir finden am Strafraum einfach die Zuordnung zum Gegner nicht. Diese individuellen Fehler stellen uns vor ein großes Problem", sagte Werder-Coach Robin Dutt nach der Partie. Drastischer drückte Torschütze Hunt das Bremer Dilemma aus: "Wir lernen einfach nicht aus unseren Fehlern. Das ist Woche für Woche die gleiche Scheiße." Werder bleibt nach der Niederlage mit 16 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz.

Dabei war den Bremern nach der 0:7-Klatsche aus der Vorwoche gegen Bayern München der Wille nach Wiedergutmachung deutlich anzumerken. Die Dutt-Elf startete offensiv in die Partie. Die Folge war das 1:0 in der 15. Minute. Nils Petersen zog von der Strafraumgrenze ab und überwand Herthas Keeper Thomas Kraft.

Die Gastgeber zeigten sich wenig beeindruckt von dem Gegentreffer. Im direkten Gegenzug drang Per Skjelbred in den Bremer Strafraum ein, SVW-Verteidiger Theodor Gebre Selassie brachte den Norweger zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Ramos sicher zum Ausgleich (17.). Kurz darauf ließ der 27-Jährige nach schöner Einzelleistung mit seinem zehnten Saisontor das 2:1 für Berlin folgen (26.).

Hunt scheitert am Pfosten

Aber auch Bremen steckte nicht auf und kam noch vor der Pause zum 2:2. Hunt ließ Herth-Keeper Thomas Kraft nach einen Doppelpass mit Petersen aus zwölf Metern keine Abwehrchance (32.). Berlin antwortete mit wütenden Angriffen, konnte trotz guter Gelegenheiten durch Ramos (37.) und Ronny (44.) aber keinen weiteren Treffer erzielen.

Nach dem Seitenwechsel machten es die Gastgeber dann aber besser: Direkt die erste Chance nutze Ronny per Abstauber aus kurzer Distanz zur erneuten Führung für Hertha (48.). Tolga Cigerci hatte von der linken Seite auf den völlig freistehenden Peter Pekarik geflankt, der mit seinem Kopfball zunächst an Raphael Wolf scheiterte - gegen Ronny war der Werder-Torhüter dann aber machtlos.

Bremen versuchte anschließend noch einmal den Druck zu erhöhen, schaffte es aber nur selten, die Berliner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Die beste Bremer Gelegenheit der zweiten Halbzeit vergab Hunt mit einem Freistoß aus rund 23 Metern, den Kraft an den Pfosten lenkte.

Hertha BSC - Werder Bremen 3:2 (2:2)
0:1 Petersen (15.)
1:1 Ramos (17., Foulelfmeter)
2:1 Ramos (26.)
2:2 Hunt (32.)
3:2 Ronny (48.)
Berlin: Kraft - Pekarik, Lustenberger, Brooks (38. Niemeyer), Nico Schulz - Cigerci, Hosogai - Ndjeng, Ronny, Skjelbred (81. Kobiaschwilli) - Ramos (75. Wagner)
Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Lukimya, Caldirola, Garcia - Bargfrede - Elia, Hunt, Makiadi (71. Ekici), Di Santo - Petersen
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer: 48.721
Gelbe Karten: Cigerci (3) - Gebre Selassie (2), Garcia (6)

mib/sid

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insgesamt 19 Beiträge
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kalauvo123 13.12.2013
1. ... aber Werder lebt
Ja, die Mannschaft bekommt Tore wie Sand an Meer und sieht hinten gar nicht gut aus. Was mir aber immer noch Hoffnung macht, ist, dass irgendwie Leben in der Truppe steckt. Das hatte mich in der vergangenen Saison völlig konsterniert - damals, in der Endphase von Schaaf, stand eine tote Truppe auf dem Platz, die eigentlich dem Abstieg verdient gehabt hätte, aber nun gut, es gab noch zwei drei schlechtere Teams. Jetzt ist zumindest Wille, Teamgeist und Leben zu erkennen. Was fehlt, ist Abstimmung (Passsicherheit!!!!) und Glück. Werder wird die Klasse halten, wenn auch nur knapp.
siwola 13.12.2013
2. Zu viel gespart
Bremen hat es versäumt, in den finanziell fetten Jahren in eine schlagkräftige Mannschaft zu investieren. Ab Alberto waren alle Einkäufe Ramsch. Die Millionen von Özil und Diego sind überall hin geflossen, nur nicht in adäquaten Ersatz....das ist die Quittung. So kann man schon mal für Liga 2 planen...
malexe 13.12.2013
3. Ohne Abwehr und System
Werder ist in der jetzigen Verfassung erster Abstiegskandidat nach Braunschweig. Gerade in der Defensive (insbesondere hinten rechts mit Fritz/Lukimya oder Selassi/Lukimya) ist man zweiligareif besetzt.
schorsch_kluni 13.12.2013
4. Bremen ....
lenkt wenigstens von der desolaten Mannschaft und dem miserablen Management vom HSV ab. Danke Bremen. Willkommen im Club der Totalversager. Ein -noch- HSV Fan.
Cicuma 13.12.2013
5. Tja,
laut den Worten der Herren Dutt und Eichin gibt es keine Krise an der Weser. Es findet eben ein Umbruch statt, der nun einmal etwas länger dauert. So etwas kann Jahre dauern, und darauf arbeiten die Herren ja auch hin, dass Werder in zig Jahren wieder einmal in das oberer Drittel der Tabelle kommen wird. Dass der Fussballbetrieb in der Zwischenzeit allerdings zu einem Millionengeschäft und vor allem zu einem Tagesgeschäft geworden ist, scheinen die Herren glatt vergessen haben. Dabei sollte es Herr Dutt doch genau wissen, was passiert, wenn ein Team auf Dauer schlecht spielt. Hat er doch seine eigenen Erfahrungen in Leverkusen gemacht. Sollte allerdings wirklich der Kader an der Misere eine Schuld haben, so müsste man sich schon zur Winterpause von dem einen oder anderen Schaaf Altlasten trennen, doch welcher Verein würde schön Spieler vom ehemaligen ruhmreichen SVW kaufen wollen? Im Grunde genommen ist es schade, was gerade an der Weser passiert.
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