Hamburg - Wenigstens hat er den Humor noch nicht verloren. Als Markus Babbel das 3:5 (1:2) der TSG 1899 Hoffenheim in Freiburg kommentieren sollte, sagte der Trainer sarkastisch: "Fünf Gegentore sind definitiv zu viel. Denn sechs Tore auswärts zu schießen ist nicht so einfach."
Nach der dritten Bundesliga-Pleite in Folge ist Hoffenheim punktlos Tabellenletzter. Und wenn man es mit Ex-Bundestrainer Rudi Völler halten will, dann markiert das Spiel beim Sportclub nach dem blamablen 0:4 im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Berliner AK, dem 1:2 in Mönchengladbach und dem 0:4 gegen Eintracht Frankfurt einen noch tieferen Tiefpunkt.
Dabei wäre die Pleite in Freiburg vermeidbar gewesen. Zweimal glich die TSG einen Rückstand aus. Doch etliche, teils schwere Abwehrfehler verhinderten bei keinesfalls restlos überzeugenden Gastgebern einen Punktgewinn und damit den so dringend benötigten Schritt aus der Krise. "Wir machen zu viele einfache Fehler. Die Mannschaft hat aber gekämpft", sagte Babbel, der sich nach eigenen Angaben trotz des desaströsen Saisonstarts keine Sorgen um seinen Job macht - und eine Torwartdiskussion schon im Ansatz verhindern will.
"Kritik üben wir intern. Aber selbst wenn der Torwart mal nicht hinkommt, dürfen die Stürmer nicht so freistehen", so Babbel. Gemeint war Tim Wiese, vor der Saison mit großen Zielen von Werder Bremen gekommen. Der Keeper segelte in Freiburg gleich mehrmals unter Flanken hindurch. Zweimal setzte es prompt Gegentreffer. "Wiese, Wiese, ha ha ha!", schallte es irgendwann von den Rängen.
Elf Gegentreffer nach drei Bundesliga-Spielen
"Solche Gegentore dürfen in der ersten Liga nicht passieren", sagte Matthieu Delpierre, der sein Team vor 22.800 Zuschauern früh in Führung gebracht hatte. Sicherheit brachte sein Tor jedoch nicht. In der Folge zeigte sich vielmehr: Trotz des prominenten Neuzugangs hat Babbel noch keine stabile Abwehrformation gefunden, die Gegner werden zu Chancen förmlich eingeladen. In Freiburg kamen die Gegentreffer sieben bis elf hinzu. Am dritten Spieltag.
Kapitän Wiese stürmte nach der Pleite im Breisgau wortlos in die Kabine, für Hoffenheim war es saisonübergreifend die siebte Schlappe in Folge. Da half es auch nicht, dass Babbel im Vergleich zum Frankfurt-Spiel gleich dreimal gewechselt hatte. Boris Vukcevic, Stephan Schröck und Tobias Weis blieben zunächst draußen. Für sie liefen Takashi Usami, Daniel Williams und Patrick Ochs von Beginn an auf. Doch die Maßnahmen verpufften wirkungslos.
Babbel hat seit seinem Amtsantritt in Hoffenheim am 10. Februar ganze vier Siege mit seiner Elf feiern dürfen. Mäzen Dietmar Hopp hatte vor dem Spiel in Freiburg festgestellt: "Wir haben volles Vertrauen in Markus Babbel." Nach dem Abpfiff sagte der Trainer: "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir stellen den Betrieb ein oder wir arbeiten weiter." Und wieder klang er ein wenig sarkastisch.
SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 5:3 (2:1)
0:1 Delpierre (2.)
1:1 Guédé (16.)
2:1 Kruse (27.)
2:2 Vukcevic (57.)
3:2 Diagné (68.)
3:3 Usami (76.)
4:3 Makiadi (83.)
5:3 Freis (87.)
Freiburg: Baumann - Mujdza, Ginter, Diagné, Sorg - Makiadi, Schuster - Schmid, Kruse - Jendrisek (63. Caligiuri), Guédé (83. Freis).
Hoffenheim: Wiese - Ochs, Delpierre, Compper, Johnson - Rudy (82. Vestergaard), Williams - Usami, Volland (46. Vukcevic), Firmino - Derdiyok (60. Joselu).
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 22.800
Gelbe Karten: Sorg, Schuster - Ochs, Rudy, Delpierre
chp/sid/dpa
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