Fußball-Bundesliga: Lustlose Bayern fügen Hoffenheim schmerzhafte Pleite zu

Hoffenheim verliert im Abstiegskampf den Relegationsrang aus den Augen. Gegen stark veränderte Bayern kassierte der Club die nächste Niederlage und hat nun fünf Punkte Rückstand auf Augsburg. Bittere Pointe: Ausgerechnet gegen den Spitzenreiter zeigte der Gastgeber die beste Leistung der Rückrunde.

Hamburg - Das mit der Einlaufmusik ging daneben. Zu Rammsteins "Engel" betraten die Profis von 1899 Hoffenheim am Sonntagnachmittag das Stadion. Für das Duell mit dem Spitzenreiter Bayern München sollte der Hit der deutschen Metal-Band wohl irgendwie stimulierend wirken. Am Ende blieb wie so oft in dieser Saison Niedergeschlagenheit beim Abstiegskandidaten.

So fest eingeplant die Niederlage auch war, das 0:1 (0:1) gegen den Rekordmeister tut weh und drückt die Stimmung in Sinsheim immer weiter. Mario Gomez (38. Minute) verschärfte die Lage beim Gegner durch sein Siegtor. "Wer zu Lebzeit gut auf Erden, wird nach dem Tod ein Engel werden", heißt es bei Rammstein. Glaubt Hoffenheim, Tabellenplatz 17, fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16, schon gar nicht mehr an ein Überleben in Liga eins? Immerhin spielten sie in den ersten 15 Minuten nicht so.

"Das war heute ein großes Augenmerk gegen einen übermächtigen Gegner", sagte Hoffenheims Trainer Kurz, der sein Team im Vergleich zur 1:2-Pleite in Augsburg auf gleich sechs Positionen geändert hatte. Neu dabei waren Patrick Ochs, Stephan Schröck, Jannik Vestergaard, Daniel Williams, Takashi Usami und Igor de Camargo. Und der Ex-Gladbacher vergab in der 16. Minute gleich eine der besten Gelegenheiten für die Gastgeber. An Bayerns Tom Starke, der sein erstes Bundesliga-Spiel für den Rekordmeister absolvierte, kam der Stürmer vorbei, sein Pass in die Mitte klärte David Alaba (14.).

Gomez vorbei an Gomes

Zuvor hätte Williams (14.) bereits das 1:0 für Hoffenheim erzielen können. Die Gäste, bei denen neben Starke auch Jérôme Boateng, Xherdan Shaqiri und Mario Gomez von Beginn an aufliefen, blieben harmlos. Das gefürchtete Gegenpressing verbreitete in Sinsheim keinen Schrecken, es fand in der ersten Hälfte kaum statt. Nach vorne bekamen die Zuschauer ab der 17. Minute auf beiden Seiten nichts mehr zu sehen.

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Fotostrecke: Starke-Rückkehr, schwaches Spiel
Der Jubel über das 1:0 durch Gomez hielt sich selbst bei den Bayern in Grenzen. Nach einem Fehlpass von Camargo flankte Boateng auf Franck Ribéry, der den Stürmer in der Mitte per Kopf bediente. Gomez' Schuss mit dem Außenrist holperte mit viel Glück an Hoffenheims Torwart Heurelho Gomes vorbei über die Linie (38.).

Schweinsteiger zweimal an die Latte

"Ich denke, die Bayern sind verwundbar", sagte 1899-Manager Andreas Müller in der Halbzeit. Völlig falsch lag er damit nicht - doch seine Mannschaft konnte selbst eine im Schongang agierende Gäste-Elf nicht bezwingen. In der zweiten Hälfte dauerte es bis zur 67. Minute, bis Starke einen Schuss von Schröck parieren musste. Mehr war nicht. Auf der anderen Seite krachte ein Freistoß von Schweinsteiger an die Latte (69.). Später hatte der Nationalspieler noch mal Pech, diesmal traf er den Innenpfosten (75.). Spätestens jetzt war das Ergebnis für die Gastgeber schmeichelhaft.

Immerhin: Der Wille, die Partie zu drehen, war bei Hoffenheim erkennbar. Ein Aufbäumen in der schwierigen Lage, das darf in Sinsheim inzwischen schon als positives Signal gewertet werden. Für derlei Kleinigkeiten interessiert man sich beim designierten Meister aus München natürlich nicht.

"Das Spiel heute war sehr schwierig. Das war ein Arbeitssieg, den man erringen muss. Er war nicht brillant oder glanzvoll", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes. Souverän spielte sein Team die Partie herunter. Der insgesamt 20. Saisonsieg wurde bei den Gästen fast regungslos zur Kenntnis genommen, die höfliche Verabschiedung war selbstredend. Der FC Bayern wird wohl vorerst zum letzten Mal beim Bundesligisten Hoffenheim zu Gast gewesen sein.

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Grafische Fußball-Analyse: Schröck als Ribéry-Bremse, Martinez holprig
1899 Hoffenheim - Bayern München 0:1 (0:1)
0:1 Gomez (38.)
Hoffenheim: Gomes - Ochs, Abraham, Vestergaard, Johnson - Williams, Weis - Schröck (76. Derdiyok), Usami (46. Firmino) - De Camargo, Volland (70. Joselu)
München:
Starke - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Martínez, Schweinsteiger - Thomas Müller, Shaqiri (64. Luiz Gustavo), Ribery - Gomez (75. Mandzukic)
Schiedsrichter:
Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Williams (8), Schröck (3), Derdiyok - Boateng (3)

chp

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1.
obi wan 03.03.2013
Zitat von sysopHoffenheim verliert im Abstiegskampf den Relegationsrang aus den Augen. Gegen stark veränderte Bayern kassierte der Club die nächste Niederlage und hat nun fünf Punkte Rückstand auf Augsburg. Bittere Pointe: Ausgerechnet gegen den Spitzenreiter zeigte der Gastgeber die beste Leistung der Rückrunde. Fußball-Bundesliga: Hoffenheim verliert gegen Bayern München - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-hoffenheim-verliert-gegen-bayern-muenchen-a-886601.html)
Das ist nichts neues, dass in der BL gegen Bayern alle laufen wie die Hasen. Es sagt aber einiges über den Zustand einer Mannschaft aus, wenn sie lediglich gegen die mit Abstand beste Mannschaft sich engagieren - man muß in erster Linie gegen Mannschaften wie Augsburg (nichts gegen die) kämpfen und die knacken. Egal obs um Abstieg oder CL geht. Nur dann hat man Erfolg.
2. 18,99 € Hoffenheim
ogniflow 03.03.2013
Ich hatte die Befürchtung dass Hoeness seinem Spezi Hopp eine Freude macht. Nächste Woche in Fürth nicht gewinnen und der "sympathische Traditionsverein" hat Planungssicherheit.
3. Bayern
neu_im_forum 03.03.2013
Man sollte dem sympathischen Verein aus München die Punkte schenken. Die Spiele kann man sich sparen. Verletzt sich wenigstens niemand. Dann spielt die BL halt nur noch den 2. und die Plätze aus. Dann kann der sympathische Verein aus München als ewiger Rekordmeister in die Geschichte eingehen.
4. Retortenvereine
meisterknappe 03.03.2013
wie Wolfsburg oder Hoffenheim sollten es mal in der österreichischen Operettenliga versuchen. Vielleicht bekommen Sie ja Asyl. In der Bundesliga werden sie langfristig HOFFENTLICH scheitern. Keine Tradition, keine BuLi-Berechtigung, ganz einfach. Ich jedenfalls drücke lieber Lautern und von mir aus sogar Hertha die Daumen. Braunschweig sowieso. Was ist eigentlich mit Fortuna Köln?
5. Ich bin
hanbil 03.03.2013
seit 1969 Bayern-Fan. Jawoll, dazu stehe ich. Aber heute war das ein Grottenkick, verdient gewonnen, aber mit nem miesen Spiel.Egal, denn solche Spiele müssen auch sein. Hoffenheim wird an Augsburg nicht mehr herankommen...vielleicht schaffen die ja noch Wolfsburg zu überholen...
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