Keimbelastung in der Bundesliga Stadionbesuch auf eigene Gefahr

Darmbakterien und Fäkalkeime auf Brötchen, Legionellen im Trinkwasser: Nach ARD-Recherchen kann der Besuch von Bundesligaspielen gesundheitsgefährdend sein. Betroffen sind 13 Stadien der ersten und zweiten Liga.

DPA


Fußballspiele live im Stadion zu verfolgen, kann offenbar krank machen. Das geht aus Recherchen der ARD-Radiosender hervor. Demnach sollen Experten in 13 der 36 Erst- und Zweitligastadien gefährliche Keime und Bakterien im Trinkwasser sowie auf verkauften Speisen nachgewiesen haben.

So sollen im Bremer Weserstadion auf untersuchten Fischbrötchen Fäkalkeime und Eiterbakterien gefunden worden sein. "Unser Caterer hat versichert, dass er jedem ernstzunehmenden Untersuchungsergebnis nachgeht, um seinen eigenen sehr hohen Qualitätsstandards auch weiterhin gerecht zu werden", teilte Werder Bremen als Reaktion auf die Befunde mit.

Auch ein Wrap, ein Brötchen und ein Baguette in München sowie ein Döner in Köln sollen mit Darmbakterien verunreinigt gewesen sein. "Es ist zumindest fragwürdig, ob so ein Döner überhaupt hätte verkauft werden dürfen", sagt Gary Zörner, Chef des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik in Delmenhorst, das die Proben im Auftrag der ARD-Reporter untersuchte.

Zörner vermutet, dass es zu den Verunreinigungen gekommen sei, weil Verkäufer Wechselgeld und Essen mit derselben Hand berührten und fordert "für solche Fälle dringend nötige Hygiene-Schulungen". Die betroffenen Vereine wehrten sich gegen die Vorwürfe und betonten, dass es derartige Unterweisungen bereits gäbe.

Der 1. FC Köln erklärte, dass "alle Mitarbeiter regelmäßig zum Thema Handhygiene unterwiesen" würden und alle "relevanten Unterlagen und Unterweisungen den Mitarbeitern jederzeit zugänglich" seien. In einer Stellungnahme des FC Bayern heißt es, dass "sämtliche Mitarbeiter regelmäßig gemäß den gesetzlichen Vorgaben sowie des Infektionsschutzgesetzes nachweislich belehrt" würden.

Laut der ARD-Recherchen seien nicht nur Zuschauer durch Keimbelastung gefährdet. In den Stadien in Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Leverkusen, Hoffenheim, dem Berliner Olympiastadion sowie in Nürnberg, Karlsruhe, Bochum und Sandhausen sollen Legionellen in den Duschen der Profis nachgewiesen worden sein. Die Befunde in Hoffenheim und Sandhausen seien demnach allerdings als unbedenklich eingestuft worden, in allen anderen Stadien sollen die Werte im Risikobereich liegen.

mmm/sid



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