DFL lehnt Einspruch ab Kiel dürfte Bundesliga-Partien nicht im eigenen Stadion spielen

Ein Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern ist der DFL zu wenig: Holstein Kiel darf seine möglichen Erstligaspiele nicht in der eigenen Arena austragen. Der Klub kämpft in der Relegation um den Aufstieg.

Holstein-Arena bei einem Kieler Heimspiel
imago/ Agentur 54 Grad

Holstein-Arena bei einem Kieler Heimspiel


Holstein Kiel dürfte seine Heimspiele nach einem möglichen Bundesliga-Aufstieg nicht im heimischen Holstein-Stadion austragen. Die DFL lehnte eine Ausnahmegenehmigung ab. Das hat der Klub auf Twitter bestätigt. Der als Relegationsteilnehmer feststehende Zweitligist kündigte an, diese Entscheidung "durch den zuständigen Lizenzierungsausschuss überprüfen" zu lassen.

Das Holstein-Stadion ist mit einem Fassungsvermögen von rund 10.000 Zuschauern gemäß den DFL-Statuten zu klein für die Bundesliga. Gefordert sind dort Plätze für 15.000 Zuschauer, 8000 davon müssen Sitzplätze sein. Der aktuelle Zuschauerschnitt in der Bundesliga liegt vor dem 34. Spieltag bei 44.190 Fans pro Partie. Mit dem bereits feststehenden Absteiger Köln wird der DFL in der kommenden Saison ein Klub mit großer Arena fehlen, der FC hat nach 17 Heimspielen einen Schnitt von 48.646 Fans pro Partie.

"Wir hoffen weiter, dass wir im Falle eines Aufstiegs unsere Heimspiele in Kiel austragen dürfen", sagte Holsteins Kaufmännischer Geschäftsführer Wolfgang Schwenke: "34 Auswärtsspiele wären nach einem sensationellen Aufstieg ungerecht."

Das Team von Markus Anfang steht vor dem letzten Spieltag als Dritter der zweiten Liga fest. In zwei Relegationsspielen (am 17. und 21. Mai) gegen den Tabellen-16. der Bundesliga hat Holstein die Chance, als erster Verein aus Schleswig-Holstein in die erste Liga aufzusteigen. Als Gegner kommen der SC Freiburg, VfL Wolfsburg und Hamburger SV infrage. HSV-Vorstand Frank Wettstein bezeichnete eine Nutzung des Hamburger Volksparkstadions durch die Kieler in der kommenden Saison bereits als unmöglich.

jan



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visacard 08.05.2018
1. Gab es das in den fruehen Bundesligajahren auch ?
Was hat eigentlich die gute Qualifikation einer Mannschaft mit dem Fassungsvermoegen ihres Stadions zu tun ? Ist der DFB schizophren ? Wer hat derartige Statuten festgelegt ? Ich vermute maL - ES IST WIE IMMER im heutigen Fussballgeschaeft: Es geht um Werbeeinnahmen bei Banden-Vermarktung, TV und vieles mehr ... Einen logischen Grung kann ich sonst nicht erkennen, Selbst wenn ein Verein, der qulifiziert ist nur ein 500-Zuschauer-Stadion hat - was spricht objektiv dagegen, dass er nicht zugelassen wird ? Es waere ja so, als duerfte der schnellste 100 m Laeufer der Welt nicht auf seinem Heimatsportplatz laufen, weil dort nur 200 Zuschauer reinpassen . Sorry, ich bin Fussbalfan aber kein Kommerzfan !!
RalfWenzel 08.05.2018
2. Volksparkstadion
"Nutzung des Hamburger Volksparkstadions durch die Kieler in der kommenden Saison bereits als unmöglich" -- das wundert mich nicht, denn WENN wer den HSV in die 2. Liga schießt, ist das Holstein Kiel (sofern die Relegation erreicht wird). Zur "Ungerechtigkeit": Das ist sachlich falsch, wer ein zu kleines Stadion hat, darf nicht in der ersten Liga spielen, so einfach ist das. Die Regeln gelten für alle, also auch für Holstein Kiel. Selbst St. Pauli hat ein erstligafähiges Stadion, und das mitten in der Stadt. So schwer kann das nicht sein.
ptb29 08.05.2018
3. Fließen die Fernsehgelder nicht,
wenn das Stadion zu klein ist? Es wird ja so getan, als hätten die Vereine die Stadien selbst gebaut. Dieser Stadiongrößenwahn trieb ja schon schöne Blüten in Essen und Regensburg. Wäre ja auch Quatsch einen neuen Bundesligisten zuzulassen, wo doch 2 Traditionsvereine absteigen. Einer wird bestimmt für Kiel einspringen.
radioactiveman80 08.05.2018
4. Was wäre für den DFB denn die Alternative?
Eine dauerhafte „auswärtige“ Bleibe für die „Heimspiele“? Wäre in der Tat alleine aus organisatorischen Gründen kaum umzusetzen, zumal der HSV abgesagt hat. Obwohl, dann würde im Volkspark wenigstens weiterhin erstklassig gespielt werden - ab deren Stelle würde ich mir das nochmal überlegen :-)
Direwolf 08.05.2018
5. Blöder Witz
WAs soll Holstein mit einer Arena für 50.000 Zuschauer, die 100km vom Heimatstandort entfernt ist? Wenn überhaupt macht nur das St. Pipi Stadion irgendeinen Sinn. Aber immerhin zeigt die DFL gleich, dass der Kleine nicht willkommen ist. Na ja die Chancen des Zweitligisten in der Relegation sind eh immer mies und dieses Mal sind sie fast nicht vorhanden.
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