Fußball-Bundesliga: Köln geht im Rhein-Derby unter, Kaiserslautern holt erfolgreich auf

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Der 1. FC Köln hat das Kellerduell gegen Mönchengladbach verloren und ist jetzt Tabellenletzter. Stuttgart verspielte in Kaiserslautern einen sicheren Sieg. Der VfL Wolfsburg brachte gegen Schalke erneut eine Führung nicht über die Zeit. St. Pauli kassierte die vierte Niederlage in Folge.

Bundesliga: Budenzauber in Köln, Beben auf dem "Betze" Fotos
Getty Images

Möglicherweise existiert doch so etwas wie ein Fußballgott. Wenn es ihn gibt, dann sorgte er zum Abstiegs-Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach für das passende Wetter: Regen, Regen, Regen. Besser war die Tristesse aus Kölner Sicht nicht zu illustrieren. Arm an Klasse, arm an Torraumszenen - der FC brachte wenig zustande. Den Gladbachern wird das letztlich egal sein. Die Borussen gewannen durch vier Treffer in der zweiten Hälfte 4:0 (0:0) am Ende hochverdient, verließen das Tabellenende und gaben das Schlusslicht an die Kölner weiter.

Die Heimpleite des FC könnte auch das Schicksal von Frank Schaefer als Interimstrainer der Kölner besiegeln, der die Niederlage "sehr, sehr bitter" nannte. Zwar wird Schaefer laut FC-Manager Michael Meier auch beim nächsten Spiel beim VfB Stuttgart auf der Bank sitzen. Eine Garantie als Dauerlösung für den 37-Jährigen gab Meier aber nicht.

Doch die Chancen, dass Schaefer die Rückrunde der Liga noch als Verantwortlicher erlebt, sind direkt vor der Jahreshauptversammlung in der kommenden Woche massiv gesunken. Eine Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach zählt bei der alten Rivalität beider Vereine doppelt. Der Positiveffekt nach der Trennung von Trainer Zvonimir Soldo ist schon wieder komplett verflogen. Schaefer hatte vor der Partie davon gesprochen, es handele sich nicht um ein "Endspiel, aber ein Tendenzspiel". Die Tendenz spricht klar gegen den 1. FC Köln.

Erfolg in Köln erst der zweite Saisonsieg der Borussia

Für Borussia Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck geht dagegen eine lange Zeit der Erfolglosigkeit vorbei. Es ist erst der zweite Saisonsieg für die Borussia überhaupt, und beide gelangen den Gladbachern bei ihren rheinischen Nachbarn. Nach dem 6:3 in Leverkusen am zweiten Spieltag träumten die Gladbacher Fans schon frühzeitigst von einem neuen Top-Team. Dann dauerte es zehn weitere Spieltage, bis die Anhänger wieder jubeln konnten.

"Köln gegen Gladbach sind immer ganz große Spiele mit viel Emotionen. Für mich als gebürtigen Gladbacher ist das ohne Wenn und Aber etwas Besonderes. Ich bin aber bei aller Rivalität weit davon entfernt, Häme aufkommen zu lassen", sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck nach der Partie.

Spielerisch war die Borussia allerdings auch trotz der drei Punkte und dem überragenden Endergebnis noch weit entfernt davon, ein passables Mitglied des Fußball-Oberhauses zu sein. Das Spiel war über weite Strecken schwach, von beiden Seiten. Es gab besonders in der ersten Hälfte, die allerdings auch massiv von dem Dauerregen in Köln beeinflusst wurde, kaum Höhepunkte. Es sei denn, man zählt dazu, dass der Ball immer mal wieder in Pfützen liegen blieb und so comedyartige Spielszenen entstanden.

Lukas Podolski ging im gewohnt harmlosen Kölner Angriff unter

Die Kölner mühten sich, hatten auch eine gute Szene in der 17. Minute, als Mato Jajalo unvermittelt freistehend vor dem Tor an den Ball kam, aber daraus lediglich einen Rollerball produzierte, den Gladbachs Keeper Christofer Heimeroth locker aufnehmen konnte. Von den Gästen war in den ersten 45 Minuten sehr wenig zu sehen. Die Borussen hatten zwar kaum etwas in der Offensive zu bieten, aber hinten auch wenig Arbeit gegen einen gewohnt harmlosen Kölner Angriff, in dem Lukas Podolski einmal mehr unterging.

Die zweite Hälfte brachte früh die Vorentscheidung. Die Gladbacher bekamen einen Freistoß zugesprochen, nachdem Mittelfeldspieler Michael Bradley gefoult worden war. Stürmer Raúl Bobadilla, ansonsten nicht unbedingt als Kunstschütze bekannt, setzte den Ball erst an den Innenpfosten und von da ins Tor (51.). Kölns Torwart Miro Varvodic sah dabei allerdings alles andere als souverän aus.

Bradley machte gut 20 Minuten später schon so gut wie alles klar. Für die Schlusspunkte sorgten der belgische Zugang Ivan De Camargo, der in der 83. Minute einen feinen Spielzug der Gäste finalisierte, und Bobadilla, der den Ball unhaltbar für den Torwart in den Winkel schlenzte (90.).

Und in Köln regnete es weiter.

1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach 0:4 (0:0)
0:1 Bobadilla (51.)
0:2 Bradley (70.)
0:3 de Camargo (82.)
0:4 Bobadilla (90.+1)
Köln: Varvodic - Brecko (76. Yalcin), Geromel, Mohamad, Salger - Lanig, Pezzoni (83. Matuschyk) - Jajalo, Podolski, Ehret (65. Vunguidica) - Novakovic
Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Anderson, Brouwers (46. Dante), Daems - Bradley, Marx - Herrmann (57. Idrissou), Reus - de Camargo, Bobadilla
Schiedsrichter: Gagelmann
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Reus (4), Bobadilla

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insgesamt 2 Beiträge
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1. schuster bleib bei deinen leisten
dayo, 13.11.2010
Zitat von sysopDer 1. FC Köln hat das Kellerduell gegen Mönchengladbach verloren und ist jetzt*Tabellenletzter.*Stuttgart*verspielte*in Kaiserslautern einen sicheren Sieg. Der VfL Wolfsburg*brachte gegen Schalke*erneut eine Führung nicht über die Zeit.*Werder Bremen tritt auf der Stelle.*** http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,729011,00.html
was die kölner in der bundesliga wollen war mir von anfang an schleierhaft.die sollen karnevalsumzüge machen.
2. .
PeteLustig, 13.11.2010
Zitat von dayowas die kölner in der bundesliga wollen war mir von anfang an schleierhaft.die sollen karnevalsumzüge machen.
Sonst müsste Lukas doch wieder ins Kinderheim....
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