Von Peter Ahrens
Hamburg - Der Mainzer Stürmer Eric-Maxime Choupo-Moting ist nach dem letzten Heimspiel der Hinrunde im Dezember von seinem Trainer Thomas Tuchel heftig kritisiert worden. Choupo-Moting fehle die Ruhe vor dem Tor, seine Technik sei mangelhaft, attestierte ihm der Coach nach der Partie gegen den Hamburger SV. Das erste Mainzer Heimspiel der Rückrunde hat bewiesen, dass Fußballprofis lernfähig und -willig sein können. Choupo-Moting war beim überzeugenden 3:1 (3:0)-Erfolg über den Tabellenletzten SC Freiburg der überragende Offensivmann und traf gleich zweifach (3./17. Minute). Eugen Polanski per Foul-Elfmeter (6.) trug dazu bei, das die Partie schon nach einer guten Viertelstunde entschieden war. Pavel Krmas betrieb für die Gäste nach 68 Minuten nur noch Ergebniskosmetik.
Während Mainz 05 sich im Abstiegskampf Luft verschafft hat und jetzt auf Platz 12 der Tabelle steht, wird es für die Freiburger richtig eng. Schon vor der Saison als möglicher Abstiegskandidat gehandelt, tat das Team wenig, um diesen Ruf zu entkräften. Freiburg hat im Kampf um den Klassenerhalt die schlechtesten Aussichten.
Neben Choupo-Moting stand ein anderer Mainzer Stürmer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Adam Szalai lief mehr als ein Jahr nach seiner schweren Kreuzbandverletzung wieder in der Startelf auf und zeigte gleich, wie wertvoll er für die Mainzer in der Rückrunde noch werden kann. Szalai ist nach dem Abgang von Lewis Holtby und André Schürrle der letzte verbliebene der sogenannten Bruchweg-Boys, die in der Vorsaison für so großes Aufsehen in der Liga gesorgt hatten.
Schon nach sechs Minuten dezimiert und geschlagen
Szalai hat an Dynamik und Tempo offenbar trotz seiner Verletzung wenig eingebüßt. In der furiosen Anfangsviertelstunde gehörte er zu den Aktivposten der 05er. Denen aber auch alles gelang. Schon nach drei Minuten stand es 1:0, als Choupo-Moting eine Vorlage Polanskis gekonnt verwertete.
Danach waren gerade einmal drei weitere Minuten vergangen, da hatte es erneut im Tor der Freiburger eingeschlagen. Polanski vollstreckte einen Elfmeter, den Freiburgs Winter-Zugang Fallou Diagné an Szalai verursacht hatte. da der Gäste-Verteidiger dabei zum Mittel der Notbremse griff, blieb Schiedsrichter Markus Schmidt zudem keine andere Möglichkeit, den Freiburger des Feldes zu verweisen.
Zwei Tore zurück und ein Spieler weniger nach sechs Minuten - das hatte dem Team von Neu-Trainer Christian Streich offenbar frühzeitig sämtlichen Siegeswillen entzogen. Mainz konnte danach spielen, wie es wollte. Choupo-Moting nutzte das in der 16. Minute zum dritten Treffer. Es hätten gerade in der ersten Hälfte noch weit mehr Tore für die Mainzer fallen können, aber die Gastgeber erwiesen sich anschließend als gnädig. Nach dem Freiburger Ehrentor zeigten sie sogar eine gewisse Verunsicherung, die bei Überzahl und klarem Vorsprung überhaupt nicht notwendig gewesen wäre.
Schon nach zwei Spieltagen der Rückrunde steht der SC Freiburg jetzt an der Wand. In der Verfassung des Mainz-Spiels sollten die SC-Fans keine großen Erwartungen hegen, dass ihr Team die Klasse erhalten könnte. Die Hoffnung bleibt wohl der Relegationsrang 16. Mehr scheint nicht drin.
1. FSV Mainz 05 - SC Freiburg 3:1 (3:0)
1:0 Choupo-Moting (3.)
2:0 Polanski (6. Foulelfmeter)
3:0 Choupo-Moting (16.)
3:1 Krmas (68. )
1. FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Bungert, Noveski, Zabavnik - Polanski (78. Kirchhoff) - M. Caligiuri (89. Baumgartlinger), Soto - N. Müller - Szalai (64. Yilmaz), Choupo-Moting
SC Freiburg: Baumann - Sorg, Krmas, Diagné, Lumb - Makiadi, Ginter - Schmid, Rosenthal (75. Reisinger), D. Caligiuri (80. Freis) - Jendrisek
Schiedsrichter: Schmidt
Zuschauer: 32.000
Gelbe Karten: Noveski, Bungert / Ginter, Schmid
Rote Karte: - / Diagné
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