Bundesliga Rot und Pleite - Schalke erlebt Fehlstart beim VfL Wolfsburg

Kurzzeitig sah es so aus, als würde der FC Schalke in Unterzahl immerhin einen Punkt retten. Aber der Vizemeister verlor zum Auftakt in Wolfsburg - genauso wie beide Aufsteiger.

Torschütze Brooks (links) und Schalker
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Torschütze Brooks (links) und Schalker


VfL Wolfsburg - FC Schalke 2:1 (1:0)

Erster Spieltag, erste Niederlage: Vizemeister Schalke 04 ist mit einer Pleite beim Vorjahres-16. in die neue Bundesligasaison gestartet. Das Team von Trainer Domenico Tedesco ging zwar mit den namhaften Neuverpflichtungen Salif Sané, Suat Serdar und Mark Uth in die Partie, doch für besonders gute Aktionen sorgten sie nicht.

Stattdessen jubelte der VfL Wolfsburg, John Anthony Brooks traf per Kopf nach einem Eckball (33. Minute). Der Verteidiger stand bei seinem Tor völlig frei - es war ein schwerer Abwehrfehler der drittbesten Defensive der Vorsaison, die in der 65. Minute einen weiteren Rückschlag hinnehmen musste. Matija Nastasic sah wegen groben Foulspiels gegen Wout Weghorst die Rote Karte.

Dann wurde es kurios: Weghorst sah wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Guido Burgstaller Rot. Doch weil der neue Wolfsburger eher unglücklich mit Burgstaller zusammenstieß, korrigierte Schiedsrichter Patrick Ittrich seine Entscheidung nach Videobeweis und gab ihm die Gelbe Karte (70.). Danach kam Schalke sogar zum Ausgleich durch Nabil Bentaleb (85.), doch sein Elfmetertreffer reichte am Ende nicht. Daniel Ginczek schoss Wolfsburg in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Sieg. Naldo hatte mit einem Stellungsfehler den Gegentreffer begünstigt.

SV Werder Bremen - Hannover 96 1:1 (0:0)

Dreimal in Folge hatte Werder am ersten Bundesligaspieltag kein Tor erzielt und jedes Mal verloren. Jetzt gelang den Bremern wieder ein Treffer - und damit ein Punktgewinn. Hendrik Weydandt, der vor vier Jahren noch in der Kreisliga gespielt hatte, traf nach Vorlage von Ihlas Bebou freistehend vor Werder-Torwart Jiri Pavlenka zur Hannoveraner Führung. Theodor Gebre Selassie gelang der späte Ausgleich (85.). Zuvor hatten Bebou (28.) und Waldemar Anton (63.) für Hannover sowie Ludwig Augustinsson (48.) und Yuya Osako (56.) für Werder jeweils die Führung verpasst.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 0:2 (0:1)

Durch die klare Niederlage im Supercup und das Erstrundenaus im DFB-Pokal ging die Eintracht mit dem neuen Trainer Adi Hütter angeschlagen in die neue Saison. Im ersten Ligaspiel holte der Pokalsieger der vergangenen Saison allerdings direkt die ersten drei Punkte. Den ersten Treffer erzielte Sommerzugang Nicolai Müller, nachdem Sebastién Haller einen Pass von Carlos Salcedo sehenswert abgelegt hatte. In der zweiten Hälfte sorgte Haller nach einer schönen Kombination für die Entscheidung. Der SC Freiburg, bei dem Trainer Christain Streich wegen eines Bandscheibenvorfalls fehlte, hat damit seit der Bundesligarückkehr 2016 keines seiner drei Auftaktspiele gewonnen.

Hertha BSC - 1. FC Nürnberg 1:0 (1:0)

Schon in der ersten Pokalrunde gegen Braunschweig war Vedad Ibisevic mit seinem Siegtor Herthas Matchwinner gewesen. Jetzt hat der 33-Jährige die Berliner auch am ersten Bundesligaspieltag zu einem Erfolg gegen Aufsteiger Nürnberg geschossen. Ibisevic traf aus kurzer Distanz nach einer flachen Hereingabe von Valentino Lazaro (27.). Es war das 111. Bundesligator für den Bosnier. Nürnbergs Torwart Fabian Bredlow verhinderte den zweiten Gegentreffer, als er einen Kopfball von Niklas Stark abwehrte. Mikael Ishak vergab die große Chance zum Ausgleich: Er scheiterte mit einem Handelfmeter, verursacht von Karim Rekik, am Berliner Torwart Rune Jarstein (85.).

Fortuna Düsseldorf - FC Augsburg 1:2 (1:0)

Geführt und am Ende doch verloren: Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat ein erfolgreiches Comeback in der Bundesliga gegen Augsburg verpasst. Es war kein besonders spektakuläres Duell, dafür standen vorab zwei Personalien im Mittelpunkt: Die Trainer beider Klubs hatten sich erst diese Woche für eine Nummer eins entschieden. Michael Rensing steht künftig bei Düsseldorf im Tor, Fabian Giefer geht als Stammekeeper von Augsburg in die neue Saison.

Bitter für den FCA-Schlussmann: Der 28-Jährige leitete Augsburgs Gegentreffer durch Fortuna-Stürmer Benito Raman (39.) mit einem ungenauen Zuspiel ein, anschließend missglückte zudem Jonathan Schmid ein Klärungsversuch. Den Ausgleich erzielte Martin Hinteregger in der zweiten Hälfte per Kopf (57.), André Hahn gelang in der 76. Minute ein weiterer Kopfballtreffer - der Sieg war perfekt.

aev/jan

insgesamt 24 Beiträge
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Drunken Masta 25.08.2018
1. Weghorst
Wie bitte? Der stieß unglücklich mit Burgstaller zusammen?? Das war ein absichtlicher Kopfstoß und unmittelbare Revanche für Burgstallers Schubser zuvor. Rot ist hier die komplett richtige Kartenfarbe. Videoschiri vor allem der Partie völlig daneben. Auch kann es doch nach den Erfahrungen der Vorsaison einfach nicht sein, dass andauernd keiner weiß was los ist und ob bzw was überprüft wird. Das macht den Sport nicht gerechter, da Entscheidungen nach wie vor höchst diskutabel sind, aber es macht ihn deutlich chaotischer. Regelrecht anstrengend da teilweise ein Spiel zu schauen.
irobot 25.08.2018
2.
---Zitat--- Weghorst sah wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Guido Burgstaller Rot. Doch weil der neue Wolfsburger eher unglücklich mit Burgstaller zusammenstieß, korrigierte Schiedsrichter Patrick Ittrich seine Entscheidung nach Videobeweis und gab ihm die Gelbe Karte (70.). ---Zitatende--- Unglück zusammenstieß? Der ist wie ein Stier mit gesenktem Kopf in den Burgstaller rein. Selbst Markus Merk sagte, dass es eine klare rote Karte war.
hamburger.jung 25.08.2018
3.
Die ultimativen Zerstörerteams Hertha, Hannover und Augsburg mit ihrem todlangweiligen Fussball holen 7 Punkte. Sagt viel über den Fussball in Deutschland.
skeptikerjörg 25.08.2018
4. Wofür noch Schiedsrichter?
Nach diesem ersten Spieltag - und der ist nicht mal zu Ende - ist die Akzeptanz für den Videobeweis wohl bei Null angekommen. München, Freiburg, Düsseldorf, Wolfsburg, Bremen, Videochaos und irritierte bis unfähige (Ittrich, Dankert) Schiedsrichter. Weil die Köllner "Kellerkinder" sich in Szene setzen und klar machen mussten, wer das Sagen hat? Der Höhepunkt in Wolfsburg: Gleb wird Rot und Rot wird Gelb. DFB und DFL, ihr seid dabei, den Fußball kaputt zu machen! Entweder, ihr schafft technische Voraussetzungen wie bei der WM und schult die Videoassistenten auf einen einheitliches Verhalten (Was haben die eigentlich die gesamte Sommerpause gemacht?), oder ihr stampft den Quatsch ein. So fängt es schlimmer an, als der Probebetrieb in der Vorsaison aufgehört hat.
retterdernation 25.08.2018
5. Ich liebe Zerstörerteams ... :-))
besonders dann, wenn sie in der 1. Liga als Sieger vom Platz gehen! Das Abstiegsduell gegen Nürnberg haben wir in Berlin erstmal nach Hause gebracht. Wichtige drei Punkte zum Auftakt - was will man mehr. Das Wochenende ist damit fein und rund. Da bei uns in Berlin - in Liga 1 -. Und an den Mitforisten: ich verstehe ja, dass dieser Lernprozess schwierig ist, immer nach oben schauen zu müssen ...
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