Bayerns Meisterstück: Party-Schreck Heynckes, Raubkopierer Schweinsteiger

Von

Jubelnde Bayern: Selbst Heynckes feierte ein wenig Zur Großansicht
Getty Images

Jubelnde Bayern: Selbst Heynckes feierte ein wenig

Die Rekord-Bayern haben ihr Ziel erreicht: Gegen Eintracht Frankfurt machten die Münchner mit dem 1:0 den 23. Ligatitel perfekt. Dabei zeigte sich FCB-Coach Jupp Heynckes als Partyschreck, Bastian Schweinsteiger glänzte mit einer Raubkopie. Das Meisterstück im Spielfilm.

Die Ausgangslage: Anders als noch in der Vorwoche, als selbst ein 9:2 gegen den HSV nicht genug war, stand diesmal fest: Sieg ist gleich Meistertitel in Rekordzeit (siehe Tabelle). Auch im Falle einer Niederlage oder eines Unentschieden musste zeitgleich Borussia Dortmund gegen Augsburg gewinnen, um die FCB-Feier aufzuschieben. Bei Münchens Gegner Frankfurt fielen mit Alexander Meier und Pirmin Schwegler gleich zwei Schlüsselspieler aus, Bayern-Trainer Jupp Heynckes gönnte nur Franck Ribéry auf links eine Pause und setzte stattdessen von Beginn an auf Xherdan Shaqiri. Ein deutliches Signal, dass die Bayern mit dem ersten Titel im Rücken zum Champions-League-Rückspiel bei Juventus Turin reisen - und sich nicht auf einen schwächelnden BVB verlassen wollen.

Prognose des Spiels: "Sie werden's werden", war sich BVB-Trainer Jürgen Klopp schon vor dem Spiel sicher. Der Bis-dahin-Titelverteidiger hatte sich schon lange davon verabschiedet, die Münchner noch einzuholen. Gut abzulesen war das auch an Klopps Aufstellung, unter anderem spielten Ersatz-Torhüter Mitchell Langerak, Jonas Hofmann, Leonardo Bittencourt und Julian Schieber von Beginn an.

Party-Schreck des Spiels: Auf die Frage, ob und in welchem Umfang die FCB-Spieler denn im Falle der Meisterschaft am Wochenende feiern dürften, ohne die Vorbereitung auf das Juve-Rückspiel zu gefährden, reagierte Heynckes vor dem Anpfiff überrascht. "Da haben wir überhaupt nicht drüber gesprochen", so der Coach. "Ich denke, dass die Spieler vernünftig sind." Er brauchte es nicht auszusprechen, aber seine Miene sprach Bände: Wer vor dem Viertelfinal-Rückspiel von Juventus die Sau rauslässt, kann auf wenig Verständnis hoffen.

Die erste Halbzeit: Die Bayern spielten auch in Frankfurt so wie eine Heimmannschaft: offensiv, selbstsicher, souverän. Aber die Eintracht ist nunmal auch nicht der Hamburger SV und so mussten die Münchner einiges mehr investieren, um sich Chancen zu erspielen. Shaqiri, gegen den HSV noch 1:0-Torschütze, traf den Pfosten (10. Minute). In der 27. Minute vergab der bisher sichere Elfmeterschütze David Alaba einen Strafstoß. Ansonsten endete die Dominanz der Gäste aber ziemlich genau an der Strafraumgrenze.

Die Schrecksekunden der ersten Halbzeit: Was will man als Bayern-Trainer bei einer Ausgangsposition wie vor diesem 28. Spieltag auf keinen Fall sehen? Ziemlich sicher Javier Martinez, der nach einem Zweikampf liegen bleibt (5. Minute). Oder Jérôme Boateng, dessen Kopf im Luftduell gleich zweimal in Mitleidenschaft gezogen wird (12./62.). Und natürlich Bastian Schweinsteiger, der sich humpelnd vom Platz schleppt und am Knie behandelt werden muss (23.).

Fotostrecke

15  Bilder
Bayern München: Im Eiltempo zum Titel
Die Auswechslung der ersten Halbzeit: "Die Mannschaft ist mein Baby" - mit diesen Worten hatte Frankfurt-Trainer Armin Veh vor kurzem seine Vertragsverlängerung begründet. Ganz so harmonisch wirkte es allerdings nicht, als Martin Lanig nach 30 Minuten in die Kabine stampfte. Veh, ganz der strenge Vater, war mit der Leistung seines Mittelfeldspielers nicht zufrieden und brachte Stefano Celozzi.

Die zweite Halbzeit: Bis auf Schweinsteigers Tor (52. Minute) passierte bis zur 80. Minute nicht allzu viel. Dann aber überschlugen sich die Ereignisse. Manuel Neuer parierte gegen den völlig freistehenden Srdjan Lakic, ein Handspiel von Dante im Strafraum wurde nicht gepfiffen (81.) und Takashi Inui schoss nur wenige Zentimeter neben das Bayern-Tor (82.). Frankfurt drängte in dieser Phase die Bayern an die Wand. Doch es blieb beim 1:0 der Münchner, da spielte es dann auch keine Rolle mehr, dass der BVB einen zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand noch zu einem 4:2-Sieg drehte.

Die Raubkopie des Spiels: Um 16.40 Uhr wurde Bastian Schweinsteiger zum Raubkopierer. Der Spielgestalter der Münchner war mit in den Frankfurter Strafraum gelaufen, Kapitän Philipp Lahm passte flach an den Fünfmeterraum. Und Schweinsteiger traf auf genau die gleiche Art, wie sein Teamkollege Claudio Pizarro es gegen Hamburg vorgemacht hatte - meisterlich mit der Hacke.

Die Zahlen des Spiels: Manuel Neuer, Dante, Javi Martínez, Mario Mandzukic, Xherdan Shaqiri, Rafinha, Jerome Boateng, Luiz Gustavo, Tom Starke - sie alle feierten ihren ersten Meistertitel. Wesentlich erfahrener ist da Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Für ihn war es der insgesamt 50. Titel seiner Karriere.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 91 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Meister
wolle56 06.04.2013
Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft.Die Bayern haben es verdient. Aber mal was anderes ,das hochgehebe geht mir auf den Sack.Es gibt noch andere Manschaften in der Liga.Die genau so kämpfen wie die Bayern.Ei bisschen mehr Objecktivität gegen andere Mannschaften von seiten der Reporter wäre angebracht. Dies soll aber nicht die Leistung vom Meister Bayern schmälern.
2.
MarkusW77 06.04.2013
Wie schon gesagt herzlichen Glückwunsch für die überragende Saison aber Dante s Unehrlichkeit bei einem solchen saisonverlauf finde ich Arm zumal die Bayern dann zu Hause alles klar gemacht hätten
3.
tulius-rex 06.04.2013
Ein Fest für die Selbstbeweihräucherer mit der großen Kohle, die die Liga durch grenzenlose Spitzenspielereinkäufe, die dann beim FCB die Bank drücken dürfen, zerstören.
4. und die mediale frage aller fragen lautet:
200MOTELS 06.04.2013
werden sie trinken ? und wenn hoffentlich ja, wann werden sie sich endlich alkohol hinter die binde giessen so wie es sich vorbildmaessig gehoert, denn feiern ohne alkohol geht ja gar nicht, und das ist es was seit tagen alle medien bis zur feierpsychose interessiert.
5. Meister ???
Haraldkiri 06.04.2013
Handspiel von Dante. Abgestritten ! Klarer Elfmeter. Passt zu Bayern München. Hoffentlich verkacken sie am Dienstag gegen Juve .
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik WM-News
RSS
alles zum Thema Fußball-Bundesliga
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 91 Kommentare
Die zehn schnellsten Meister der Bundesliga
Spieltag Mannschaft Saison
27. Bayern München 2013/14
28. Bayern München 2012/13
30. Bayern München 1972/73
30. Bayern München 2002/03
31. Werder Bremen 1987/88
31. Bayern München 1998/99
31. Bayern München 2004/05
32. Borussia Dortmund 2011/12
32. Borussia Dortmund 2010/11
32. Bayern München 1988/89

Themenseiten Fußball
Tabellen