Bayern-Gala gegen Schalke: Das Spitzenspiel im Schnelldurchlauf

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Bayern-Profi Alaba: Zwei Tore gegen Schalke

Sie gewinnen nicht nur, sie zaubern dabei auch noch. Die Bayern beherrschen die Bundesliga wie wohl kaum ein Team zuvor. Dieses Mal bekam das Schalke zu spüren. Alles Wichtige zum Spitzenspiel auf einen Blick - von einer beleidigten Leberwurst bis zum Hobby-Psychologen Effenberg.

Die Ausgangslage: Erster gegen Achter. Ja, tatsächlich, wegen der Ergebnisse am Nachmittag war Schalke auf Platz acht abgerutscht. Und weil Dortmund gegen den HSV patzte, hatte der FC Bayern die Chance, mit einem Sieg seinen Vorsprung auf den Zweiten erstmals in dieser Saison auf 15 Punkte auszubauen. 15!

Überraschung des Spiels: Das war die Aufstellung von Arjen Robben. Der hat so lange die beleidigte Leberwurst gespielt, bis Bayern-Trainer Jupp Heynckes den Niederländer im mukschen Zustand nicht mehr ertragen konnte. Da passte es wunderbar, dass Thomas Müller mal eine Verschnaufpause brauchte. Um es vorweg zu nehmen: Wirklich gut spielte Robben nicht - und das ist noch freundlich formuliert. Stellvertretend dafür sei nur die Aktion in der 55. Minute genannt, als Robben den Ball über das Tor lupfte, statt abzuspielen. Nächstes Mal dürfte Müller wieder von Beginn an spielen. Da droht eine neue Leberwurst-Phase.

Prognose des Spiels: "Wenn die Bayern nach einer Viertelstunde führen, kriegt Schalke eine Packung", glaubte Kollege Mike Glindmeier vor der Partie. Gut, die Viertelstunde dauerte dann 19 Minuten, ehe David Alaba zum 1:0 für die Gastgeber traf. Aber der Rest der Prognose traf zu.

Die erste Halbzeit: War ziemlich langweilig weil ziemlich einseitig. Es spielte und traf nur der FC Bayern. Erst erzielte Alaba das 1:0 per verwandeltem Foulelfmeter, dann zirkelte Bastian Schweinsteiger einen Freistoß an den Innenpfosten, von wo der Ball ins Tor sprang (32.). Diese Halbzeitführung war übrigens zwei bis drei Treffer zu gering.

Die zweite Halbzeit: War genau wie die erste. Mit dem einzigen Unterschied, dass nach Alabas zweitem Tor (51.) nicht wieder Schweinsteiger traf sondern Mario Gomez (63.). Am Ende hieß es 4:0. 8:0 wäre auch möglich gewesen.

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Fotostrecke: Tanze Samba mit mir!
Duell des Spiels: Philipp Lahm gegen Benedikt Höwedes - die Platzwahl vor der Partie. Der Bayern-Kapitän gewann. Auch in dieser Disziplin gab es für die Gäste nichts zu holen.

Tanz des Spiels: Die Einlage von Bastian Schweinsteiger und Dante nach dem 2:0, die wohl so etwas wie Samba sein sollte. War bei Schweinsteiger nicht so genau zu erkennen, in diesem Fall stützt sich die Tanz-These auf das Rumgehopse des Brasilianers Dante.

Spieler des Spiels: David Alaba. Alles, was Schalke über seine rechte Seite versuchte, endete bei dem Österreicher. Doch weil der Linksverteidiger defensiv unterfordert war, zauberte Alaba fröhlich in der Offensive. Im Gegensatz zu seinen Landsleuten bei der Ski-WM bewegt sich Alaba auf seinem Terrain elegant und erfolgreich. Und weil vor ihm ein Franck Ribéry in gewohnter Spiellaune herumtobte, darf man getrost behaupten: Diese österreichisch-französische Seite der Bayern gehört zum Besten, was in Europa auf links zu finden ist.

Ärmste Sau des Spiels: Schalkes Torwart Timo Hildebrand. Beim Elfmeter entschied er sich für die falsche Ecke und beim Freistoßtor war der Pfosten mit Schweinsteiger im Bunde. Ansonsten konnte sich der Keeper kaum auszeichnen, weil die Bälle neben und übers Tor gingen - oder drin waren.

Gel des Spiels: Hatte überraschenderweise nicht Schalke-Trainer Jens Keller in den Haaren. Schweinsteiger tat sich mit neuem Look hervor. Geschätzt ein Kilo Pomade sorgte dafür, dass die Frisur selbst beim härtesten Zweikampf nicht aus der Form geriet.

Pechvogel des Spiels: Da gibt es gleich drei - Raffael, Jefferson Farfán und Edu. Weil sie sich aus ihren warmen Trainingsanzügen schälen und beim Stand von 0:4 für Schalke auf den Platz mussten.

Zahlen des Spiels: 15:4 Torschüsse, 10:3 Ecken, 65:35 Prozent Ballbesitz - und diese Werte geben noch nicht einmal im Ansatz die Dominanz der Münchner wieder.

Wortspiel des Spiels: FC Schalke 04 passte selten besser als an diesem Abend.

Erkenntnis des Spiels: "Schalke ist mental an der Grenze." Stefan Effenberg versuchte sich nicht nur als Co-Kommentator beim TV-Sender Sky, sondern auch als Hobby-Psychologe. Er hätte auch sagen können: Schalke ist unfassbar verunsichert und unterlegen. So werden sie in Gelsenkirchen Europacupspiele in der kommenden Saison nur vor dem Fernseher erleben. Ach ja, und die Bayern sind durch, sie haben in der Tabelle jetzt tatsächlich 15 Punkte Vorsprung. 15!

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insgesamt 127 Beiträge
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1. Das heisst -
aaal 09.02.2013
Schalke 4.0 ...)
2. schoenes spiel
Nonvaio01 09.02.2013
einfach nur klasse, sogar der Kommentator hat nur noch von The Red Avalanche geredet Dominant force in Europe (twice in 3 years in the CL final) (Reif habe ich nach 20 min weggeschaltet und auf einen Englischsprachingen sender geschaltet) Das 4-0 war einfach klasse ein 50 meter pass, flanke in die mitte und fertig, da kann keine Mannschaft der Welt etwas gegen machen. 15 Punkte is schon krass..bei noch 36 zu holenden Punkten
3. Ach Gottchen,
eisbaerchen 09.02.2013
Zitat von sysopDPASie gewinnen nicht nur, sie zaubern dabei auch noch. Der FC Bayern beherrscht die Bundesliga wie wohl kaum ein Team zuvor. Dieses Mal bekam das Schalke 04 zu spüren. Alles Wichtige zum Spitzenspiel auf einen Blick - von der bayerischen Leberwurst bis zum Hobby-Psychologen Effenberg. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-spielfilm-zum-duell-fc-bayern-gegen-fc-schalke-a-882423.html
kriegt Euch mal wieder ein, Bayern Fans...ein Bundesligaspeil gegen einen völlig Berg- und Tal fahrenden Schalke 04..die Wahrheit zeigt sich dann auf dem internationalen Parkett!
4. VFL Wolfsburg gegen die Bayern.
allereber 09.02.2013
Ein Spitzenspiel. Das Spitzenspiel kommt erst am nächsten Freitag. Wolfsburg gegen die Bayern.
5. Meisterschaft
Freifrau von Hase 09.02.2013
Das dürfte die Meisterschaft sein. Bin gespannt, ob jetzt auch der eine oder andere Anhänger der Biene-Maja-Fraktion gratuliert oder ob der Klatsche gegen den HSV nur wieder geweint wird, wie ungerecht die Welt doch ist.
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