Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Sonntagspartien in der Bundesliga: So (un)gerecht ist der Spielplan

Von und

An- und Abreise nerven, am nächsten Morgen wartet wieder die Arbeit: Der Sonntagabend-Termin ärgert viele Fußballfans. Umso schlimmer, dass manche Mannschaften sonntags viel häufiger antreten müssen als andere. Das beweist ein Vergleich der letzten 20 Jahre.

Hannover-Profis Sakai, Sobiech, Huszti (v.l.): Am Sonntag im Dauereinsatz Zur Großansicht
Getty Images

Hannover-Profis Sakai, Sobiech, Huszti (v.l.): Am Sonntag im Dauereinsatz

SPIEGEL ONLINE Fußball
Der Rückrundenauftakt in der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München ist ein Spitzenspiel, wie es Fans gern haben: Dritter gegen Erster, Flutlicht, das Wochenende vor der Tür.

Doch auch an diesem Wochenende werden wieder viele Fans enttäuscht sein. Diejenigen Anhänger nämlich, deren Club nicht am Freitag oder Samstag spielen - sondern am letzten Tag des Wochenendes, an dem das Stadionerlebnis arg getrübt wird. Weil am nächsten Morgen die Arbeit wartet. Weil anders als am Samstag (15.30 Uhr und 18.30 Uhr) An- und Rückreise bei der Auswärtsfahrt nerven. Und weil man womöglich die Partie der eigenen Fußballmannschaft im Amateurbereich verpasst.

Regelmäßigen Bundesliga-Fußball am Sonntag gibt es seit 1992. Eine Liebesbeziehung zwischen Fans und dem letzten Spieltag der Woche wird es wohl nicht mehr geben. Jeder Anhänger kennt ja den bangen Blick auf den Spielplan: Wie oft muss mein Club eigentlich noch am Sonntag ran? Und dann ist da noch die Frage nach dem Plan hinter dem Plan: Spielen am Sonntag wirklich bevorzugt jene Clubs, die unter der Woche regelmäßig international antreten? Geht es also gerecht zu?

SPIEGEL ONLINE hat die vergangenen 20 Bundesliga-Saisons untersucht - von 1992/1993 bis 2012/2013. Welcher Club hatte in diesem Zeitraum tatsächlich die meisten Sonntagstermine zu absolvieren? Und wie viele Sonntagspartien sind das pro Saison? Klicken Sie sich durch die Kalenderblätter:

Plätze 33-21
1. FC Saarbrücken

0
Spiele
(Durchschnitt: 0)

Europacup-Teilnahmen: 0

KFC Uerdingen

2
Spiele
(Durchschnitt: 1)

Europacup-Teilnahmen: 0
Bundesliga
1992/1993
1994/1995
1995/1996

SG Wattenscheid 09

2
Spiele
(Durchschnitt: 2)

Europacup-Teilnahmen: 0
Bundesliga
1992-1994

VfB Leipzig

3
Spiele
(Durchschnitt: 3)

Europacup-Teilnahmen: 0

Greuther Fürth

4
Spiele
(Durchschnitt: 4)

Europacup-Teilnahmen: 0

Alemannia Aachen

4
Spiele
(Durchschnitt: 4)

Europacup-Teilnahmen: 0

SSV Ulm 1846

5
Spiele
(Durchschnitt: 5)

Europacup-Teilnahmen: 0

Dynamo Dresden

7
Spiele
(Durchschnitt: 2,3)

Europacup-Teilnahmen: 0
Bundesliga
1992 bis 1995

FC Augsburg

13
Spiele
(Durchschnitt: 6,7)

Europacup-Teilnahmen: 0

Fortuna Düsseldorf

14
Spiele
(Durchschnitt: 4,7)

Europacup-Teilnahmen: 0

FC St. Pauli

19
Spiele
(Durchschnitt: 4,8)

Europacup-Teilnahmen: 0
Bundesliga
1995 bis 1997
2001/2002
2010/2011

SpVgg Unterhaching

20
Spiele
(Durchschnitt: 10)

Europacup-Teilnahmen: 0

Karlsruher SC

20
Spiele
(Durchschnitt: 2,5)

Europacup-Teilnahmen: 4
Bundesliga
1992 bis 2000
2001 bis 2003
2007 bis 2009

1899 Hoffenheim

31
Spiele
(Durchschnitt: 6,2)

Europacup-Teilnahmen: 0

MSV Duisburg

32
Spiele
(Durchschnitt: 4)

Europacup-Teilnahmen: 3
Bundesliga
1993 bis 1995
1996 bis 2000
2005/2006, 2007/2008

37 Clubs spielten seitdem in der höchsten deutschen Spielklasse. Der VfB Leipzig existiert inzwischen gar nicht mehr, der 1. FC Saarbrücken kickt in der dritten Liga, Wattenscheid 09 gar in der Regionalliga. Aber schon beim FC Augsburg erkennt man, wie schwer es die Spielplan-Ersteller der Deutschen Fußball-Liga (DFL) haben (siehe Liste). In den ersten beiden Bundesliga-Jahren der Vereinsgeschichte kommt Augsburg auf eine Quote von 6,5 Sonntagsspielen pro Saison - ohne jede internationale Beteiligung.

"Wir versuchen, die Freitags- Samstags, Sonntags- und Montagstermine gleichmäßig zu verteilen", sagt DFL-Spielplaner Götz Bender SPIEGEL ONLINE. "Das ist der Idealfall, der aber nicht immer zu 100 Prozent bewerkstelligt werden kann."

Plätze 20-11
Energie Cottbus

36
Spiele
(Durchschnitt: 6)

Europacup-Teilnahmen: 0
Bundesliga
2000-2003
2006-2009

Mainz 05

40
Spiele
(Durchschnitt: 5,7)

Europacup-Teilnahmen: 1
Bundesliga
2004 bis 2007
seit 2009

1860 München

41
Spiele
(Durchschnitt: 4,1)

Europacup-Teilnahmen: 5

Arminia Bielefeld

53
Spiele
(Durchschnitt: 5,9)

Bundesliga
1996 bis 1998
1999/2000
2002/2003
2004 bis 2009

VfL Bochum

69
Spiele
(Durchschnitt: 5,8)

Europacup-Teilnahmen: 2
Europacup-Teilnahmen: 1992/1993, 1994/1995,
1996-1999, 2000/2001,
2002-2005, 2006-2010

Hansa Rostock

62
Spiele
(Durchschnitt: 5,6)

Europacup-Teilnahmen: 0
Bundesliga
1995 bis 2005
2007/2008

1. FC Nürnberg

69
Spiele
(Durchschnitt: 5,3)

Europacup-Teilnahmen: 1
Bundesliga:
1992 bis 1994, 1998/1999
2001 bis 2003,
2004 bis 2008, seit 2009

Eintracht Frankfurt

73
Spiele
(Durchschnitt: 4,9)

Europacup-Teilnahmen: 5
Bundesliga:
1992 bis 1996, 1998 bis 2001,
2003/2004, 2005 bis 2011
und seit 2012

1. FC Köln

74
Spiele
(Durchschnitt: 5,3)

Bundesliga:
1992 bis 1998
2000 bis 2002
2003/2004 und 2005/2006
2008 bis 2012

1. FC Kaiserslautern

76
Spiele
(Durchschnitt: 5,1)

Europacup-Teilnahmen: 8
Bundesliga:
1992 bis 1996
1997 bis 2006
2010 bis 2012

SC Freiburg

77
Spiele
(Durchschnitt: 4,3)

Europacup-Teilnahmen: 2
Bundesliga:
1993 bis 1997
1998 bis 2002
2003 bis 2005 und seit 2009

Seit 2008 ist 1899 Hoffenheim erstklassig. Und seitdem wird der Club von vielen für seine eher ausbaufähige Fanschar belächelt. Fakt ist jedoch: Die Sinsheimer haben es auch nicht leicht. In fünf Jahren Bundesliga kommt Hoffenheim auf eine Sonntags-Quote von 6,2 pro Saison (31 Spiele). International gespielt hat der Verein ebenfalls noch nicht. Auf Hannover 96 trifft das nicht zu. 2011, 2012 und 2013 nahm der Club an der Europa League teil, seit dem Wiederaufstieg 2002 musste er 80 Sonntagsspiele absolvieren, also 7,3 pro Saison. Es ist die höchste Quote aller untersuchten Clubs.

Plätze 10-1
Hannover 96

80
Spiele
(Durchschnitt: 7,3)

Europacup-Teilnahmen: 2
Bundesliga:
seit 2002

Bayern München

89
Spiele
(Durchschnitt: 4,2)

Europacup-Teilnahmen: 20

VfL Wolfsburg

89
Spiele
(Durchschnitt: 5,6)

Europacup-Teilnahmen: 8
Bundesliga:
seit 1997

Hertha BSC

93
Spiele
(Durchschnitt: 6,6)

Europacup-Teilnahmen: 9
Bundesliga:
1997 bis 2010
2011
seit 2013

Borussia Mönchengladbach

104
Spiele
(Durchschnitt: 5,8)

Europacup-Teilnahmen: 5
Bundesliga:
1992 bis 1999
2001 bis 2007
seit 2008

Borussia Dortmund

108
Spiele
(Durchschnitt: 5,1)

Europacup-Teilnahmen: 16

Schalke 04

109
Spiele
(Durchschnitt: 5,2)

Europacup-Teilnahmen: 14

Bayer 04 Leverkusen

113
Spiele
(Durchschnitt: 5,4)

Europacup-Teilnahmen: 16

Werder Bremen

124
Spiele
(Durchschnitt: 5,9)

Europacup-Teilnahmen: 19

Hamburger SV

139
Spiele
(Durchschnitt: 6,6)

Europacup-Teilnahmen: 11

VfB Stuttgart

140
Spiele
(Durchschnitt: 6,7)

Europacup-Teilnahmen: 14

Die Spitzenclubs Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen liegen teils klar darunter. Der deutsche Rekordmeister (89 Sonntagsspiele seit 1992/1993) hat mit 4,2 sogar eine der niedrigsten Quoten überhaupt. Die meisten Sonntagsspiele im Untersuchungszeitraum hat der 14-mal im Europacup vertretene VfB Stuttgart bestreiten müssen (140), gefolgt vom Hamburger SV (139).

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
Broko 24.01.2014
Mich regt viel mehr die Tatsache auf, dass der HSV so oft das sogenannte "Spitzenspiel des Spieltages" um 18.30 Uhr austragen darf - ob da Bayernhasser an der Spielplangestaltung sitzen?
2. Naja
kölschejung72 24.01.2014
zu den nicht im internationalen Geschäft vertretenen Mannschaften muss man sagen, dass ja die international spielenden Vereine auch Gegner brauchen und es prinzipiell für den deutschen Fussball unklug wäre, die Spitzenduelle dann genau in die Wochen mit den Internationalen Spieltagen zu legen. Ansonsten sieht man natürlich krasse Ungleichbehandlungen. Wobei man natürlich Vereine, die eh nur 500 Auswärtsfans mitbringen dann auch gerne Sonntags reisen lassen kann. Und Vereine, die das Stadion füllen, dann auch gerne öfter Samstags antreten lassen kann.
3. Irrelevantes Kriterium
ellereller 24.01.2014
Ich halte es für falsch, für die Begründbarkeit der Sonntagsspiele auf die internationale Beteiligung abzustellen. Nur die Euroleague mit ihren Donnerstagsspielen rechtfertigt die Verlagerung der Bundesligabegegnung von Samstag auf Sonntag. Für Clubs, die in der Championsleague regelmäßig am Dienstag spielen, wäre der Sonntag ganz besonders ungünstig. Dadurch erklärt sich, dass die Spitzenclubs eher selten sonntags ran müssen, denn Bayern München hat sehr selten in der Euroleague gespielt.
4. Fakten, Fakten, Fakten...
nabakov 24.01.2014
Dieser Artikel hat leider Focus-Niveau. Bayern, Leverkusen und der BVB spielen vornehmlich CL, Stuttgart usw. wenn, dann zu 90 bis 95% Europe League - und die findet nun mal donnerstags statt, nicht an einem Dienstag oder Mittwoch. Die DFL lässt weitestgehend die EL-Teilnehmer wegen der Erholungsphasen (auch nach Auswärtsreisen in Europa) seit vielen Jahren erst wieder sonntags antreten, soweit es saisonübergreifend möglich ist. Fakten zu lesen und Fakten dann auch - journalistisch aufarbeitend - zu verstehen, das ist eben doch ein kleiner Unterschied...
5.
chris__78 24.01.2014
Zitat von sysopGetty ImagesAn- und Abreise nerven, am nächsten Morgen wartet wieder die Arbeit: Der Sonntagabend-Termin ärgert viele Fußballfans. Umso schlimmer, dass manche Mannschaften sonntags viel häufiger antreten müssen als andere. Das beweist ein Vergleich der letzten 20 Jahre. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-welcher-club-wie-oft-am-sonntag-spielen-muss-a-944022.html
Was für eine sinnfreie Rangliste.... 1. Hätte eine Rangliste nach Durchschnittswerten ein wenig mehr Aussagekraft (immerhin sind die ja angegeben). Dass Clubs die im Untersuchungszeitraum durchgehend in der Bundesliga gespielt haben, mehr Sonntagsspiele haben, als Clubs mit 1 oder 2 Saisons ist ja nun wirklich keine Überraschung. 2. Gab es anfangs nur 1 Sonntagsspiel und früher auch noch mehr englische Wochen als heute, was auch einen Vergleich Durchschnittswerte verzerrt. 3. Hängt die Terminierung ja wie festgestellt wurde stark von den internationalen Spielen ab. Dass Bayern vergleichsweise selten Sonntags spielt, liegt nunmal daran, dass sie viel CL gespielt haben und dort die Spieltage Dienstag/Mittwoch sind und Sonntag BuLi und Dienstag CL praktisch ausgeschlossen ist. Und wer zuletzt oft in der EL vertreten war und deshalb Donnerstag international ran musste, dem versucht man eben ein Sonntagsspiel zu geben um 1 Tag mehr Regeneration zu ermöglichen, was die hohen Quoten von Hannover oder Stuttgart erklärt. Ärgerlich für manche Fans, aber von den Vereinen durchaus erwünscht.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Themenseiten Fußball
Tabellen


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: