Elf Tage nach dem Suizid von Nationaltorwart Robert Enke bemühte sich die Mannschaft von Hannover 96 in ihrem ersten Bundesliga-Spiel, schnell in die Normalität zurückzukehren. Nach einer Gedenkminute begann das Team bei Schalke 04 sehr offensiv und hatte schon in der achten Minute die Chance zur Führung, doch Didier Ya Konan scheiterte an Torhüter Manuel Neuer. 96-Schlussmann Florian Fromlowitz musste in der siebten Minute zum ersten Mal eingreifen: Einen Schuss von Christoph Moritz lenkte er über die Latte. Hannover war über weite Strecken das aktivere Team, Schalke tat sich zunächst im Spielaufbau schwer und kam erst nach einer halben Stunde besser in die Partie. In der 69. Minute traf Jefferson Farfan nach einer Ecke von Rafinha zum 1:0 für Schalke. Dem kurz zuvor eingewechselten Jan Moravek gelang in der Nachspielzeit der 2:0-Endstand.
Während sich Meister Wolfsburg gegen Nürnberg zunächst in der Defensive wiederfand, produzierte der Club eine Torgelegenheit nach der anderen. Allein Christian Eigler hatte in der Anfangsphase drei gute Chancen (4., 7., 15.), die er jedoch allesamt vergab. Die erste Wolfsburger Chance vergab Edin Dzeko (17.), der im Strafraum von Dennis Diekmeier entscheidend gestört wurde. In der Folge ließen beide Teams beste Chancen ungenutzt. Dabei stand vor allem VfL-Keeper Diego Benaglio im Blickpunkt, der reihenweise Chancen des FCN vereitelte. Auf der anderen Seite scheiterte Dzeko zweimal (24., 30.).
Nach der Pause fielen dann auch Tore in Wolfsburg: Albert Bunjaku traf in der 56. Minute nach Vorarbeit von Peer Kluge zur Führung, Ashkan Dejagah glich für Wolfsburg aus (59.). Erneut Bunjako traf in der 64. Minute per Kopf zum 2:1. Einen Strafstoß versenkte Grafite dann noch zum 2:2-Ausgleich (79.). In der Nachspielzeit schloss Kluge einen Konter zum 3:2-Siegtreffer für den Club ab.
"Es ist sehr ärgerlich, dass wir so viele Chancen zugelassen haben und in der letzten Sekunde des Spiels auch noch in einen dummen Konter laufen. In so einer Partie hätte man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein müssen, auf keinen Fall darf jedenfalls so ein Fehler wie beim 2:3 passieren", zeigte sich VfL-Coach Armin Veh nach der Partie enttäuscht. "Wir haben schon im Mittelfeld viele Fehler gemacht, und dazu hat auch die Abwehr diesmal überhaupt nicht harmoniert."
Kuzmanovic trifft - und fliegt vom Platz
Der VfB Stuttgart und Hertha BSC Berlin bleiben im Tabellenkeller, das 1:1-Unentschieden brachte beide Teams nicht nach vorn. Zunächst hoffte Schlusslicht Berlin dank des Führungstreffers von Angreifer Adrian Ramos in der 49. Minute auf den zweiten Saisonsieg. Nach Pass von Artur Wichniarek tanzte Ramos VfB-Torhüter Jens Lehmann aus und erzielte den ersten Bundesliga-Treffer der Hertha nach 489 torlosen Minuten. Doch Mittelfeldmann Zdravko Kuzmanovic, der in der 86. Minute noch die Gelb-Rote Karte sah, gelang in der 82. Minute der Ausgleich für den VfB, der seit zehn Pflichtspielen sieglos ist. Berlin wartet seit dem ersten Spieltag auf den zweiten Bundesliga-Sieg.
Beim Erfolg der Gladbacher gegen Frankfurt sorgten ein kurioses Eigentor von Eintracht-Keeper Oka Nikolov (54.) und ein Treffer von Roel Brouwers (65.) für die Entscheidung. Der Eintracht gelang durch den Handelfmeter von Pirmin Schwegler (87.) nur noch das Anschlusstor. Die besseren Chancen hatten vor 50.000 Zuschauern zunächst die Gladbacher, Juan Arango (6./7.) und Karim Matmour (23.) verfehlten das Eintracht-Tor nur knapp. Das Team von Coach Michael Skibbe geriet nach dem Wechsel durch ein kurioses Eigentor in Rückstand. Nach einer Hereingabe von Levels wollte Russ klären und schoss dabei Nikolov aus kurzer Entfernung an. Vom Körper des Torhüters rollte der Ball ins Netz. In der Folge drängte die Skibbe-Elf auf den Ausgleich, konnte ihre Chancen aber nicht nutzen. Brouwers sorgte mit seinem Kopfballtreffer für die Entscheidung.
luk/sid/dpa
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