Fußball: Wolfsburg trennt sich von Felix Magath

Der erste Trainer-Rauswurf der aktuellen Bundesligasaison ist perfekt: Der VfL Wolfsburg trennt sich nach acht Spieltagen von Felix Magath. Das bestätigte der Club am Nachmittag. Nun übernimmt vorerst Amateurcoach Lorenz-Günther Köstner.

DPA

Hamburg - Felix Magath ist nicht länger Trainer und Manager des VfL Wolfsburg. Das verkündete der Club am Nachmittag und bestätigte damit Meldungen der "Bild"-Zeitung und "Wolfsburger Nachrichten". In einer schriftlichen Erklärung teilte der Verein mit: "Der Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg und Felix Magath sind heute übereingekommen, die Zusammenarbeit zu beenden."

Damit reagierte der VfL auf den schlechtesten Saisonstart seiner Bundesligageschichte. Aus den ersten acht Spielen holte Wolfsburg nur einen Sieg, ist mit fünf Punkten Tabellenletzter. Zuletzt hatte das Team vier Spiele in Folge mit 0:10 Toren verloren. Am vergangenen Wochenende verlor der VfL zu Hause gegen den SC Freiburg 0:2.

Francisco Javier Garcia Sanz, Vorstand der Volkswagen AG und Aufsichtsratschef der VfL Wolfsburg Fußball GmbH, soll Magath um 12 Uhr zum Gespräch gebeten und ihn von seiner Beurlaubung unterrichtet haben. Zuvor hatte der Aufsichtsrat gemeinsam mit VW-Chef Martin Winterkorn die sportliche Situation des Clubs analysiert. Auch die Mannschaft, die sich am Dienstagabend ohne Magath zur Krisenrunde getroffen hatte, soll sich gegen ihren Trainer ausgesprochen haben.

Kritik gab es zuletzt vor allem an Magaths Personalpolitik. Vor dieser Saison hatte er den Kader - wieder einmal - kräftig durchgemischt. Insgesamt 18 Abgängen standen 15 Zugänge gegenüber. Der offizielle Kader umfasst derzeit 35 Spieler, von denen bereits 21 Profis in den acht Bundesligaspielen zum Einsatz kamen. Ein System oder gar eine Stammformation hatte Magath bis zuletzt nicht gefunden.

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Magath und die Wölfe: Trennung auf Platz 18
Wer Magaths Nachfolger als Trainer wird, steht noch nicht fest. Zunächst soll Amateurcoach Lorenz-Günther Köstner das Amt übernehmen und das Team am Samstag bei Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) betreuen. "Ich habe zugesagt, der Verein liegt mir am Herzen", sagte Köster. Als neuer Manager ist angeblich Christian Nerlinger im Gespräch, der im Sommer als Sportchef des FC Bayern entlassen und durch Matthias Sammer ersetzt worden war.

Magath hatte Wolfsburg 2009 zur Deutschen Meisterschaft geführt und war nach einem Engagement bei Schalke 04 im März 2011 zum VfL zurückgekehrt. Damals rettete er den Club vor dem Abstieg. In der vergangenen Saison verpasste der Club als Achter die anvisierten Europapokalplätze.

Seine Trainerkarriere in der Bundesliga begann Magath 1995 beim Hamburger SV, mit dem er als Spieler unter anderem dreimal Deutscher Meister wurde und den Europapokal der Landesmeister gewann. Über die Stationen 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt kam er 2001 zum VfB Stuttgart, wo er mit vielen jungen Spielern Erfolge feierte. Von 2004 bis Januar 2007 trainierte Magath den FC Bayern, wurde mit den Münchnern sowohl 2005 als auch 2006 Meister und Pokalsieger. Von 2007 bis 2009 war er in Wolfsburg tätig, ging anschließend zum FC Schalke und kehrte schließlich zum VfL zurück.

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insgesamt 116 Beiträge
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    Seite 1    
1. Trümmerhaufen
Peter.Lublewski 25.10.2012
Richtig so Felix, einen solchen Trümmerhaufen hast Du nicht nötig.
2.
Robert_Rostock 25.10.2012
Zitat von Peter.LublewskiRichtig so Felix, einen solchen Trümmerhaufen hast Du nicht nötig.
?? Den Trümmerhaufen hat er doch selber erzeugt?
3. Wurde auch Zeit
kriminal3 25.10.2012
Wer Millionen versenkt, die die Arbeiterschaft des VW Konzerns mühsam erarbeitet hat und wem als Trainer die "Menschen" (Spieler) scheinbar vollkommen egal sind, der gehört herausgeworfen!!!
4.
Andr.e 25.10.2012
Zitat von Peter.LublewskiRichtig so Felix, einen solchen Trümmerhaufen hast Du nicht nötig.
War ironisch, oder? Am Trümmerhaufen Mannschaft hat er ja phantastisch mitgewirkt. Schade nur, dass es mit Wolfsburg nun wieder aufwärts gehen wird...
5. Quo vadis, VfL ?
Knackeule 25.10.2012
Tja, das hätten der VfL und vor allem sein Geldgeber VW auch billiger haben können, wenn sie den Felix schon letztes Jahr rausgeschmissen hätten. Dann hätten sie die 70 Mios, die er dieses Jahr schon für nutzlose Spieler verbraten hat, noch im Sack. Wie wäre es jetzt mit Peter Neururer als Trainer ? Der bringt auch nix, ist aber viel unterhaltsamer und vor allem viel billiger.
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