Streit um Rückennummern Chilenischer Verband verbietet Anti-Israel-Trikots

Der chilenische Club Deportivo Palestino muss seine Trikots neu beflocken lassen: Die Rückennummern zeigen die Zahl 1 in Form des Gebietes von Palästina und Israel und provozierten die jüdische Gemeinde in Chile. Nun hat der Fußballverband die Trikots verboten.

Trikot von Deportivo Palestino: Umstrittene Rückennummern
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Trikot von Deportivo Palestino: Umstrittene Rückennummern


Hamburg - Der chilenische Fußballverband hat dem Erstligisten Club Deportivo Palestino das Tragen eines Trikots verboten, auf dem die Zahl 1 in der Form des Gebietes von Palästina und Israel dargestellt ist.

Bisher lief der in Santiago beheimatete Club in drei Spielen mit den Trikots auf, die jüdische Gemeinde in Chile hatte sich dadurch beleidigt gefühlt. Das Trikot transportiert ihrer Ansicht nach die antiisraelische Botschaft, das gesamte Territorium sei palästinensisch.

Nun hat der chilenische Fußball-Verband reagiert und CD Palestino neben dem Trikotverbot noch zu einer Geldstrafe in Höhe von 1300 Dollar (rund 960 Euro) verurteilt. Grund sei ein Verstoß gegen die Regularien, die "keine Form politischer, religiöser, sexueller, ethnischer oder sozialer Diskriminierung erlauben".

Der Verein wurde 1920 von palästinensischen Einwanderern ins Leben gerufen, seine Farben sind diejenigen der Flagge Palästinas: Schwarz, Weiß, Grün und Rot. Der Verein verweist darauf, dass er die gleichen Trikots - inklusive der umstrittenen 1 - bereits in der Vorsaison getragen habe, und veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite das Statement: "Für uns wird Palästina immer das historische Palästina sein und nichts anderes."

Chile ist die Heimat der größten palästinensischen Gemeinde weltweit, in dem südamerikanischen Land leben rund 350.000 Immigranten und ihre Nachfahren. 2011 erkannte die chilenische Regierung offiziell die Unabhängigkeit des Staates Palästina an.

luk



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