Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Fußball-Drittligist: Streit um Leipzigs Zweitliga-Lizenz

RB-Leipzig-Star Daniel Frahn: Spiel mit dem Feuer? Zur Großansicht
Getty Images

RB-Leipzig-Star Daniel Frahn: Spiel mit dem Feuer?

Bei alteingessenen Fußballclubs ist der RB Leipzig verrufen: ein Kunstprodukt, heißt es, gesponsert vom Reklameriesen Red Bull. Jetzt zögert die Deutsche Fußball Liga, dem Verein die Lizenz für die zweite Liga ohne Auflage zu erteilen. Schürt sie damit den Hass?

Hamburg - Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat das Vorgehen der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei der Lizenzvergabe für RB Leipzig Befremden ausgelöst. Die DFL hatte dem Zweitliga-Aspiranten aus Sachsen Bedingungen für die Lizenz dieser Spielklasse auferlegt. Leipzig kann durch einen Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken an diesem Samstag (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) sportlich den Aufstieg in die zweite Liga schaffen.

Strittige Punkte in der Lizenzfrage sind die Besetzung der Führungsgremien mit Mitarbeitern des Geldgebers Red Bull, angeblich zu hohe Eintrittsbarrieren für Vereinsmitglieder in Form von Jahresbeiträgen von 800 Euro sowie die große Ähnlichkeit des Vereinslogos mit dem Logo des österreichischen Getränkeherstellers.

Das Wappen hatte der Sächsische Fußballverband vor fünf Jahren bewilligt. Strukturen und Satzung hatte der DFB für sein Hoheitsgebiet dritte Liga zuletzt so genehmigt - in der entsprechenden Arbeitsgruppe saß auch ein Jurist der DFL. Die Beschlüsse seien einvernehmlich gefasst worden, so ein DFB-Funktionär. Die DFL ist rechtlich Teil des DFB. RB Leipzig legte Einspruch gegen die Lizenzbedingungen ein, man verstoße gegen keine Regeln.

Beim DFB wird befürchtet, die DFL schüre mit ihrem Widerstand den Hass der Fans anderer Vereine gegen den Neuling RB, dessen Kürzel offiziell für "Rasenballsport" steht. "Ein Spiel mit dem Feuer" nennt ein Amtsträger des Verbandes die DFL-Verfahrensweise. Am Ende gebe es gegen den Lizenzantrag keine juristische Handhabe. Dem Vorwurf widerspricht DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig: "Wir führen hier keine Scheingefechte."

Leipzig steht, wenn seiner Beschwerde von der DFL in zwei Instanzen nicht stattgegeben wird, der Klageweg zum Schiedsgericht offen.

Die DFL argumentiert, es liege ein Verstoß gegen den Geist der 50+1-Regel vor, die verlangt, dass der Verein die Stimmenmehrheit behält. Die Regel gilt aber ausdrücklich für Fußball-Kapitalgesellschaften; Leipzig ist ein eingetragener Verein, auch wenn ihn das Unternehmen Red Bull kontrolliert. Nach Auffassung der DFL liegt hier eine Regelungslücke vor.

Die Höhe der Mitgliedsbeiträge ist nirgends festgeschrieben, Leipzig orientiert sich dem Vernehmen nach an der Abgabenordnung und am Bürgerlichen Gesetzbuch. Bei der Besetzung der Gremiumsposten, heißt es unterdessen beim DFB, könne RB Leipzig sogar kompromissbereit sein.

kra

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 161 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wer soll die aufhalten?
paul.oberste-frielinghaus 02.05.2014
Wenn es der DFB nicht macht, dann spielen die irgendwann noch international, sollen Deutschland repräsentieren. Ich bin absolut dagegen, da RedBull viel zu viel Geld da reinstecken wird, was andere Vereine nicht können. Das ist kein fairer Wettbewerb.
2. Tolles Projekt.
frank_w._abagnale 02.05.2014
RB Leipzig ist ein großartiges Projekt, das der Region Leipzig/Sachsen und auch dem deutschen Fußball hilft. Kritik kommt nur von Neidern. Ich betrachte den Initiator dieses großartigen Projekts als Freund und unterstütze ihn vollumfänglich. Und zu dem kritisierten Jahresbeitrag? Wer 800 Euro pro Jahr für viel Geld hält, hat wahrscheinlich eh etwas falsch gemacht.
3. Sehr unkritischer und oberflächlicher Artikel,
randalgraves88 02.05.2014
man könnte vermuten, der Autor sei Jurist. http://m.11freunde.de/detail/216572?redirected=1&fb_action_ids=777887622221556&fb_action_types=og.likes
4. Linzenz gar nicht geben!
gustav.vision 02.05.2014
Dann müssen die Lilien nicht in die Relegation!
5. mmm
garfield53 02.05.2014
Mich beschleicht das Gefühl, das einige Vereinsbosse der Bundesligavereine, welche seltsamerweise auch noch in Doppelfunktion "Gott" spielen glauben zu können, wer im "Fussballzirkus auftraten darf, kalte Füsse, ja u.U. Angst um ihre festbetonierten Anteile am grossen Geldkuchen bekommen, weil da ein Verein auftaucht, welcher wirtschaftlich völlig von ihren "Geldgeschenken" unabhängig ist, von unten nach oben professionell aufgestellt und in 2 oder 3 Jahren für viele "vermeintliche" Stars interessant sein kann. Und Bayern und Dortmund vielleicht nicht mehr "straflos" unter den deutschen Nachwuchstalenten wildern kann, um sie aus blossen Konkurrenzneid, auf der Bank versauern lässt. Da kommt ein Verein, welcher sagt was er meint, schwäbisch geizig, du bist unser Mann, wenn du tausendprozentig mit uns gehst, ansonsten, eine lange Bank ist uns zu teuer und die Rente kannst du wo anders erwarten. Da musste wahrscheinlich erst ein Össi kommen, um den satten Bossen zu zeigen, wie es heutzutage wirklich läuft, nämlich, neben supersportlicher Leistung, auch wirtschaftlich professionell. Das der DFB mal über die "Platzhirsch- und Neidmacken" der DFL "nicht amüsiert" ist, weil die vorgetäuschten rechtlichen Ausreden auf tönernen Füssen stehen, bringt mich zum Feiern. Spätestens morgen nachmittag, in der City von L.E.!!!!!!!! Übrigens bin ich Vita-Cola-Fan!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: