Maradona in der 5. Liga Sie tragen ihn wieder auf Händen

Diego Maradona und der Fußball, das ist eine Liebesbeziehung für die Ewigkeit. Eigentlich arbeitet der Weltmeister von 1986 nur noch als Sportbotschafter, doch nun hat der 52-Jährige einen Beraterposten in der 5. argentinischen Liga übernommen - und einen hochemotionalen Sieg gefeiert.

REUTERS

Hamburg - Als Spieler wurde er Weltmeister, italienischer Meister, Uefa-Cup-Sieger und zum "Fußballer des Jahrhunderts" gewählt. Doch dass es nicht immer die ganz große Bühne sein muss, um Diego Armando Maradona in sportliche Ekstase zu versetzen, zeigte sich nun - in Argentiniens fünfter Liga.

Dort feierte der 52-Jährige am Montag mit Deportivo Riestra beim 2:1 über San Miguel den ersten Saisonsieg. Maradona war zwar nicht als Torschütze für den Erfolg verantwortlich, nicht mal als Trainer hatte er mitgewirkt - die Fußballlegende steht dem Verein lediglich "ehrenhalber" als Teilzeitberater zur Seite, wie die Tageszeitung "La Nación" kürzlich berichtete.

Eigentlich lebt Maradona als Sportbotschafter in Dubai - doch die Nähe zum Spielfeld scheint ihm gefehlt zu haben. In seiner neuen Rolle will er sich nun statt auf Technik oder Taktik ganz auf den emotionalen Aspekt des Spiels konzentrieren, soweit es sein Zeitplan zulässt.

"Man kann alles!"

Argentiniens WM-Trainer von 2010 begann seine Arbeit für Riestra am Abend vor dem Spiel mit einem langen Vortrag voller Anekdoten und Ratschläge an die Spieler, wie die staatliche Nachrichtenagentur Télam berichtete. Das Spiel am Montag verfolgte Maradona, neben seinem Vater sitzend, am Rande des Spielfeldes in dem kleinen Stadion, das keine Tribüne besitzt.

Der frühere Ausnahmefußballer begleitete die Tore mit Freudensprüngen und Geschrei, trat gegen einen Zaun, schimpfte über einige Schiedsrichterentscheidungen, sprach ununterbrochen mit den Spielern auf dem Platz und feierte am Ende den Sieg. "Sie haben gesehen, dass man kann, man kann alles", rief er seinen Spielern zu. Teils zu Tränen gerührt trugen diese Maradona auf Händen aus dem Stadion - ganz so, als hätten sie gerade einen Titel gewonnen.

luk/dpa



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to5824bo 21.08.2013
1. Trauriger Zeitgenosse
Wer es nicht schafft, auf eigenen Beinen zu stehen, muss sich halt auf Händen anderer tragen lassen, auch wenn sie aus der Bezirksliga kommen. Ein trauriger Zeitgenosse, dieser Diego Amando...
longdonglarry 21.08.2013
2. Diego Armando
Zitat von sysopREUTERSDiego Maradona und der Fußball, das ist eine Liebesbeziehung für die Ewigkeit. Eigentlich arbeitet der Weltmeister von 1986 nur noch als Sportbotschafter, doch nun hat der 52-Jährige einen Beraterposten in der 5. argentinischen Liga übernommen - und einen hochemotionalen Sieg gefeiert. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-diego-maradona-in-der-5-argentinischen-liga-a-917590.html
Man muss ihn einfach liebhaben.
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