07. Dezember 2012, 13:36 Uhr
Fragen und Antworten zur Fußball-EM 2020
Vorfreude auf das Mega-Event
Eine Fußball-Europameisterschaft auf dem ganzen Kontinent! Im Jahr 2020 wird rund um die Endrunde (fast) alles anders - vor allem für die Fans. Anreise, Unterkunft, Stimmung: SPIEGEL ONLINE wagt einen ersten Ausblick auf ein revolutionäres Turnier.
Die Nachricht ist noch nicht einmal 24 Stunden alt, da geht es schon los, das Geschacher. Mit ihrer Entscheidung, die EM 2020 in mehreren Ländern auszutragen, elektrisiert die Uefa Fußball-Europa. Und David Bernstein, der Vorsitzende des englischen Fußball-Verbandes (FA), lässt schon jetzt dezent wissen, dass mit dem Wembley-Stadion in London eine ganz prächtige Arena für das Endspiel zur Verfügung stehe. "Ich denke, die Uefa hat uns auf dem Zettel, aber die Konkurrenz wird groß sein", sagte Bernstein.
Stimmt. Noch nie wurde eine EM-Endrunde in mehr als zwei Ländern ausgetragen. 2020 soll nun offenbar in bis zu 14 europäischen Städten gespielt werden. Laut Generalsekretär Gianni Infantino setzt die Uefa auf "einen guten Mix aus Ländern, die noch nie eine EM hatten, und denen, die schon einmal ein solches Turnier ausgetragen haben".
Das lässt Raum für Spekulationen, endgültig stehen die Ausrichter erst 2014 fest. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte bereits Spiele in Berlin in Aussicht gestellt, die Finalwoche "soll in einer Stadt stattfinden, die Uefa denkt da an Istanbul".
Was kommt jetzt auf die Fußballfans zu, die dabei sein wollen?
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Tickets: Ein leicht verständliches (Vor-)Verkaufssystem und erschwingliche Tickets - das wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Egal, wo am Ende gespielt wird, günstig wird das Fußballvergnügen 2020 nicht. Und das liegt sicher nicht nur an den Eintrittskarten.
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Reise: Die EM 2020 wird Groundhopper glücklich machen. Beispiel: Die (mögliche) Reiseroute vom Estádio da Luz in Lissabon zum Nationalstadion in Warschau führt nicht nur durch sechs Länder, sondern ist mit 3326 Kilometern auch lang genug, um - je nach Reisemittel und Route - noch auf einen Abstecher bei einem zünftigen Amateurfußballplatz in Belgien vorbeizuschauen. Für alle anderen gilt wohl wieder nur: Die Highlights (Deutschland!) raussuchen und frühzeitig buchen. Dann wird die Urlaubskasse nicht überstrapaziert.
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Verpflegung & Unterkunft: Zum Gruppenspiel nach Portugal, das Achtelfinale in Frankreich und das Halbfinale in Italien: Nicht nur für Reisemuffel wird die EM 2020 eine Herausforderung, für manchen wird sie es auch kulinarisch. An das einheitlich ausgeschenkte Bier (Sponsor!) in den Stadien hat sich der Fan mehr oder minder gewöhnt. In den Spielorten, den Hotels und Herbergen, kann man aber endlich mal essen und trinken, was man immer schon essen wollte: Maisbrei (Rumänien) zum Beispiel, oder Schwarzsuppe (Schweden).
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Sprache: Wer is se Futbal Stadion? Okay, für die essentiellen Dinge im Fanleben reicht das gute alte Schulenglisch in den meisten Fällen - auch wenn einige Reporter bei der EM 2012 in der Ukraine die gegenteilige Erfahrung machen mussten. Interessant könnte es für EM-Reisende im Jahr 2020 werden, wenn wirklich ein kompletter EM-Neuling einen Zuschlag erhält, Rumänien zum Beispiel. In Bukarest steht bereits ein Europacup-erprobtes Stadion. Und wer meint, dort nicht mit Englisch voranzukommen: Sie haben noch fast acht Jahre Zeit, um Ihr Rumänisch aufzumöbeln.
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Stimmung: SPIEGEL ONLINE erreichten bereits am Donnerstagabend die ersten besorgten Leserbriefe. Tenor: Wie soll denn da Stimmung aufkommen? Noch immer beseelt vom kollektiven Ausnahmezustand während der Sommermärchen-WM 2006 in "Schlaaaand" und den wohlig-warmen Gedanken an ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl fürchtet sich mancher vor einer emotionslosen Endrunde vor dem Fernseher. Allerdings: Fußballfeste wie die EM haben schon immer davon gelebt, dass Fans unterschiedlicher Nationen friedlich miteinander feiern, egal ob im Stadion oder beim Public Viewing daheim. Was soll daran 2020 anders sein?
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Sicherheit: Man darf annehmen, dass ein Großteil der Partien an Städte geht, in denen seit Jahren oder Jahrzehnten großer Fußball gespielt wird. In Madrid, Mailand oder London haben Polizei und Ordnungskräfte viel Erfahrung mit der Durchführung dieser Großereignisse. Eine Garantie für Spiele ohne Ausschreitungen ist das natürlich nicht, aber die Uefa würde mit dieser Wahl die Chancen darauf erhöhen.
chp
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