Löws EM-Kader: Jung-Stars auf Bewährung

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Bundestrainer Joachim Löw vertraut für die EM auf seine bewährten Nationalspieler. Mit Jungstars wie Julian Draxler und Marc-André ter Stegen hat er zwar Neulinge nominiert. Aber das ist nur Symbolik. Zum Turnier fahren Spieler, die Löw unter Härtebedingungen getestet hat.

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Die Gegend um Rastatt gilt als Sonnenregion. Am Montag jedoch regnete es Bindfäden im Badischen. Das war es dann auch schon mit den Überraschungen, die Rastatt an diesem Tag zu bieten hatte. Die Bekanntgabe des erweiterten EM-Kaders, für die sich der Deutsche Fußball-Bund das 50.000-Einwohner-Städtchen ausgesucht hatte, gehörte jedenfalls nicht dazu.

Wer erwartet hatte, dass die Nominierung Unerwartetes bringen würde, kennt den Bundestrainer nicht. Joachim Löw vertraut denen, die das Team so souverän durch die EM-Qualifikation getragen haben.

Über Patrick Helmes, den Wolfsburger Stürmer, war zuvor spekuliert worden, über die Mönchengladbacher Mike Hanke und Tony Jantschke - am Ende stand stattdessen doch wieder Cacau vom VfB Stuttgart im Aufgebot. Es sind die bewährten Kräfte, die bei der EM das große Ziel vom Titelgewinn angehen sollen. Löw hat seine Spieler jahrelang getestet. Jetzt noch große Experimente einzugehen - darin sieht er keinen Sinn.

Streichkandidaten stehen so gut wie fest

So dürften wohl auch jene Namen, die noch am ehesten für gewisses Erstaunen sorgten, am Ende nicht mehr im Aufgebot auftauchen. Am 29. Mai wird der endgültige Kader für Polen und die Ukraine verkündet. Vier Spieler müssen aus dem erweiterten Kader noch gestrichen werden. Der Schalker Julian Draxler dürfte dazu gehören, der mit seinen gerade 18 Jahren ein Versprechen auf die Zukunft ist, ein "Spieler mit viel Potential, fußballerisch enorm entwicklungsfähig", wie der Bundestrainer lobt.

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Vorläufiger EM-Kader: Vier müssen noch gehen
Der junge Königsblaue ist sicherlich einer der Aufsteiger der Liga, hat sich inmitten der hochgelobten Schalker Star-Offensive einen Stammplatz erkämpft. Aber ein Turnier kommt noch zu früh für ihn. Oder der Gladbacher Marc-André ter Stegen, auch er erst 19 Jahre alt. Ein Torwart, der laut Löw "großartige Leistungen und eine erstaunliche Abgeklärtheit" in der Saison bewiesen hat. Draxler und ter Stegen sind Spieler für die Zeit nach der EM. Mit ihrer Nominierung hat Löw das deutlich gemacht. Mehr bedeutet es noch nicht.

Für den Leverkusener Lars Bender, ebenso wie sein Zwillingsbruder Sven im Aufgebot, dürfte es ebenfalls nicht reichen. Gleiches gilt für den Dortmunder Ilkay Gündogan. Mit Gündogans Nominierung wird nicht nur dessen starke Rückrunde honoriert. Seine Berufung dürfte auch eine Art Belobigung des Deutschen Meisters Borussia Dortmund gewesen sein. Zum definitiven 23er-Aufgebot dürfte er angesichts der massiven Konkurrenz im Mittelfeld nicht mehr gehören. Lars Bender und Gündogan stehen im Wettstreit mit gestandenen Spielern wie Toni Kroos, Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger. Dazu kommt noch, dass Löw von Bender-Zwilling Sven viel hält - "einer, der bei uns im Training immer überzeugt hat".

Löw spricht deutliche Worte zur Ukraine

Andere sind wohl nachhaltig außen vor: Stefan Kießling von Bayer Leverkusen, Teamkollege Simon Rolfes oder Dennis Aogo vom Hamburger SV werden es schwer haben, noch einmal in den inneren Kreis der Nationalmannschaft zurückzukehren. Löw setzt mittlerweile auf andere. Er hat zwar speziell für Rolfes noch ein paar lobende Worte übrig - "wenn er seine Top-Form hat, ist er ein zuverlässiger Spieler" - , aber eigentlich ist es bei Löw so: Wer einmal draußen ist, kommt nicht wieder hinein.

Nur drei Stürmer mit Mario Gomez, Miroslav Klose und Cacau, nur sieben Abwehrspieler - Löw hat deutlich gemacht, welchem Mannschaftsteil er die größte Bedeutung beimisst. In einem modernen laufintensiven Mittelfeldspiel sieht er das Rezept zum Erfolg. Hier findet sich der klare Schwerpunkt im Kader: Von Schweinsteiger, Kroos, Khedira, über Mesut Özil und Thomas Müller, bis hin zu Mario Götze, Marco Reus und Lukas Podolski. Wohl und Wehe des deutschen Spiels bei der EM wird sich im Mittelfeld entscheiden.

Löw hat mit dieser Nominierung seine Linie betont. Der Bundestrainer gibt die Richtung vor, und das betrifft nicht nur das Sportliche. Mit vier, fünf markanten Sätzen skizzierte er am Montag die Position des DFB zum Thema Ukraine. "Jeder Spieler ist offen, seine Meinung zu sagen", gab er den Nationalspielern einen Freibrief, auch Stellung zum Thema Menschenrechte im EM-Gastgeberland zu nehmen - wie es sein Kapitän Philipp Lahm im SPIEGEL bereits getan hat. Schließlich habe er "sehr aufmerksame Spieler, die die Augen nicht verschließen vor dem, was um sie passiert". Man werde zwar "nicht als Weltpolizei in die Ukraine reisen", aber er habe gelernt, dass "Menschenrechte und die Pressefreiheit zu den höchsten Gütern gehören".

Mehr war dazu nicht zu sagen.

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Warum nochmal ausführlich wiederholen
Roßtäuscher 07.05.2012
Zitat von sysopREUTERSBundestrainer Joachim Löw vertraut für die EM auf seine bewährten Nationalspieler. Mit Jungstars wie Julian Draxler, Ilkay Gündogan und Marc-André ter Stegen hat er zwar Neulinge nominiert. Aber das ist nur Symbolik. Zum Turnier fahren Spieler, die Löw unter Härtebedingungen getestet hat. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,831786,00.html
Löw hat doch bereits alles zu seinen Vorab-Nominierungen gesagt, und den Enttäuschungen bei den betroffenen Kickern.
2. Reus
stevowitsch 07.05.2012
Zitat: "Vor der WM 2010 hat er es mit dem Gladbacher Marco Reus genauso gemacht wie jetzt mit Draxler." Also ich habe zur sicherheit eben nochmal den vorlaeufigen Kader fuer die WM 2010 recherchiert. Und siehe da, meine Erinnerung trog mich nicht: Von Marco Reus nix zu sehen. Dachte der Autor vielleicht an Marco Marin? Der war naemlich in besagtem Kader, und blieb dann zu hause. Reus kam zu seinem Laenderspieldebut erst 2011. Die vorherigen Einladungen musste er allesamt wegen Verletzungen oder Erkrankungen absagen.
3. Alles richtig!
joschitura 07.05.2012
Daß Löw ein One Trick Pony wie Helmes oder ein One Hit Wonder wie Kießling nicht mitnimmt, spricht für seinen Sachverstand. Allerdings wissen wir alle: wenns nix wird mit dem Titel, krauchen die Besserwisser, die Löw-Verächter und die Bayernhasser aus dem Norden unter ihren Steinen hervor und haben natürlich alles vorher gewußt...
4.
Creepwood 07.05.2012
Für Helmes und Kießling tut es mir leid; beide sind definitiv besser als Cacau. Ein "clogger" hat unter diesen talentierten Abwehrspielern auch gar nichts zu suchen. Und statt dem Leverkusen-Bender hätte ich Moritz Leitner nominiert. Aber naja.
5.
Creepwood 07.05.2012
Zitat von CreepwoodFür Helmes und Kießling tut es mir leid; beide sind definitiv besser als Cacau. Ein "clogger" hat unter diesen talentierten Abwehrspielern auch gar nichts zu suchen. Und statt dem Leverkusen-Bender hätte ich Moritz Leitner nominiert. Aber naja.
Sorry, da fehlt der Name Mertesacker. Der hat in dieser Abwehr nichts verloren.
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