Nach Urteil pro Energie Cottbus DFB stellt Verbandsentscheid in Frage

Der DFB hat angekündigt, gegen das Urteil des Nordostdeutschen Fußballverbands vorzugehen. Ein Gericht hatte entschieden, dass Energie Cottbus nach Ausschreitungen im Spiel gegen Babelsberg eine Geldstrafe erspart bleibt.

Ausschreitungen bei Partie zwischen Cottbus und Babelsberg im April 2017
DPA

Ausschreitungen bei Partie zwischen Cottbus und Babelsberg im April 2017


Nachdem Energie Cottbus vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) informiert worden ist, dass der Berufung gegen die zweite Ahndung der Geschehnisse beim Auswärtsspiel in Babelsberg am 28. April stattgegeben wurde, schaltet sich nun der DFB-Kontrollausschuss ein. Er will das Urteil prüfen und nach jetzigem Stand Revision einlegen.

"Wir haben erhebliche Bedenken an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung des NOFV-Verbandsgerichts. Daher habe ich den DFB-Kontrollausschuss gebeten, diesen Fall eingehend zu prüfen und gegebenenfalls Revision beim DFB-Bundesgericht einzulegen", sagte DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch.

Beim Aufeinandertreffen der beiden Teams war es am 31. Spieltag der Regionalliga zu schweren Ausschreitungen gekommen. Gästefans aus Cottbus hatten den Platz gestürmt und Pyrotechnik gezündet, mehrfach stand die Partie vor dem Abbruch. Kurz darauf wurde der Klub für das Vergehen der eigenen Anhänger zu einer Verbandsstrafe verurteilt. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Im November wurde Cottbus eine Geldstrafe auferlegt, die zum Teil in ein "Konzept zur Vermeidung von demokratiefeindlichen Verfehlungen" fließen sollte.

Begründet wurde das zweite Urteil damit, dass weitere - unter anderem rechtsradikale und antisemitische - Straftaten erst nach Abschluss des Verfahrens bekannt gemacht worden seien. Cottbus entschied sich daraufhin, gegen die neuerliche Bestrafung Berufung einzulegen. (Lesen Sie hier mehr zur Cottbuser Fan-Problematik)

bam



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