Treffen zwischen Fans und DFL "Redebedarf und Vertrauen"

Es war eine erste Annäherung nach Wochen des Streits: Vertreter von Fangruppierungen haben sich in Frankfurt mit den DFL-Spitzenfunktionären Andreas Rettig und Christian Seifert getroffen. Beide Seiten bewerteten das Gespräch positiv.

Protestmarsch von Dortmund-Fans: "Es gibt immer noch viel Redebedarf"
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Protestmarsch von Dortmund-Fans: "Es gibt immer noch viel Redebedarf"


Hamburg - Pyrotechnik, Ganzkörperkontrollen, Kartenkontingents: In den vergangenen Monaten gab es einige Reizthemen im Fußball, über die verbissen diskutiert und gestritten wurde. Gerade das von den meisten Profivereinen verabschiedete Sicherheitskonzept der DFL traf bei vielen Fans auf Unverständnis und Empörung.

Nach den monatelangen Streitigkeiten hat es nun eine erste Annäherung gegeben. Über zwei Stunden haben sich 20 Fanvertreter, unter ihnen auch einige Ultras, am Dienstag in Frankfurt am Main mit den DFL-Spitzenfunktionären Christian Seifert und Andreas Rettig über die Inhalte und die geplante Umsetzung des Konzepts gesprochen.

"Es gab viel Redebedarf und es gibt immer noch viel Redebedarf", sagte Jan-Henrik Gruszecki, Sprecher des Aktionsbündnisses "12:12", das mit seinem wochenlangen stummen Protest in den Stadien bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Die DFL habe klargestellt, "dass sie künftig die Faninteressen noch mehr in den Mittelpunkt stellen wird." Bundesliga-Geschäftsführer Rettig scheint bei den Fans Gehör zu finden: "Wir vertrauen Herrn Rettig, dass er es ernst meint mit einem offenen Dialog mit den Fans", so Gruszecki.

"Positiv und glaubwürdig"

Rettig kündigte an, dass voraussichtlich Ende März ein weiteres Treffen in dieser Runde stattfinden werde, bei dem die künftige Einbindung von Fanvertretern in den Strukturen von DFB und DFL besprochen werden soll. "Alle beim heutigen Treffen Anwesenden waren sich darüber einig, dass der Austausch notwendig ist, auch weil in vielen Punkten noch Redebedarf bestand und weiterhin besteht", so Rettig.

In der DFL-Zentrale waren neben Seifert und Rettig auch Hendrik Große Lefert, der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie Sprecher der Fanbeauftragten, der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte, von "Unsere Kurve", "ProFans", "12:12" und "Kein Zwanni" anwesend.

"Ich empfand es positiv und auch glaubwürdig", sagte KOS-Sprecher Michael Gabriel. Im Vorfeld habe es eine gewisse Skepsis in der Fanszene gegeben. Gabriel ist aber überzeugt: "Die DFL ist langfristig daran interessiert, dass die Fans besser eingebunden werden." Und die vertretenen Gruppen hätten ihre Bereitschaft erklärt, zusammen mit dem Fußball an einer positiven Fankultur zu arbeiten.

Konkrete Ergebnisse gab es bei dem Treffen allerdings nicht, was auch Gruszecki betonte: "So wichtig Dialog ist, wir würden uns freuen, wenn dann auch ein sichtbares Signal in unsere Richtung, also in Richtung Fanfreundlichkeit erfolgte."

bka/dpa



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