Fußball Fifa-Medizinchef fordert Pause bei Kopfverletzungen

Bei der WM spielte Christoph Kramer nach einem Zusammenstoß weiter, in den USA klagen Eltern wegen gefährlicher Kopfbälle. Jetzt hat der Medizinchef der Fifa vorgeschlagen, Spiele bei möglichen Kopfverletzungen drei Minuten zu unterbrechen.

Nationalspieler Kramer im WM-Finale: Sichtlich desorientiert weitergespielt
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Nationalspieler Kramer im WM-Finale: Sichtlich desorientiert weitergespielt


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Hamburg - Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission im Fußball-Weltverband Fifa fordert Spielpausen beim Verdacht auf eine Gehirnerschütterung eines Spielers. Er wolle die Zustimmung von Fifa und Uefa dafür einholen, "dass man im Fall eines Verdachts auf eine Gehirnerschütterung den Schiedsrichter darum bittet, das Spiel für drei Minuten anzuhalten", sagte Michel D'Hooghe bei einer Konferenz in Manchester. Der Schiedsrichter solle sicherstellen, dass ein Spieler nur weiterspielen darf, wenn ein Teamarzt zustimmt.

D'Hooghe reagierte damit auf zunehmenden öffentlichen Druck. So klagt etwa eine Eltern-Initiative in den USA gegen die Fifa wegen der nach ihrer Ansicht gesundheitsgefährdenden Kopfball-Technik.

Der englische Fußballverband hat seine Richtlinien bereits in dieser Saison verschärft: Ein Spieler mit einer Kopfverletzung muss den Platz verlassen und von einem Vereinsarzt untersucht werden. Der Trainer muss sich der Entscheidung des Arztes beugen.

Bei der WM hatte der Fall Christoph Kramer für Aufsehen gesorgt: Der deutsche Nationalspieler hatte im Finale nach einem Zusammenstoß mit Argentiniens Ezequiel Garay sichtlich desorientiert weitergespielt. Erst 15 Minuten später war er ausgewechselt worden.

buc/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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maxehaxe 09.09.2014
1. Warum
...zur Hölle sollte man das Spiel dafür unterbrechen? Wenn es einem die Kreuzbänder zerschießt wird ja auch nich unterbrochen bis der im kernspin war. Sobald ein Spieler verletzt abseits des Platzes behandelt werden muss, muss das medizinische Personal der Mannschaft selbstverständlich in jedem Fall sicherstellen, dass der Betroffene Spieler noch einsatzfähig ist - bevor das nicht eindeutig ist muss er halt draußen bleiben. Wenn dem Trainer das zu lange dauert muss, er halt wechseln. Egal ob ein Spieler einen Ellenbogen an den Kopf gekriegt hat oder ihm jemand die Achillessehne zersäbelt hat.
phrasenmaeher 09.09.2014
2. Dafür!
Wenn man sich Kramer in Erinnerung ruft, wie er sichtlich derangiert über dan Platz taumelte, kann man dieser Idee der Zwangsunterbrechung nur zustimmen. Auch wenn man über die Klage ausgerechnet der besorgten US-Mutter nur lachen kann - ist die in den USA weit verbreitete Kopfschuss-Technik Dank Waffenlobby doch ein weitaus größeres Problem, nicht nur für die lieben Kleinen.
Who knows this 10.09.2014
3. Macht durchaus Sinn
Das Problem mit Gehirnerschütterung ist das der betroffene Spieler sich der Verletzung nicht bewusst ist. Er sagt er sei fit und will spielen. Um fest zu stellen, ob es eine Gehirnerschütterung ist gibt es ein Standard verfahren ( dauert ca. 7 Minuten). Bisher spielen die Spieler einfach weiter, weil es ein zu großer Nachteil wäre für die Zeit des Check ups mit einem Spieler weniger zu spielen. Sollte die FIFA vorschreiben das so ein Check gemacht werden muss,e durchaus fair das Spiel in der Zeit zu unterbrechen. Den meistens geht ja ein Foul voraus und es würden den gefaulten zusätzlich bestrafen.
duke_van_hudde 10.09.2014
4. Hmm
Zitat von maxehaxe...zur Hölle sollte man das Spiel dafür unterbrechen? Wenn es einem die Kreuzbänder zerschießt wird ja auch nich unterbrochen bis der im kernspin war. Sobald ein Spieler verletzt abseits des Platzes behandelt werden muss, muss das medizinische Personal der Mannschaft selbstverständlich in jedem Fall sicherstellen, dass der Betroffene Spieler noch einsatzfähig ist - bevor das nicht eindeutig ist muss er halt draußen bleiben. Wenn dem Trainer das zu lange dauert muss, er halt wechseln. Egal ob ein Spieler einen Ellenbogen an den Kopf gekriegt hat oder ihm jemand die Achillessehne zersäbelt hat.
Nun klar isnd Unterbrechungen der grösste Mist nur hier gibt es ein Problem. Wenn das Spiel direkt weiter geht kann es dazu führen das man einen Spieler schnell wieder auf dne Platz schickt nur um nicht 10 -11 spielen zu müssen.Wenn ich aber 3 Min habe kann ich zumindestens einen shcnell Test(Augenverhalten) machen und auch noch eine auswechslung vornehmen. Ich weiß nicht ob sie das WM Finanle gesheen haben aber Kramer sah ein paar mal ganz klar wie weggetreten aus. Er wusste wohl angeblich nicht mehr das er im WM Finale war und hat genau dies den Schirir gefragt und der hat dann wohl Schweinsteiger oder Lahm informiert und Kramer wurde dann rausgenommen. Die Bilder im Fernsehen waren auf jeden Fall für mich sher schrecklich. Ich bin eigentlich auch gegen jede Unterbrechungen aber in einen solchen Fall sollte die Gesundheit vorgehen.
drahdinedum 10.09.2014
5. Sehe das wie der duke...
Des Weiteren, denke ich auch, dass man gerade bei bei Kopfverletzungen vorsichtig sein muss! Mit Ruckartigen Bewegungen etc. Bin jetzt auch kein großer Boxfan, aber ich glaube die werden nach einem Knock-Out auch erst am Boden behandelt! Und gegoogelt hab ich auch kurz z.B. Gehirnerschütterung: Gehirnerschütterung Durch die Gewalteinwirkung auf den Kopf wird die Hirnmasse gegen den Schädelknochen gepresst. Dadurch entsteht eine Hirnschwellung, welche zur Bewusstlosigkeit führen kann. Erkennung: kurzzeitiger Schwund des Bewusstseins, keine Erinnerung an Ereignisse kurz vor dem Unfall, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen Gefahren: Blutung, Bewusstlosigkeit bedeutet Lebensgefahr durch Verlegung der Atemwege (Aspiration) und Atemstillstand als Folge der Aspiration und des Hirndrucks. Maßnahmen: Prüfung der Atmung Bei Atmung Seitenlage Bei Atemstillstand Atemspende Wiederholt Atmung kontrollieren Notruf In jedem Fall entscheidet nur der Arzt, ob der Verletzte aufstehen darf oder nicht.
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