Kampf gegen Korruption: Fifa-Reformer Pieth zieht sich zurück
Mark Pieth sollte die Korruption im Fußball-Weltverband bekämpfen und für mehr Transparenz sorgen. Nach Ansicht des Schweizer Kriminologen sind nun die Grundlagen geschaffen, damit die Fifa den Reformkurs auch ohne ihn verfolgen kann. Zum Jahresende will Pieth sein Amt aufgeben.
Pieth, Jahrgang 1953, gibt demnach sein Amt als unabhängiger Compliance-Beauftragter der Fifa auf, auch seine Beraterkommission IGC wird dem Weltverband nicht mehr zur Verfügung stehen.
"Ich habe mich mit dem IGC immer in einer Geburtshelferrolle gesehen. Es sind jetzt in die Fifa unabhängige Governance-Strukturen gepflanzt worden, die aus meiner Sicht funktionieren können", sagte Pieth. Ob der Verband den begonnenen Reformkurs einhält, hänge jetzt ganz von ihr ab: "Es geht da in Zukunft um Selbstregulierung. Wenn die Fifa nicht weiter will, dann muss sie natürlich nicht. Wir können sie nicht zwingen", sagte Pieth.
Pieth hatte eine Expertengruppe mit Vertretern aus verschiedenen Bereichen wie Recht, Sport, Marketing und Unternehmensführung geleitet. Die Kommission sollte konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Führung und Transparenz der Fifa ausarbeiten.
Zuletzt hatte seine Arbeit unter den Folgen des Machtkampfes zwischen Fifa-Präsident Joseph S. Blatter und Uefa-Boss Michel Platini gelitten. "Ich möchte nicht nochmal in ein großes Jamboree, wo die verschiedenen Fraktionen aufeinander losgehen", so Pieth.
Zugleich kritisierte Pieth das Verhalten der Schweiz, in der viele Sportorganisationen ansässig sind. "Die Schweiz hätte die Handhabe, die Fifa und auch andere im Land beheimatete Sportverbände über das Steuerrecht zu kontrollieren. Stattdessen gibt sie den Verbänden eine Steuerbefreiung. Es ist ärgerlich, dass da nichts passiert. Diese Verantwortung wird von der Schweiz nicht wahrgenommen", sagte er.
luk/sid
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Das Exekutivkomitee legt die Termine, Spielorte und Formate der Fifa-Wettbewerbe, darunter die der WM, fest. Es beruft die Fifa-Delegierten für das International Football Association Board (Ifab), das über Regeländerungen bestimmt, und ist für die Ernennung sowie Abberufung des Generalsekretärs (derzeit: Jérôme Valcke) zuständig.
Quelle: sid
| Die Präsidenten der Fifa | |
| Amtszeit | Präsident |
| 1904-1906 | Robert Guérin (Frankreich) |
| 1906-1918 | Daniel B. Woolfall (England) |
| 1921-1954 | Jules Rimet (Frankreich) |
| 1954-1955 | Rodolphe W. Seeldrayers (Belgien) |
| 1955-1961 | Arthur Drewry (England) |
| 1961-1974 | Stanley Rous (England) |
| 1974-1998 | João Havelange (Brasilien) |
| seit 1998 | Joseph S. Blatter (Schweiz) |
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