Fußball Fifa schafft WM-Rotation ab, Israel lässt Palästinas Spieler nicht reisen

Der Fußball-Weltverband will Weltmeisterschaften nicht mehr automatisch zwischen den Kontinenten wechseln lassen. Palästina kann nicht zur WM-Qualifikation antreten, weil die Nationalmannschaft im Gaza-Streifen festsitzt. Das deutsche Team hat sein EM-Quartier gebucht.


Hamburg - Der Weltfußballverband Fifa schafft die regionale Rotation bei der Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft wieder ab. Damit ist der Austragungsort der WM 2018 wieder völlig offen. Als erstes Land meldete England sein Interesse an, Gastgeber des Turniers zu sein. Interesse an der Austragung der WM 2018 haben auch die USA, Russland, Australien, Spanien, China, Mexiko und in einem gemeinsamen Vorgehen die Niederlande, Belgien und Luxemburg bekundet.

Weltmeister Italien (2006): Keine WM-Vergabe nach Kontinenten
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Weltmeister Italien (2006): Keine WM-Vergabe nach Kontinenten

Nach dem bisherigen Prinzip der Rotation wäre der CONCACAF-Verband des Fußballs in Nord- und Mittelamerika im Jahr 2018 an der Reihe gewesen. Auf der anderen Seite gab es Forderungen, dass jede dritte Fußball-WM in Europa stattfinden soll. Das Rotationssystem hat dazu geführt, dass nach dem Ausstieg Kolumbiens als Bewerber für die WM 2014 Brasilien als einziger Kandidat übrig geblieben ist. Diese Situation wollte Fifa-Präsident Sepp Blatter künftig vermeiden.

Die Nationalmannschaft von Palästina konnte am Sonntag zum Rückspiel der ersten Qualifikations-Runde für die WM 2010 in Singapur nicht antreten. Israels Regierung hatte 18 Spielern die Ausreise aus dem Gazastreifen verweigert. Israel hat den Gaza-Streifen als "terroristisches Gebiet" eingestuft und erlaubt Ausreisen nur aus humanitären Gründen.

Wie ein Sprecher des palästinensischen Fußballverbands heute erklärte, habe sein Verband bei der Fifa den Antrag gestellt, die Partie neu anzusetzen. Die Chancen auf ein Weiterkommen Palästinas wären aber auch dann gering. Das Hinspiel hatte Singapur 4:0 gewonnen.

Die deutsche Nationalmannschaft wird sich auf Mallorca auf die Endrunde der EM 2008 in Österreich und der Schweiz vorbereiten und anschließend das Mannschaftsquartier im schweizerischen Ascona beziehen. "Sowohl in Palma de Mallorca als auch im Tessin haben wir bei unseren Vorbesichtigungen perfekte Bedingungen im sportlichen und logistischen Bereich vorgefunden, so dass unsere Wahl letztlich auf diese beiden Orte gefallen ist", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff.

Trainieren wird das Team von Bundestrainer Joachim Löw während des Aufenthaltes in Ascona im nur wenige Autominuten vom Hotel entfernten "Centro Sportivo" im Ort Tenero.

Spielervermittler organisieren sich

Eyjölfur Sverrisson ist nicht mehr Nationaltrainer Islands. Der ehemalige Bundesliga-Spieler von Hertha BSC und des VfB Stuttgart legte seinen Job nieder, nachdem bekannt geworden war, dass der isländische Fußballverband Sverrissons Kontrakt auslaufen lässt. Sverrisson wird somit beim nächsten Länderspiel Islands gegen Dänemark am 21. November nicht mehr auf der Bank sitzen.

Er hatte am 1. November 2005 Asgeir Sigurvinsson als Nationaltrainer Islands abgelöst. Doch in der Qualifikation für die EM 2008 schaffte Sverrisson mit seinem Team nur acht Punkte in elf Spielen. Zuletzt verloren die Isländer zuhause 2:4 gegen Lettland und sogar 0:3 in Liechtenstein.

Die in Deutschland tätigen Berater von Fußball-Profis werden die Vereinigung der lizenzierten Spielervermittler gründen. Dies beschloss ein Teil der offiziell vom Deutschen Fußball-Bund anerkannten Spielerberater bei einer Informationsveranstaltung in Köln. Am 12. November soll bei einer Versammlung in Frankfurt/Main der erste Vorstand gewählt sowie die Satzung beschlossen werden.

all/sid/dpa



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