Fußball-EM der Frauen Deutschland erreicht das Viertelfinale

Weiter auf "Mission Titelverteidigung": Deutschlands Fußball-Frauen sind dank eines klaren Erfolgs gegen Russland ins EM-Viertelfinale eingezogen. Trotz einer dominanten Vorstellung brauchte die DFB-Elf zwei Elfmeter zum Sieg.

AFP

Die DFB-Auswahl hat sich bei der Fußball-EM der Frauen in den Niederlanden für das Viertelfinale qualifiziert. Im abschließenden Gruppenspiel setzte sich die deutsche Mannschaft in Utrecht gegen Russland 2:0 (1:0) durch. Babett Peter sorgte per Foulelfmeter für die frühe Führung (10. Minute.), Dzsenifer Marozsán erzielte ebenfalls per Strafstoß (56.) den Endstand.

Dass die vier deutschen Tore im bisherigen Turnierverlauf allesamt durch Standardsituationen erzielt worden sind, störte Bundestrainerin Steffi Jones nach Spielende nicht. Die vielen herausgespielten Chancen seien ein Beweis dafür, dass das Team über eine gute Spielanlage verfüge. Dies stimme sie für die weitere EM optimistisch. "Der Knoten platzt, und wir werden wieder Tore schießen", sagte sie.

Ihr Team dominierte die Begegnung von Beginn an. Nachdem Sara Doorsoun-Khajeh zunächst noch mit einem ersten Abschluss aus der Distanz an der russischen Torfrau scheiterte (9.), bekam Deutschland nur wenige Augenblicke später einen Strafstoß zugesprochen. Vorausgegangen war ein Gerangel abseits des Balls zwischen Angreiferin Mandy Islacker und ihrer Gegenspielerin. Den fälligen Strafstoß verwandelte Peter. Für die deutsche Abwehrchefin war es ihr zweiter Turniertreffer, bereits im zweiten Gruppenspiel gegen Italien war sie vom Elfmeterpunkt erfolgreich gewesen.

Deutschland hadert mit der eigenen Chancenverwertung

In der Folge verhinderte Tatyana Scherbak zunächst gleich mehrfach mit starken Paraden einen zweiten deutschen Treffer. Gegen Islacker (15.) war die Russin genauso auf dem Posten wie bei einem Kopfball von Peter, den sie an die Latte lenken konnte (30.). Nachdem Sara Däbritz frei stehend nach schönem Schnittstellenpass von Lena Goeßling verzog (40.), wurde einem Kopfballtreffer von Mittag im Anschluss an eine Verlängerung am ersten Pfosten fälschlicherweise die Anerkennung verweigert. Die Referees hatten sie im Abseits gesehen (45.).

Weil die umformierte Viererkette der DFB-Elf auch in der zweiten Hälfte insbesondere gegen die langen Bälle der Russinnen aufmerksam verteidigte, geriet die deutsche Defensive nie in Gefahr. Stattdessen erhöhte Kapitänin Marozsán auf der Gegenseite per Elfmeter auf 2:0, nachdem Däbritz zuvor nur per Foul zu stoppen war. Weitere DFB-Versuche vornehmlich aus der Distanz wurden geblockt oder von Scherbak entschärft.

Ebenfalls den Sprung unter die besten acht Teams hat Schweden geschafft. Im Duell gegen die zuvor sieglosen Italienerinnen taten sich die Favoritinnen überraschend schwer. Einen zweimaligen Rückstand konnte die schwedische Auswahl zwar ausgleichen, letztlich verloren sie dennoch durch einen späten Konter 2:3 (85.). Im Viertelfinale trifft sie auf die Gastgeber aus den Niederlanden. Deutschland bekommt es als Gruppensieger am kommenden Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ZDF) mit Dänemark zu tun.

Russland - Deutschland 0:2 (0:1)
0:1 Peter (10./Foulfelfmeter)
0:2 Marozsán (56./Foulfelfmeter)
Russland: Scherbak - Sijastinowa, Makarenko (28. Morozowa), Koschnikowa, Solodkaja - Jelena Morosowa - Sotschnewa, Smirnowa (46. Fedorowa), Scholowjaga, Tschernomyrdina (63. Karpowa) - Danilowa.
Deutschland: Schult - Simon, Peter, Goeßling, Blässe - Demann - Doorsoun-Khajeh, Däbritz (68. Magull) - Marozsán - Islacker (46. Kayikcy), Mittag (75. Kemme).
Gelbe Karten: Koschnikowa (43.)
Schiedsrichterin: Monika Mularczyk (Polen)
Zuschauer: 6000

lst



insgesamt 49 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Criticz 25.07.2017
1. Dominant?
Vielleicht bis zum Strafraum. Danach? Keine Ideen, hin und hergeschiebe und verzweifelte Fernschüsse die weit ihr Ziel verfehlten. Es spricht Bände dass es wieder mal, diesmal gleich 2, Elfmeter brauchte. Nein...so macht Fussball keinen Spaß.
ortibumbum 25.07.2017
2. Bundestrainerin St. Jones??
Ich habe da wohl ein anderes Spiel gesehen, als die Bundestrainerin. Fehlpässe, schlechte Ballannahmen, dumme Pässe, alles in die Breite, kein Raumgewinn. Ich fürchte bei einem starken Gegner kann die Deutsche Mannschaft nicht bestehen. Zu viele Fehler und hinten keine vernünftige Zuordnung/Verteidigung. Wir werden sehen. Dieses Tici Taca Spiel mit viel Ballbesitz haben wir auch bei den Spanierinnen gesehen; und.... Die haben sang und klanglos verloren. Die D. Mannnschaft ist sehr leich auszurechnen. Keine gute Leistung der Trainerin. Nur loben bringt niemanden weiter. Anja Mittag eine einzige Katastrophe; dagegen Islacker stark, auch wenn kein Tor. Debritz überspielt und kein Pass nach vorn.
rosie4711 26.07.2017
3. Spielplan, Gruppen und Ergebnisse
Dies ist ein Trauerspiel, und Ihrer nicht würdig
Gerdd 26.07.2017
4. Zumindest teilweise ...
... muß man die Kritik an den mangelnden "Toren aus dem Spiel heraus" auch weitergeben: Beim Elfmeter kann man eben auch beim allerbesten Willen kein falsches Abseits pfeifen ...
yoerc_mueller 26.07.2017
5. ♪♪
Da ist noch Luft nach Oben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.