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Frauenfußball-EM: Unbezwingbare Angerer rettet Deutschland den Titel

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EM-Finale: Angerer hält zwei Elfmeter, Mittag trifft Fotos
Getty Images

Im Finale gegen Norwegen spielte die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft von Beginn an groß auf - traf aber nicht. Erst nach der Pause schoss Anja Mittag den einzigen Treffer. Torhüterin Nadine Angerer parierte gleich zwei Elfmeter und rettete Deutschland so den achten EM-Titel.

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Hamburg - Die Revanche ist geglückt, der achte Europameistertitel perfekt: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen hat das Finale der EM in Schweden gewonnen. Das Team gewann 1:0 (0:0) gegen Norwegen - ausgerechnet Norwegen, das den Deutschen im letzten Gruppenspiel noch als erste Mannschaft seit über 20 Jahren eine Niederlage in einem EM-Spiel hatte zufügen können. Das Tor schoss Anja Mittag in der 49. Minute, die Heldin des Tages aber war Torhüterin Nadine Angerer, die gleich zwei Strafstöße der Norwegerinnen parierte.

"Es ist so geil", brachte Angerer nach dem Schlusspfiff über die Lippen. Ihre Trainerin sprach von einem "Spiel auf Augenhöhe, ein schweres Finale", so Silvia Neid: "Ich bin sehr stolz. Damit hat keiner gerechnet. Die Zukunft wird die Mannschaft noch besser machen."

Der Rahmen für dieses dramatische Finale in der Friends Arena von Solna hätte kaum angemessener sein können: 40.000 Zuschauer, bestes Sommerwetter - und mit Norwegen und Deutschland standen sich die beiden Teams gegenüber, die die vergangenen neun Europameisterschaften unter sich ausgemacht hatten. Norwegen hatte bis zum heutigen Tag zweimal den Titel gewinnen können (1987, 1993), Deutschland triumphierte siebenmal (1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005, 2009). Überhaupt hatte nur einmal eine andere Nation die EM gewinnen können: der diesjährige Gastgeber Schweden beim ersten Turnier 1984.

Hatten die Norwegerinnen die Mannschaft von Silvia Neid beim 0:1 im Gruppenspiel noch kaum in die Partie kommen lassen, dominierte diesmal Deutschland von Beginn an. Bereits nach 58 Sekunden traf Nadine Keßler mit einem Kopfball die Latte.

Erst nach rund 15 Minuten konnten die Norwegerinnen die Lücken besser nutzen, die ihnen die DFB-Elf durch ihre offensive Spielweise bot. Doch die Abwehr um Annike Krahn und Saskia Bartusiak stand sicher.

Da Mbabi kommt zu Chancen, Angerer hält Elfmeter

Auffälligste Spielerin aber war Celia Okoyino da Mbabi. Die 25-Jährige hatte das Halbfinale noch wegen einer im Viertelfinale gegen Italien erlittenen Oberschenkelverletzung verpasst und war bis kurz vor Anpfiff auch für das Finale fraglich. Doch schnell zeigte die Angreiferin, dass sie an guten Tagen kaum zu stoppen ist. Nach drei Minuten verzog sie nur knapp, in der 20. Minute schloss sie im Strafraum etwas überhastet ab und setzte Sekunden später einen Kopfball nur wenige Zentimeter neben das Tor.

Auch nach 28 Minuten stand da Mbabi im Mittelpunkt. Im deutschen Strafraum ließ sich Norwegens Mittelfeldspielerin Cathrine Dekkerhus im Duell mit der Angreiferin fallen, eigentlich eine Schwalbe - die rumänische Schiedsrichterin Cristina Dorcioman gab dennoch Strafstoß. Doch Nadine Angerer parierte per Fußabwehr gegen Trine Rønning und rettete auch gegen Ingvild Stensland, die nach starkem Pass von Ada Hegerberg frei vor der deutschen Kapitänin aufgetaucht war (33.).

Der Druck der deutschen Mannschaft hatte in dieser Phase etwas nachgelassen, Keßler scheiterte deutlich mit zwei Weitschüssen (35./42.). Die letzte Aktion der ersten Halbzeit hatte Dzsenifer Marozsan, die Deutschland mit ihrem Tor gegen Schweden ins Finale geschossen hatte, diesmal aber an Norwegens Torfrau Ingrid Hjelmseth (45.+1) scheiterte.

Mittag kommt für Lotzen - und trifft sofort

Hatte Trainerin Neid nach den mitunter schwachen Leistungen ihrer Spielerinnen im Turnier in der Kritik gestanden, bewies sie mit einem Wechsel zur zweiten Halbzeit ein gutes Händchen. Für Lena Lotzen kam Mittag ins Spiel. Mit ihrer ersten Ballberührung traf die Stürmerin vom FC Malmö zum 1:0 (49.), da Mbabi hatte per Querpass vorbereitet. Sie war es auch, die die nächste große Chance hatte - doch Stensland rettete da Mbabis Kopfball auf der Linie (57.).

Nach einer Stunde dann der nächste Aufreger: Marozsan berührte im Strafraum Caroline Hansen, es gab erneut Elfmeter. Diesmal trat Solveig Gudbrandsen an den Punkt, doch das Ergebnis war dasselbe: Angerer hielt. Wenig später war die überragende Torhüterin des Turniers zwar geschlagen, doch Hegerberg stand bei ihrem vermeintlichen Tor im Abseits. Den deutschen Spielerinnen schwanden zusehends die Kräfte, Norwegen kam so auch in der Folge immer wieder in Tornähe. Keßler traf nach einem Konter noch den Pfosten, dann war der große Triumph perfekt.

Deutschland - Norwegen 1:0 (0:0)
1:0 Mittag (49.)
Deutschland: Angerer - Maier, Krahn, Bartusiak, Cramer - Keßler, Goeßling - Lotzen (ab 46. Mittag), Marozsan, Laudehr (ab 77. Schmidt) - Da Mbabi
Norwegen: Hjelmseth - Mjelde, Rönning, Christensen ab 85. Kaurin, Akerhaugen - Hansen, Gulbrandsen ab 69. Thorsnes, Stensland ab 76. Isaksen, Dekkerhus, Hegland - Hegerberg
Schiedsrichterin: Cristina Dorcioman (Rumänien)
Zuschauer: 41.301
Besondere Vorkommnisse: Angerer hält Foulelfmeter von Rönning (29.); Angerer hält Foulelfmeter von Gulbrandsen (61.)
Gelbe Karten: - Krahn

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insgesamt 247 Beiträge
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1.
scwfan06 28.07.2013
Absolut verdient!
2. Soweit zu all den Schwaetzern
c218605 28.07.2013
die in und aus Vorrunden schlechte Prognosen ablesen.
3. Herzlichen
Peter-Lublewski 28.07.2013
Glückwunsch, liebe Mädels. Habt Ihr's ja doch noch geschafft - trotz dieser "Unparteiischen".
4. Glückwunsch!
divadrebew 28.07.2013
Das war ein tolles, verdammt spannendes Spiel - mit einem glücklichen Ausgang, dank Angerer. Schlechteste Frau auf dem Platz war die Schiedsrichterin ;)
5. wer haette das gedacht
kloppskalli 28.07.2013
glueckwunsch an die girls - gut gekaempft SUPER gehalten ... und schoen dass die Mecker-Hanseln die schon den Rauswurf der Trainerin als unabwendbar sahen, nicht Recht behalten haben ;-)
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