Hamburg - Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat seinen Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp für einen Vergleich der Münchner Geschäftspolitik mit Methoden aus der chinesischen Industrie kritisiert. "Der FC Bayern besteht ja schon ein bisschen länger, als Jürgen Klopp Trainer ist. Es ist ganz wichtig, im Sieg und der Niederlage Größe zu zeigen", sagte Heynckes.
Klopp war nach dem 0:1 des BVB im Viertelfinale des DFB-Pokals mit Blick auf die Bayern zitiert worden: "Im Moment ist es so, wie es die Chinesen in der Industrie machen: Schauen, was die anderen machen, um es abzukupfern und dann mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einzuschlagen."
"Wenn Jürgen irgendwann mal in den Genuss kommt, Bayern oder Real zu trainieren, wird er merken, was das bedeutet, in eine andere Welt treten", legte Heynckes nach: "Das ist eine Sisyphusarbeit."
Watzke unterstützt Klopp
Er habe gegen Mannschaften der großen Trainer Marcello Lippi, Arrigo Sacchi, Ernst Happel oder Johan Cruyff gewonnen, sagte der Bayern-Coach weiter. "Da ist es mir nie eingefallen zu sagen, die haben etwas von uns abgekupfert." Klopp dagegen erhebe jetzt den Anspruch, auf sein System "ein Patent angemeldet" zu haben.
Beim BVB erhält Klopp Rückendeckung von höchster Stelle. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will sich von den Bayern nicht den Mund verbieten lassen. "Das ist ganz sicher nicht der Verein, der uns zu sagen hat, wie man in der Niederlage Größe zeigt. Da haben sie selbst nicht gerade das Monopol drauf", so Watzke. "Was Jürgen Klopp sagt, ist in der Sache vollkommen richtig. Wir brauchen von den Bayern ganz bestimmt keine Belehrungen darüber, wie wir uns zu verhalten haben", sagte er, schränkte mit Blick auf Klopps Kritik jedoch ein: "Über den Zeitpunkt der Aussagen kann man sicherlich streiten."
luk/dpa/sid
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