Fußball in Südafrika Spieler und TV-Sender von Tröten genervt

Laut, lauter, Südafrika: Die Fans des WM-Gastgebers verursachen mit Tröten während der Spiele des Confed-Cups in den Stadien einen solchen Lärm, dass sich Spieler und TV-Anstalten gestört fühlen. Der Weltverband Fifa sieht allerdings kaum Einflussmöglichkeiten.


Hamburg - Der Name klingt erst einmal sehr nett: "Vuvuzela". Doch zum Leidwesen einiger TV-Sender handelt es dabei nicht um eine leckere Vorspeise oder einen lieblichen Singvogel, sondern um ganz ordinäre Plastiktröten. Die Teile sind bei den südafrikanischen Fans so beliebt, dass sie zu Tausenden in die Stadien mitgenommen und auch ausgiebig eingesetzt werden.

Vuvuzelas: Für viele ein Stimmungsmacher, für andere ein Ärgernis
DPA

Vuvuzelas: Für viele ein Stimmungsmacher, für andere ein Ärgernis

Die starke Geräuschkulisse, vor allem bei Spielen der südafrikanischen Mannschaft, überlagere die Stimmen der Kommentatoren, klagten die TV-Anstalten, die vom derzeit laufenden Confed-Cup berichten. Zudem beschwerte sich mit dem Spanier Xabi Alonso erstmals auch ein Spieler öffentlich.

"Es wäre gut, sie zu verbannen. Sie machen es uns Spielern schwer, auf dem Platz zu kommunizieren und uns zu konzentrieren", sagte Alonso, der als Profi beim FC Liverpool an der Anfield Road eigentlich auch lautstarke Anfeuerung durch die Anhänger gewohnt sein sollte. "Sie sind ein Ärgernis und tragen nicht zur Stimmung bei", urteilt der Mittelfeldspieler.

Bei der Fifa stößt die Kritik auf taube Ohren. Eher pflichtschuldig erklärte Präsident Joseph Blatter am Mittwochabend vor Südafrikas 2:0-Sieg gegen Neuseeland: "Sie machen ziemlich viel Lärm. Die Fifa ist durchaus besorgt, wir werden den Fall diskutieren."

Dass die Fifa die heiß begehrten Tröten beim Confed-Cup und der WM 2010 verbieten wird, ist jedoch nicht anzunehmen. "Ich weiß nicht, ob wir diesen Sound stoppen können. Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Das ist Afrika, wir müssen dies so annehmen", sagte Blatter.

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass die Vuvuzelas nur dann verbannt werden, sofern diese als Waffe bei gewalttätigen Auseinandersetzungen benutzt würden.

Die Vuvuzelas sind der Fanartikel Nummer 1 für Fußballfans in Südafrika. Die Trompeten in leuchtenden Farben erinnern an die Blasinstrumente der Herolde bei mittelalterlichen Turnieren. Für den VIP-Zuschauer gibt es sie auch in der handlichen Mini-Version mit aufgesetztem Mundstück, für den hartgesottenen Fan sogar in XXL-Größe. Ihr Name geht nach einer von mehreren Theorien auf den "Vuuu-vu"-Ton zurück, den sie verursacht.

ruf/sid



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Frosty127 13.06.2009
1.
Zitat von sysopAm Sonntag startet mit dem Confederations-Cup in Südafrika die Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2010. Was denken Sie - ist das Land bereit für das größte Sportereignis der Welt?
Ich denke, die Südafrikaner werden das Kind schon schaukeln. Aber hinsichtlich der extrem hohen Kriminalitätsrate muss noch dringend etwas getan werden. Niemand möchte Angst haben, auf dem Weg zum Stadion ausgeraubt zu werden. Wie damals die deutsche Delegation bei der Auslosung der WM-Gruppen, denen ein Koffer entwedet wurde.
Schwabenpower 13.06.2009
2.
Zitat von Frosty127Ich denke, die Südafrikaner werden das Kind schon schaukeln. Aber hinsichtlich der extrem hohen Kriminalitätsrate muss noch dringend etwas getan werden. Niemand möchte Angst haben, auf dem Weg zum Stadion ausgeraubt zu werden. Wie damals die deutsche Delegation bei der Auslosung der WM-Gruppen, denen ein Koffer entwedet wurde.
Ach komm schon. Ich glaube, wegen ein paar Taschendieben geht der FIFA nicht der Hintern auf Grundeis. Da gehts schon mehr um richtige Straftaten, die Leib und Wohl der Stadiongänger gefährden. "Ein Koffer entwendet", haha, das ist mir sogar schon auf dem adretten Flughafen Charles de Gaulle passiert. Frankreich = Südafrika?
Frosty127 13.06.2009
3.
Zitat von SchwabenpowerAch komm schon. Ich glaube, wegen ein paar Taschendieben geht der FIFA nicht der Hintern auf Grundeis. Da gehts schon mehr um richtige Straftaten, die Leib und Wohl der Stadiongänger gefährden. "Ein Koffer entwendet", haha, das ist mir sogar schon auf dem adretten Flughafen Charles de Gaulle passiert. Frankreich = Südafrika?
Gut, da habe ich wohl das falsche Beispiel angeführt. Aber trotzdem ist so was für den Betroffenen immer ein extremes Ärgernis. Aber in dem gleichen Zeitraum geschah auch ein Mord an einem Österreicher. http://www.southafrika2010.de/suedafrika/wm-auslosung-diebe-und-ein-mord/
john mcclane, 13.06.2009
4. Na ja
Zitat von SchwabenpowerAch komm schon. Ich glaube, wegen ein paar Taschendieben geht der FIFA nicht der Hintern auf Grundeis. Da gehts schon mehr um richtige Straftaten, die Leib und Wohl der Stadiongänger gefährden. "Ein Koffer entwendet", haha, das ist mir sogar schon auf dem adretten Flughafen Charles de Gaulle passiert. Frankreich = Südafrika?
Also, Taschendiebe sind wohl das kleinste Problem. Aber die 50 Morde und 150 Vergewaltigungen am Tag, die werfen doch die Frage auf, ob Südafrika als Ausrichterland vollauf geeignet ist, um es mal moderat auszudrücken. Für mich ist das sehr schade, da ich noch nie eine WM live vor Ort genießen konnte, von ein wenig Atmosphäre aufsaugen vor vier Jahren mal abgesehen. Können wir uns beim Blatter Sepp bedanken das der dem afrikanischen Kontinent ne WM versprechen mußte. Für 2016 in Brasilien sieht es leider ähnlich mies aus, dank der kurzzeitigen Einführung des Rotationssystems zwischen allen Kontinenten. Sprechen sich die größten Verbände einfach mal schnell ab, und schon hat man die WM in nem Schwellenland... Einzig positiver Aspekt sind die günstigen Zeiten für Fernsehzuschauer aufgrund der geringen Zeitverschiebung, aber selbst das können wir uns bei Brasilien in der Pfeife rauchen...
derpolokolop 13.06.2009
5.
Zitat von john mcclaneAlso, Taschendiebe sind wohl das kleinste Problem. Aber die 50 Morde und 150 Vergewaltigungen am Tag, die werfen doch die Frage auf, ob Südafrika als Ausrichterland vollauf geeignet ist, um es mal moderat auszudrücken. Für mich ist das sehr schade, da ich noch nie eine WM live vor Ort genießen konnte, von ein wenig Atmosphäre aufsaugen vor vier Jahren mal abgesehen. Können wir uns beim Blatter Sepp bedanken das der dem afrikanischen Kontinent ne WM versprechen mußte. Für 2016 in Brasilien sieht es leider ähnlich mies aus, dank der kurzzeitigen Einführung des Rotationssystems zwischen allen Kontinenten. Sprechen sich die größten Verbände einfach mal schnell ab, und schon hat man die WM in nem Schwellenland... Einzig positiver Aspekt sind die günstigen Zeiten für Fernsehzuschauer aufgrund der geringen Zeitverschiebung, aber selbst das können wir uns bei Brasilien in der Pfeife rauchen...
Bin begeistert. Können wir, müssen wir aber nicht. Er ist garantiert schon reichlich bedankt worden!
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